Das Argument des Abends.

Bei der kantonal bernischen Initiative gegen den Lehrplan 21 ist Schlussspurt. Wenige Tage vor dem Ende der Sammelfrist fehlen noch 1000 Unterschriften. Gegen meine sonstigen Gewohnheiten gehe ich von Tür zu Tür und erkläre, dass der Kanton ungefragt den Lehrplan 21 einführen will und dass ich Unterschriften sammle, damit das Volk mitreden kann. So gut ich das kann erkläre ich jeweils, worum es geht. Dann gerate ich in einem Garten an eine Versammlung von Leuten, die ich die meisten nicht kenne. Wenig scheu entschuldige ich mich und sage drei Sätze, warum ich mir erlaube zu stören. Die sind voll mit dabei beim Thema, diskutieren über die Volksschule, wie es sein sollte und was alles nicht funktioniert.

Ein junger Bursche hört aufmerksam zu und antwortet mit einer atemlosen Serie von kurzen prägnanten Argumenten. Er beschreibt sehr treffend, was alles schief laufen würde, wenn der Lehrplan 21 wirklich so wäre, wie ich ihn beschreibe. Viel besser als ich selber, nennt er die Schäden, die der Lehrplan 21 den Schülern zufügen wird. Seine Schlussfolgerung ist ebenso klar:

Das kann gar nicht wahr sein. Unsere Politiker sind nicht so blöd, dass sie so etwas beschliessen würden.

Downloads, zum Herunterladen anklicken bitte:
Unterschriftenbogen auf Deutsch
Unterschriftenbogen auf Französisch

Wer nicht unterschreibt, vertritt nicht die Meinung, dass die Berner Volksschulen gut seien, sondern nur, dass sie so schlecht sind, dass sie gar nicht noch mehr kaputtgemacht werden können. Für sie ist die Schlechtigkeit bernischer Schulen der Beweis, dass das was ich hier als ernstes und übersichtliches Anliegen in wenigen Sätzen vortrage, gar nicht wahr sein könne. So blöd sind unsere Bildungspolitiker sicher nicht, dass sie so etwas wie den Lehrplan 21 einführen! Ich höre das mehrmals. Ich bin voll baff. Was soll ich dazu sagen?

Unsere Bildungspolitiker sind so schlau und verschlagen, dass sie wissen, so etwas wie den Lehrplan 21 kann man nur einführen, wenn man es heimlich, am Stimmvolk vorbei macht. Den Leuten so etwas als sinnvoll und nützlich andrehen, das würde nie und nimmer gelingen.

Immerhin, auch in dieser kritischen Umgebung gewinne ich vier von acht Anwesenden, die mir unterschreiben. Der Erfolg ist die spannende Diskussion, Geschichten zu unserem Bildungswesen, so wie ich mir Geschichten merke und diese sammle.

Zum Glück bin ich bei den ersten Besuchen an Leute geraten, die mich recht gut kennen. So habe ich als Einstieg einen guten Sammelerfolg. Das ermutigt. Teils haben sie als Lehrmeister erlebt, wie Schulabgänger das notwendigste nicht können und darum in die grössten Schwierigkeiten in der Berufslehre geraten. Ihnen ist sofort klar, dass ein Lehrplan, wo die Schüler von Anfang an selber bestimmen was sie lernen wollen, falsche Verhaltensweisen angewöhnt, die später im Leben nirgends mehr funktionieren. Den Eltern muss ich nicht viel erklären. Und die Fünftklässlerin, die da zuhört, fügt an, dass sie vollkommen überfordert wäre in einer solchen Schule.

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