Verpasste Chance.

Vorgestern ist der Grüne Alt-Nationalrat, Ex-Marxist und Gewerkschafter Daniel Vögeli Vau Vischer gestorben. Mit ihm haben wir einen der wenigen verloren, die charakterlich integer genug waren und intelligenzmässig fähig, um die längst fällige Vergangenheitsbewältigung der Schweizer Linken zu führen.

Unbewältigt sind Daniel Vischers infame Äusserungen zum Einmarsch der Sowjets in der Tschechoslowakei am 21. August 1968, als russische Panzer den Prager Frühling niederwalzten und jegliche Hoffnung auf ein menschenwürdiges Dasein in Europas Osten auf Jahrzehnte hinaus vernichteten. Daniel Vischer jubelte damals haltlos: Das sei jetzt das längst notwendige Korrektiv gewesen.

Bekannt wurde Vischer dem breiteren Publikum, als er als Chef der Gewerkschaft der ehemaligen Swissairpiloten solange Streiks organisierte, bis die kurz zuvor neu gegründete Swiss ums Haar auch wieder konkursit war und an die Lufthansa verschenkt werden musste. Dem besser informierten Publikum ist er als Ex-Mitglied der marxistischen Progressiven Organisationen der Schweiz (POCH) bekannt, die sich dann als Grünes Bündnis neu konstituiert haben.

Die Schweizer Linken haben die ganzen 70er Jahr hindurch hart daran gearbeitet, die Schweiz an die Sowjets zu verkaufen. Wer weiss heute noch, wer die Progressiven Organisationen der Schweiz (POCH) waren oder die Revolutionäre Marxistische Liga (RML)? Zusammen mit den Linksextremisten in der SP und bei der SRG habe sie den Kalten Krieg verloren. Die Desinformationskampagnen in den Medien der damaligen Zeit, die ideologischen Säuberungen in den Zeitungsredaktionen wirken aber bis heute nach. Vor allem in Wirtschaftsfragen und in Fragen der Umwelt- und Energiepolitik wurden linksextreme Positionen aus den 70er Jahren zum unreflektierten Standard von heute gemacht. Dass wir vollkommen schutzlos der Einreise zehntausender von illegalen Einwanderern einfach zuschauen, ist direkte Folge der links ideologisierten Denkweise, die unseren öffentlichen Diskurs besetzt und das Nachdenken über Realitäten ersetzt hat.

Die Wahl von Donald Trump hat die Mainstream-Massenmedien aus dem Tagesanzeiger-Konzern auf dem linken Fuss erwischt. Diesesmal sind sie vollkommen wehrlos ausgeliefert einem Vorgang, den sie selber jahrzehntelang bis zur Perfektion vorangetrieben haben: Ist es schlechtes Gewissen oder Altersparanoia, dass die Tagesanzeiger Redaktion im Ernst glaubt, von Moskaus Propagandaministerien erschaffene, in industrialisierter Weise breit gestreute „fake news“ hätten die Wahlen in den USA zum Kippen gebracht?

Wir sind auf Zeitzeugen, auf direkt Beiteligte linke Parteigänger aus der Zeit des Kalten Krieges angewiesen, um diese schlimme Vergangenheit zu bewältigen. Ich merke das bei meinen Gesprächen mit jungen Studenten an der ETH: Sie merken sehr wohl, wenn sie angelogen werden. Suchen den Ausweg und das Augenmass, wenn es um Sachfragen der Umweltpolitik geht. Den Rahmen stecken, Realität von Fiktion in diesen alten Geschichten trennen, dazu wäre zwingend die linke Vergangenheitsbewältigung notwendig.

Ex-Radioredaktor Roger Blum hat im Stillen seinen Teil beigetragen und zum Beispiel erklärt, wie es zu der Handschlag-Photo mit Erich Honecker kam. Ein Wirrkopf wie SP Alt-Nationalrat Peter Vollmer wird intelligenzmässig nie dazu fähig sein. Dieser hatte am SED Parteitag dem Honecker vorgeschwärmt, welche unglaubliche Errungenschaften die DDR in Sachen Menschenrechte doch geschaffen hätten. An diesem Gesülze etwas zu ändern, wird Peter Vollmer nie einfallen. Ein Jean Ziegler eiert auch für den Rest seines Lebens noch am Schattenrand seiner Paranoia entlang und geniesst die Aufmerksamkeit als Suppenkasper. Er verdient gut damit, dass er alles beim alten lässt.

Daniel Vischer wird fehlen.

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15 Gedanken zu „Verpasste Chance.

  1. Dein Trugschluss ist, dass der junge Deutsche günstiger ist. Der Punkt ist das Flexibilität und Belastbarkeit, was gerade das grösste Problem bei Hirnverletzten oder sonst Personen mit psychischem Problem ist, eins der entscheidenden Anstellungskriterien in allen nicht stupid repetitiven Funktionen ist. Genauso unmöglich sind Erkrankungen die unkontrollierbar auftretende Absenzen zur Folge haben. Die einzigen Invaliden ohne Jobprobleme sind die z.Bsp. im Rollstuhl sind, aber sonst genauso einsetzbare sind wie alle anderen.

