Das Füfi und Weggli-Gesetz.

Während ich vor mich hin sinne, was sich die Schweizer wohl gedacht haben, als sie dem neuen Energiegesetz zustimmten, finde ich auch schon die Lösung, wie die Parlamentarier sich das vorstellen. Die eidgenössischen Räte wollen Versorgungssicherheit schaffen, indem sie die Stromproduktion unter ein eidgenössisches Zwangsregime stellen.

Man kann das Energiegesetz unter mindestens drei Gesichtspunkten sehen: Unerreichbare Ziele, Subventionswirtschaft, AKW-Verbot.

Vom Geldverteilen profitieren so viele Leute, dass es eigentlich nur Gewinner gibt – ausser dass wir alle die Rechnung zahlen. Mir ist aus der Vergangenheit keine Subventionswirtschaft bekannt, die nicht mit überbordender Bürokratie und kleinlichen Eingriffen in alltägliche Freiheiten einhergeht. Dafür dürfen die Jungen dann wieder demolierend durch die Städte ziehen und „Freiraum“ verlangen.

Das AKW-Verbot macht das Gesetz für sehr viele Leute spannend. Das Problem ist, dass den meisten nicht klar ist, dass wir 20 Terawattstunden pro Jahr an Atomstrom produzieren und verbrauchen und dass das huerendammi viel ist.

Was mir aber am meisten zu denken gibt, sind die nicht erreichbaren Ziele. Wie kommt es, dass sich die sonst so nüchternen Schweizer in Füfi-und-Weggli-Gesetz andrehen lassen?

Weiterlesen

Die simple 1:1 Regel

Im neuen Energiegesetz geht es um Subventionen. Alle spekulieren darauf, dass sie selber davon profitieren können. Die Gewerbler meinen, sie bekämen dann viele, viele Fränkli für den Bau von Sonnendächern, Windredli, Kleinkraftwerken, Biogasanlagen, weiss der Kuckkuck was alles. Sie übersehen das entscheidende:
Es gibt bei den Staatsausgaben eine simple 1:1 Regel. Für jeden Franken, den der Staat ausgibt für Schulen, Strassen, Spitäler, braucht er einen zweiten Franken, um diesen ersten Franken zu verwalten und um ihn einzukassieren.

Weiterlesen

Gebrauchtes Abwaschwasser.

Schweiz am Sonntag vom 11. März – Interview mit der Rektorin der Universität von Oxford, Louise Richardson. Unter dem Titel „Wir sind die letzte Bastion des Optimismus“ hatte ich einen herrlich duftenden, sanft gerösteten Filterkaffe aus handverlesenen Coffea arabica Beeren erwartet, geerntet in der Sidamo Provinz im äthiopischen Hochland. Serviert wurde mir ein wässriger Incarom-Aufguss.
Die Rektorin von Oxford breitet in öder Langeweile die bekannten sexistischen Stereotypen zum Thema Frauengleichstellung aus, wohltemperiert, altbacken. Dann äussert sie sich zum Brexit und zu dessen verheerenden Folgen für die Welt der Wissenschaftler und dass die Briten ihren Eliten das Vertrauen entzogen hätten. Bei genauerem Betrachten beschränken sich diese verheerenden Folgen auf bürokratische Herausforderungen für die Administration ihres Rektorates. Was das Vertrauen in die Eliten betrifft, so trägt sie eine Reihe von Rezepten vor, wie das verbessert werden könnte. Diese Vorschläge könnten jedem beliebigen Parteiprogram von Dutzenden europäischer sozialdemokratischer Parteien entstammen. Wenn alles so einfach wäre, dann hätten die Briten einfach die nächsten Wahlen abgewartet und die Labour Party gewählt.

Interessant ist das Interview vor allem wegen der Dinge, die Louise Richardson nicht sagt. Auch treibt mich die Frage um, ob es wirklich die Eliten sind, die das Vertrauen der Bürger verloren haben. Vielleicht steckt etwas anderes dahinter.

Weiterlesen

Kategorie 3.

Ich repariere seit vielen Jahrzehnten so gut wie alle meine Geräte selber. Ausnahmen sind neue Geräte und wenn Garantie darauf ist. Das ganze wurde enorm wichtig, weil für die hochentwickelte Technik, die wir im Alltag gebrauchen, kaum noch Reparaturspezialisten in der Schweiz zu finden sind. Ersatzteillagerhaltung wird von den Herstellern vernachlässigt.

Als erfahrener Bastler und Reparateur habe ich gelernt, Probleme zu analysieren und Fehler zu finden. Sogar in der Autobranche, wo mit Reparaturen Milliardenbeträge umgesetzt werden, sind die Mechaniker viel zu oft am Ende ihrer Weisheit. Die ständigen Änderungen an der Technik überfordern sie. Da kann man tausende Franken sparen, wenn man dem Automech über die Schultern zu schaut und rechtzeitig merkt, wenn der sich verrennt.

Ich weiss, wie die Dinge kaputt gehen. Darum kann ich auch viel gezielter einkaufen und auf Langlebigkeit, Repaturfreundlichkeit schauen. So kaufe ich zu PC und Digitalkamera frühzeitig Ersatzteile und lagere sie bei mir ein. Ich schaue vor dem Kauf schon nach, ob der Hersteller das Wartungshandbuch im Internet zum download bereithält und unterhalte eine umfangreiche Bibliothek an Wartungshandbüchern.

Das ganze hat zur Folge, dass ich informierte Reklamationen durchführe. Wenn ich einem Kundendienst telefoniere, so habe ich das Problem identifiziert, die Technik verstanden, weiss was ich brauche, weiss was ich verlangen darf und ich erwarte einen kompetenten, informierten Gesprächspartner, der weiss wer in seiner Firma das Problem lösen wird.

Vor diesem Erfahrungshintergrund fällt speziell auf, wie komplett untauglich die Universität Bern mit Reklamationen umgeht. Die Uni Bern ist überhaupt nicht eingerichtet, um Fehler in der Lehre zu erkennen und Probleme zu lösen.

Weiterlesen