Die Zombie-Universität

An der ETH Zürich kann man ab diesem Herbst Medizin studieren und darin den Bachelorabschluss machen. Um in der Schweiz als Arzt zu praktizieren, muss man aber bis zum Master weiterstudieren. Zu diesem Zweck hat die ETH Kooperationen mit den Unis Zürich und Basel geschlossen. Sehr zum chagrin des Berner Erziehungsdirektors, des Grünen Bernhard Pulver, hat die ETH die Uni Bern bei dieser Kooperation im Medizinstudium links liegen gelassen. In seinen öffentlichen Äusserungen behauptet Pulver, er wisse nicht, warum die ETH ausgerechnet mit der grössten medizinischen Fakultät der Schweiz nicht zusammenarbeiten wolle.

Einen naheliegenden Grund kenne ich: Die Uni Bern leidet unter einer zerstörerischen Führungskrise. Sie hat ein miserables Fehlermanagement in der Lehre. Kritik an der Führung von Universität und Fakultäten wird regelmässig mit dem Vorwurf der Ehrverletzung quittiert. Die Universitätsleitung und die Fakultäten verzichten darauf, Fehler in der Lehre zu erkennen und zu beheben. Die Qualitätssicherung beschränkt sich darauf, der Akkreditierungsstelle reproduzierbare statistische Masszahlen zur Lehre abzuliefern. Ob die Studenten etwas brauchbares lernen, ist der Qualitätssicherung egal.

Auf diese Weise wird die Uni Bern von der nährenden Mutter des Wissens zum Untoten der Wissenschaft, von der Alma Mater zur Zombie-Universität.
Würde die ETH im Ernst ihre Bachelor in Medizin an die Uni Bern zur Weiterbildung weiterreichen, so täte die ETH ihren guten Ruf über Bord werfen. So verrückt ist an der ETH niemand.
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Gebrauchtes Abwaschwasser.

Schweiz am Sonntag vom 11. März – Interview mit der Rektorin der Universität von Oxford, Louise Richardson. Unter dem Titel „Wir sind die letzte Bastion des Optimismus“ hatte ich einen herrlich duftenden, sanft gerösteten Filterkaffe aus handverlesenen Coffea arabica Beeren erwartet, geerntet in der Sidamo Provinz im äthiopischen Hochland. Serviert wurde mir ein wässriger Incarom-Aufguss.
Die Rektorin von Oxford breitet in öder Langeweile die bekannten sexistischen Stereotypen zum Thema Frauengleichstellung aus, wohltemperiert, altbacken. Dann äussert sie sich zum Brexit und zu dessen verheerenden Folgen für die Welt der Wissenschaftler und dass die Briten ihren Eliten das Vertrauen entzogen hätten. Bei genauerem Betrachten beschränken sich diese verheerenden Folgen auf bürokratische Herausforderungen für die Administration ihres Rektorates. Was das Vertrauen in die Eliten betrifft, so trägt sie eine Reihe von Rezepten vor, wie das verbessert werden könnte. Diese Vorschläge könnten jedem beliebigen Parteiprogram von Dutzenden europäischer sozialdemokratischer Parteien entstammen. Wenn alles so einfach wäre, dann hätten die Briten einfach die nächsten Wahlen abgewartet und die Labour Party gewählt.

Interessant ist das Interview vor allem wegen der Dinge, die Louise Richardson nicht sagt. Auch treibt mich die Frage um, ob es wirklich die Eliten sind, die das Vertrauen der Bürger verloren haben. Vielleicht steckt etwas anderes dahinter.

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Kategorie 3.

Ich repariere seit vielen Jahrzehnten so gut wie alle meine Geräte selber. Ausnahmen sind neue Geräte und wenn Garantie darauf ist. Das ganze wurde enorm wichtig, weil für die hochentwickelte Technik, die wir im Alltag gebrauchen, kaum noch Reparaturspezialisten in der Schweiz zu finden sind. Ersatzteillagerhaltung wird von den Herstellern vernachlässigt.

Als erfahrener Bastler und Reparateur habe ich gelernt, Probleme zu analysieren und Fehler zu finden. Sogar in der Autobranche, wo mit Reparaturen Milliardenbeträge umgesetzt werden, sind die Mechaniker viel zu oft am Ende ihrer Weisheit. Die ständigen Änderungen an der Technik überfordern sie. Da kann man tausende Franken sparen, wenn man dem Automech über die Schultern zu schaut und rechtzeitig merkt, wenn der sich verrennt.

Ich weiss, wie die Dinge kaputt gehen. Darum kann ich auch viel gezielter einkaufen und auf Langlebigkeit, Repaturfreundlichkeit schauen. So kaufe ich zu PC und Digitalkamera frühzeitig Ersatzteile und lagere sie bei mir ein. Ich schaue vor dem Kauf schon nach, ob der Hersteller das Wartungshandbuch im Internet zum download bereithält und unterhalte eine umfangreiche Bibliothek an Wartungshandbüchern.

Das ganze hat zur Folge, dass ich informierte Reklamationen durchführe. Wenn ich einem Kundendienst telefoniere, so habe ich das Problem identifiziert, die Technik verstanden, weiss was ich brauche, weiss was ich verlangen darf und ich erwarte einen kompetenten, informierten Gesprächspartner, der weiss wer in seiner Firma das Problem lösen wird.

Vor diesem Erfahrungshintergrund fällt speziell auf, wie komplett untauglich die Universität Bern mit Reklamationen umgeht. Die Uni Bern ist überhaupt nicht eingerichtet, um Fehler in der Lehre zu erkennen und Probleme zu lösen.

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Das Bleistift auf dem Mond.

Ein Brüsseler Forschungsteam hat bei einem nahen Zwergstern sieben erdähnliche Planeten gefunden. Der rote Zwerg ist nur 40 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Planeten sind nach Durchmesser und Masse ungefähr in der Grösse der Erde und aus Gestein. Ein roter Zwerg ist so dunkel, dass man laut Angaben der Astronomen am heiterhellen Tag ungefähr gleich hell hat wie hier nach Sonnenuntergang in der Abenddämmerung.

Und weil wir Schweizer ja schliesslich eine Forschernation sind, muss man doch noch irgendeinen Beitrag von der Uni Bern hervorklauben. Zwei Berner Forscher haben in einer Computersimulation beweisen können, dass solche Gesteinsplaneten theoretisch möglich sind. Ihr Beitrag ist ungefähr gleich wichtig, wie der des Caran d’Ache Bleistiftes, das bei der Mondlandung dabei war.