  2. Ich denke nicht, dass der junge Deutsche biliger ist. Aber der Arbeitgeber kann sich der Illusion hingeben, der junge Deutsche sei billiger. Wenn er den billigen, willigen jungen Deutschen nicht mehr einfach so bekommt, dann muss er sich von selber mit dem tatsächlich verfügbaren, fachlich qualifizierten Personal befassen.

    Der Arbeitgeber wird sich halt ohne den billigen jungen Deutschen besser informieren müssen, besser organisieren und genau so gute Geschäfte machen wie bisher.

    Zudem sind dannzumal die Rahmenbedingenungen für alle KMU, die im Staatsauftrag Umweltpolizei machen wieder die gleichen. So müssen sich die Auftraggeber halt gedulden, wenn man sich erst nächste Woche um ihr Anliegen kümmern kann. Oder die Auftraggeber müssen dann halt auch anfangen, vorauszudenken, sich organisieren, betriebsintern sauber zu kommunizieren und halt eine Woche früher daran denken, dass man den Umweltfachmann benötigt.

  3. Die Ausländer werden sowieso in Bereichen geholt, wo kaum bis keine Schweizer zu finden sind. Im Umweltbereich haben wie einen krassen CH-Überschuss und da werden keine Mitarbeiter im Ausland geholt. Das einzige was wir haben ist, dass Ausländer für Aufträge in die CH kommen. Genauso wie z.Bsp. Schweizer nach Frankreich für Aufträge nach Frankreich gehen. In Deutschland / Österreich lohnt sich das in der Regel für Schweizer nicht, da das Preisniveau extrem tief ist, einmal von Ausnahmen abgesehen. Hier einen Dank an den starken CHF 😦
    Die Termine seitens Auftraggeber sind bereits fixiert bevor die Anfrage gestartet wird. Das ist in den Bedingungen der Offerte so vorgegeben. Was Du verlangst mit Terminen ist schlichtweg unmöglich.
    Bsp1:
    Die Termine bei grösseren Bauprojekten werden durch den Bundesrat, Regierungsräte oder den Kommissionen festgelegt, oft dann auch mit Abstimmung in den jeweiligen Parlamenten. Von da an wird auf diesen Termin hin geplant und die Aufträge ausgeschrieben. Genauso bei Kraftwerksbauten, das wird auf Stufe Geschäftsleitung festgelegt.
    Bsp2:
    Bei kleinen Projekten ist, dass ein Umweltfachmann kostet und man seitens Auftraggeber versucht darum herumzukommen. Dann erfolgt eine Auflage während der Baubewilligung und dann muss es schnell gehen, da der Baubeginn bereits festgelegt ist.
    Bsp3:
    Einsprachen verzögern ein Projekt (PS: Sehr viele Umweltprojekte werden durch Einsprachen abgeschossen). Sobald das Gericht entschieden hat, geht das Projekt weiter. Dann ist egal wen Du gerade zu 100% ausgelastet bist.

    Ich habe hier nur gerade ein paar Beispiel zum Umweltbereich gebracht, da dies mein Alltag ist. Aber alle die ich kenne haben kaum Einfluss auf ihre Termine. Egal wo sie arbeiten.

  4. @Hansli
    Bsp. 3 kenne ich von einer anderen Situation her: Berner Gerichte lassen die Fälle anderthalb Jahre lang vergammeln. Dann bekommt man aus dem nichts heraus, ohne Vorwarnung, einen Gerichtsentscheid und muss innert 30 Tagen eine Beschwerde fertigstellen, so als hätte man nichts anderes zu tun. Falls immer möglich versauen einem die Berner Gerichte mit solchem die Weihnachtsferien. Sommerexkursionen werden auch gerne kaputtgemacht mit solchem Shit.
    Allerdings, wenn der Betrieb genug gross ist, dann verteilen sich solche Fälle stochastisch über das Jahr und man kann Reserven einplanen. Du hast ja selber gesagt, dass bei Euch ein ständiger Vorrat an Arbeitslast auf Abruf bereit ist. Im Fall des 40% arbeitsfähigen Behinderten wären dann 10% auf Abruf.

    Bsp. 2: Ich nehme an, solchen Auftraggebern ist dann auch die Qualität der Arbeit egal, weil die Umweltplanung für sie eine lästige Formsache ist.Also kann man schnell, schnell etwas pfuschen, Hauptsache billig. Wenn es schon viel zu viele Schweizer Ökologen auf Stellensuche gibt, so kann man diese ja als Tagelöhner für solche Billigprojekte ausbeuten.

  5. Die Ökobüroszene ist geprägt durch Kleinstbetriebe mit ganz wenigen grösseren (heisst hier so 10 bis 20 Leuten). Also immer noch sehr klein. Oder andere arbeiten in Ingenieurbüros. Und eigentlich ist kaum einer wirklich Ersetzbar durch ein Bürokollege ersatzbar, da jeder ein ganz spezifisches Fachgebiet bearbeitet. Die Ökoszene ist da nicht vergleichbar mit anderen Berufen, da extrem klein.

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