Halbzweidrittel Recht.

Datenschutz gründet in der persönlichen Freiheit, die mir die Bundesverfassung garantiert. Ich darf sehen, was immer eine Behörde über mich schreibt und archiviert und ich kann erzwingen, dass falsche Informationen korrigiert, überflüssige gelöscht werden. Bei der Uni Bern habe ich Akteneinsicht verlangt, nachdem ich merkte, wie bei meiner Ausbildung jeder ein bisschen herumwchlütterlet und keiner wirklich weiss, was der andere tut und viel zu viel Geschwätz herumgeboten wurde, das mit mir und meiner Ausbildung nichts zu tun hatte.

Nach vier Jahren ist das Verwaltungsgericht dann so weit, dass es mir halbganzzweidrittel Recht gibt. Unter dem Strich: Die Uni hat ihren Laden nicht im Griff, verursacht mir als Studenten unnötig einen riesigen Aufwand und am Schluss kostet mich die plumpe Dienstverweigerung von Dr. iur. Christoph Pappa 1675 Schweizer Franken an Verfahrenskosten zusätzlich zu vier Jahren unnötigem Ärger. Die Akten bekomme ich dann doch und ich bin jetzt schon gespannt, was die Leute zu verbergen haben.

Vor fast vier Jahren, am 8. Mai 2011 schickte ich dem Dekan der phil-nat Fakultät ein Akteneinsichtsbegehren verbunden mit dem Antrag, dieses an allenfalls weitere zuständige Stellen in der Uni weiterzureichen.

Acht Monate Leerlauf mit unbedarften Beauftragten des Dekans und eine Rechtsverweigerungsbeschwerde später erhielt ich eine sehr offensichtlich gefilzte Akte. Ein ander mal fand dann die Rekurskommission, sie sei nicht zuständig und trete nicht ein.

Ein weiteres Begehren musste gestellt werden, diesmal an die Universitätsleitung, die mit einer faulen Ausrede fand, man mache das nicht und sowieso. In der Person des Allgegenwärtigen Selbst von Christoph Pappa, Dr. iur, Fürsprecher, Generalsekretär, nach belieben Bevollmächtigtem, fand die Universitätsleitung es nicht einmal für nötig, eine Verfügung zu erlassen. Also braucht es eine weitere Rechtsverweigerungsbeschwerde. Die Erziehungsdirektion findet, es verursache der Uni zuviel Arbeit, wenn sie die Akten zusammensuchen müsse.

Vier Jahre später schafft es das Verwaltungsgericht, mir zu dreiviertel Recht zugeben, dem Kanton die Hälfte der Gerichtskosten zuzuschreiben, und der zwischenzeitlich auch noch beschäftigten Erziehungsdirektion einen Drittel Recht und damit ein bisschen von meinem Geld zu geben.

Vier Jahre Affentheater mit der Uni, für die einfachste, übersichtlichste, mit kurzen Gesetzesartikeln geregelte Selbstverständlichkeit. Jeder Bürger, Untertane, Einwohner darf jederzeit sämtliche über ihn angelegten Akten jedwelcher Behörden sehen und als Photokopie zugestellt bekommen. Ausnahmen sind eigentlich nur, wenn es ein überwiegendes öffentliches Interesse gibt. Das wäre zum Beispiel, wenn die Polizei gegen einen Verbrecher ermittelt, dann braucht sie diesem vernünftigerweise die Akten nicht zu zeigen.

So bleibt die Frage, als was die Uni Bern ihre Studenten einstuft.

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2 Gedanken zu „Halbzweidrittel Recht.

  1. „So bleibt die Frage, als was die Uni Bern ihre Studenten einstuft.“

    In diesem Fall ist die Antwort einfach: Lästig 😛

  2. Mein Eindruck war tatsächlich, dass für viele Professoren die Studenten der lästige Klotz am Bein sind. Sie sind das Alibi, damit sie ihren Lohn bekommen können. Was sie dann mit dem Geld machen, ist die andere Sache. Einige sind zumindest so angefressen, dass sie fleissig forschen. Sie sind für Lehre und Forschung angestellt, so dass in dem Fall wenigstens noch die Pflichten erfüllt werden.

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