Das Füfi und Weggli-Gesetz.

Während ich vor mich hin sinne, was sich die Schweizer wohl gedacht haben, als sie dem neuen Energiegesetz zustimmten, finde ich auch schon die Lösung, wie die Parlamentarier sich das vorstellen. Die eidgenössischen Räte wollen Versorgungssicherheit schaffen, indem sie die Stromproduktion unter ein eidgenössisches Zwangsregime stellen.

Man kann das Energiegesetz unter mindestens drei Gesichtspunkten sehen: Unerreichbare Ziele, Subventionswirtschaft, AKW-Verbot.

Vom Geldverteilen profitieren so viele Leute, dass es eigentlich nur Gewinner gibt – ausser dass wir alle die Rechnung zahlen. Mir ist aus der Vergangenheit keine Subventionswirtschaft bekannt, die nicht mit überbordender Bürokratie und kleinlichen Eingriffen in alltägliche Freiheiten einhergeht. Dafür dürfen die Jungen dann wieder demolierend durch die Städte ziehen und „Freiraum“ verlangen.

Das AKW-Verbot macht das Gesetz für sehr viele Leute spannend. Das Problem ist, dass den meisten nicht klar ist, dass wir 20 Terawattstunden pro Jahr an Atomstrom produzieren und verbrauchen und dass das huerendammi viel ist.

Was mir aber am meisten zu denken gibt, sind die nicht erreichbaren Ziele. Wie kommt es, dass sich die sonst so nüchternen Schweizer in Füfi-und-Weggli-Gesetz andrehen lassen?

Wer Kopfrechnen kann, durchschaut das in zwanzig Sekunden. Dieses Gesetz verspricht uns:
1) Dass wir alle AKW abschalten und gleichzeitig den Verbrauch an Erdöl reduzieren werden.
2) Die Bevölkerung der Schweiz weiter um mehrere zehntausend Personen pro Jahr wächst und wir gleichzeitig den Stromverbrauch des Landes um die Hälfte reduzieren werden.
3) Der öffentliche Verkehr weiter schrankenlos wächst und dieses Wachstum mit smart grid, Sonnendächli und Windturbinen angetrieben wird.

Offensichtlich kann man so etwas den Stimmbürgern als „Strategie“ andrehen. Wir leben in einer irren Traumwelt, wenn das irgendjemand ernst nimmt. Ich gehe davon aus, dass die Stimmbürger die Ziele nicht wirklich zum Nennwert nehmen. Dass man ihnen das Blaue vom Himmel verspricht, gibt ihnen vielleicht ein gutes Gefühl, dass die Zukunft geregelt wird.

Also, wer regelt nun diese unmögliche Zukunft?
Ich bin verblüfft, dass schon am gleichen Tag die Lösung recherchiert ist: Die Sonntagszeitung brachte gestern einen ausführlichen Artikel darüber, wie die Elektritätswirtschaft einem staatlichen Regime unterworfen werden soll. Augenscheinlich sind die Parlamente seit mehreren Monaten aktiv dabei, um mit umfangreichen staatswirtschaftlichen Eingriffen die Versorgungssicherheit des Landes sicherzustellen.

Die Parlamentarier auf breiter Front wussten demnach sehr genau, während einer am Werweissen ist, ob er das Füüfi oder das Weggli oder beides will, fällt ihm am Schluss beides aus den Fingern und in den Dreck!

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2 Gedanken zu „Das Füfi und Weggli-Gesetz.

  1. 1. Die Gegner wollten den gesamten Strom der altershalber abgestellten AKW importieren. Billiger ist das sicher.
    2. Falschaussage: Sparziele sind pro Person, nicht gesamtverbrauch. Man kann sich auch als Gegner einmal informieren.
    3. Der ÖV verbraucht 8% des Strom. Das kann effektiv nicht gesenkt werden.

    Aber Deine Meinung ist als, wenn ich das zusammenfassen darf: Die Ziele sind zu ambitioniert, also machen wir gar nichts. Da müssen wir gar nicht beginnen und weiterhin aus Öl, Gas und Kohle setzen. Das ist die CH-Energiezukunft. Denn die Gier ist wichtiger als Umweltschutz.

    Ich halte die Ziele für erreichbar, aber wenn wir nur 90% erreichen, so ist das ein sehr guter Wert.

  2. Das Ja ist einfach ein Bekenntnis zum Umweltschutz.

    Aber man hätte das locker auch ohne Subventionen lösen können. Ein einfaches Verbot von Öl, Gas und Kohle hätte genügt. Aber das ist nun einmal politisch nicht umsetzbar.

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