Das Füfi und Weggli-Gesetz.

Während ich vor mich hin sinne, was sich die Schweizer wohl gedacht haben, als sie dem neuen Energiegesetz zustimmten, finde ich auch schon die Lösung, wie die Parlamentarier sich das vorstellen. Die eidgenössischen Räte wollen Versorgungssicherheit schaffen, indem sie die Stromproduktion unter ein eidgenössisches Zwangsregime stellen.

Man kann das Energiegesetz unter mindestens drei Gesichtspunkten sehen: Unerreichbare Ziele, Subventionswirtschaft, AKW-Verbot.

Vom Geldverteilen profitieren so viele Leute, dass es eigentlich nur Gewinner gibt – ausser dass wir alle die Rechnung zahlen. Mir ist aus der Vergangenheit keine Subventionswirtschaft bekannt, die nicht mit überbordender Bürokratie und kleinlichen Eingriffen in alltägliche Freiheiten einhergeht. Dafür dürfen die Jungen dann wieder demolierend durch die Städte ziehen und „Freiraum“ verlangen.

Das AKW-Verbot macht das Gesetz für sehr viele Leute spannend. Das Problem ist, dass den meisten nicht klar ist, dass wir 20 Terawattstunden pro Jahr an Atomstrom produzieren und verbrauchen und dass das huerendammi viel ist.

Was mir aber am meisten zu denken gibt, sind die nicht erreichbaren Ziele. Wie kommt es, dass sich die sonst so nüchternen Schweizer in Füfi-und-Weggli-Gesetz andrehen lassen?

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Nachgerechnet.

Laurina Waltersperger in der „Schweiz am Wochenende“, 13./14. Mai 2017, hat sich die Mühe gemacht und nachgehakt: Der Tesla von Frau Bundesrat Doris „Bibi“ Leuthard verbrauchte im Jahr 2016 9436 kWh. Das ist der Energieverbrauch von drei durchschnittlichen Haushalten zu 3 Mitgliedern in einem schweizerischen Mehrfamilienhaus.

Wollten die Schweizer ihre sechs Millionen Autos mit Elektromobilen ersetzen, so bräuchten wir zusätzlich 15 Terrawattstunden Strom. Das ist die Stromproduktion der beiden AKW Gösgen und Leibstadt zusammen. Diese Zahlen ergeben sich aus den übrigen Angaben, die Laurina Waltersperger in ihrem Artikel nennt.

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Der Super-GAU der 80er Jahre Pädagogik.

In den 80er Jahren wurde bei den links-alternativen Lehrern die Vorstellung populär gemacht, dass Schüler alles selber herausfinden und selber erfahren sollen. Grosse Schlagworte der damaligen Lehrpläne waren „Werkstattunterricht“ anstatt Frontalunterricht, „Arbeitsblätter“ anstatt Schulbücher.

Dass diese komplett veraltete 80er-Jahre-Selbsterfahrungspädagogik nicht funktioniert, wissen wir mindestens seit dem Scheitern des Zahlenbuches, wo heiteres Zahlenraten vermittelt wurde. Die Lehrer mussten anfang Nullerjahr selber einen funktionierenden Mathematikunterricht improvisieren, wenn sie den Drittklässlern Bruchrechnen beibringen wollten. Dennoch wird diese Ideologie in das starre, durchbürokratisierte Korsett des Lehrplan 21 gezwängt. Jürg Jegge mit seinem Buch „Dummheist ist lernbar“ war Ende 70er Jahre der grosse Vorreiter dieser von Ideologie getriebenen Zerstörung unserer funktionierenden Volksschulen.

Just in diesem Moment wird der Skandal um die pädokriminellen Ausschweifungen des Lehreridols Jürg Jegge öffentlich. In seinem Interview mit der „Schweiz am Wochenende“ und in der „Bernerzeitung“ gibt Jürg Jegge die Taten zu. Wie gewöhnlich bei solchen Tätern, rationalisiert er mit, er habe das beste für die Buben gewollt.

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Gebrauchtes Abwaschwasser.

Schweiz am Sonntag vom 11. März – Interview mit der Rektorin der Universität von Oxford, Louise Richardson. Unter dem Titel „Wir sind die letzte Bastion des Optimismus“ hatte ich einen herrlich duftenden, sanft gerösteten Filterkaffe aus handverlesenen Coffea arabica Beeren erwartet, geerntet in der Sidamo Provinz im äthiopischen Hochland. Serviert wurde mir ein wässriger Incarom-Aufguss.
Die Rektorin von Oxford breitet in öder Langeweile die bekannten sexistischen Stereotypen zum Thema Frauengleichstellung aus, wohltemperiert, altbacken. Dann äussert sie sich zum Brexit und zu dessen verheerenden Folgen für die Welt der Wissenschaftler und dass die Briten ihren Eliten das Vertrauen entzogen hätten. Bei genauerem Betrachten beschränken sich diese verheerenden Folgen auf bürokratische Herausforderungen für die Administration ihres Rektorates. Was das Vertrauen in die Eliten betrifft, so trägt sie eine Reihe von Rezepten vor, wie das verbessert werden könnte. Diese Vorschläge könnten jedem beliebigen Parteiprogram von Dutzenden europäischer sozialdemokratischer Parteien entstammen. Wenn alles so einfach wäre, dann hätten die Briten einfach die nächsten Wahlen abgewartet und die Labour Party gewählt.

Interessant ist das Interview vor allem wegen der Dinge, die Louise Richardson nicht sagt. Auch treibt mich die Frage um, ob es wirklich die Eliten sind, die das Vertrauen der Bürger verloren haben. Vielleicht steckt etwas anderes dahinter.

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Das Bleistift auf dem Mond.

Ein Brüsseler Forschungsteam hat bei einem nahen Zwergstern sieben erdähnliche Planeten gefunden. Der rote Zwerg ist nur 40 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Planeten sind nach Durchmesser und Masse ungefähr in der Grösse der Erde und aus Gestein. Ein roter Zwerg ist so dunkel, dass man laut Angaben der Astronomen am heiterhellen Tag ungefähr gleich hell hat wie hier nach Sonnenuntergang in der Abenddämmerung.

Und weil wir Schweizer ja schliesslich eine Forschernation sind, muss man doch noch irgendeinen Beitrag von der Uni Bern hervorklauben. Zwei Berner Forscher haben in einer Computersimulation beweisen können, dass solche Gesteinsplaneten theoretisch möglich sind. Ihr Beitrag ist ungefähr gleich wichtig, wie der des Caran d’Ache Bleistiftes, das bei der Mondlandung dabei war.