Ratlos!

Die Universität Bern hat dank einer grossangelegten internationalen Kooperation mit Forschern aus vielen europäischen Ländern herausgefunden, dass Wälder ihre ecosystem services besser erbringen können, wenn die Vielfalt der bestandesbildenden Baumarten grösser ist als in einer Monokultur von gepflanzten Holzlieferanten.

Das durfte ich letzte Woche zuvorderst auf der homepage der Uni Bern erfahren. Mein Chef in Bern war augenscheinlich massgeblich an dieser bahnbrechenden Entdeckung beteiligt.

Solche Ereignisse machen mich ratlos. Was soll ich damit anfangen?

Zum Glück bin ich zur Zeit an der ETH Zürich als Gaststudent ausquartiert. Da kann ich meine jungen Studienkollegen, die im Fachbereich Wald und Landschaft am D-USYS ihren Master machen, um Rat fragen.

Die gschwellt es vor lauter Gröhlen: „Ja so etwas! Wer hätte das nicht gedacht?“
Ein zufällig anwesender Dozent und sehr erfahrener Forscher bleibt trocken: „Das Rad muss man alle 20 Jahre neu erfinden, sonst läuft es am Ende nicht mehr rund.“

Ja, stimmt, ich habe nämlich auch eine Studie veranstaltet, ich habe Wasser heiss gemacht und festgestellt, dass es zu kochen anfängt, wenn man nur lange genug heizt. Leider hatte ich verpasst, ein internationales Team für die Messungen und für die statistische Auswertung an Bord zu holen und dieses mit entsprechenden Forschungskrediten auszustatten. So hat es dann halt nicht für die Publikation in zwei peer reviewed journals gereicht.

Hier am D-USYS muss ich niemandem mehr erklären, warum ich so überhaupt nichts mehr mit der Uni Bern anzufangen weiss. Die Frage braucht keine Antwort.

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Ein Gedanke zu „Ratlos!

  1. Ja. manchmal ist es überraschend, dass Forschung lediglich den gesunden Menschenverstand bestätigt. Anstatt weit darüber hinaus zu gehen.

    Aber manchmal ist das praktisch, weil es Leute gibt, die selbst so triviale Zusammenhänge anzweifeln, und man dann froh ist, wenn es eine Studie gibt, mit der man das belegen kann. Ein „Das ist doch klar, das muss man nicht extra belegen“, reicht oft nicht.

    Wobei dann natürlich gerne auch das „die Studie taugt nichts“ Gegenargument gerne kommt, das mahct die Sache auch nicht einfacher.

    Für die Titelseite wäre das Thema dann vielleihct doch besser nicht gewählt worden …

    die ETH Zürich ist ausserdem unter den Top 10 der europäischen Universitäten, Bern nicht:

    https://sciencefiles.org/2016/04/16/fast-deutschlandlos-top-10-der-europaeischen-universitaeten/

    Freut euch über den 4. Platz! Aus Deutschland hat es nur die Ludwig-Maximilian Universität aus München geschafft, und das auch nur auf Rang 10.

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