Hirnschiss!

Es geht heute um den Lehrplan 21 – Volksschulen also. Ich mache an dieser Stelle Werbung für die kantonal bernische Volksinitiative „Demokratische Mitsprache – Lehrpläne vors Volk“. Bis 21. Juli 2016 müssen 15’000 Unterschriften gesammelt werden.

Also, liebe Leser, allez hopp, ladet den Unterschriftenbogen herunter! Druckt aus, unterschreibt, klebt die Marke darauf und ab die Post!

Downloads, zum Herunterladen anklicken bitte:
Unterschriftenbogen auf Deutsch
Unterschriftenbogen auf Französisch

Neue Lehrpläne sollen nicht mehr von der Erziehungsdirektion eigenmächtig beschlossen und den Volksschulen übergestülpt werden. Sie müssen zwingend vom Parlament beraten, korrigiert, beschlossen und dem fakultativen Referendum unterstellt werden. Das verlangt die Initiative.

Wir Akademiker haben bereits die Bolognareform erlitten. Die Bolognareform wurde genau gleich wie jetzt der Lehrplan 21 auf administrativem Weg von den Erziehungsdirektoren am Parlament vorbei und über die Köpfe des Lehrpersonals hinweg ohne jede Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Studenten aus rein ideologischen Gründen erzwungen.

Wir haben als Vorkoster diesen Schlangenfrass vorgesetzt bekommen. Er kommt uns als grüne Galle wieder hoch mit dem ganzen unverdauten Geschnetzelten, den man uns an der Uni hinunterwürgte. Wir sollen an den Volksschulen nicht das ganze Debakel wiederholen. Junge intellektuelle Erwachsene können möglicherweise die Defekte der Bolognareform kompensieren. Aber Kinder in der Volksschule sind dem totalen Hirnschiss unserer Erziehungswissenschaftler wehrlos ausgeliefert.

Ah ja, richtig, den Rest schreibe ich morgen noch. Also bitte kommt morgen noch einmal vorbei. Sobald ich ausgeruht bin, erzähle ich Euch auch noch, warum die Absichten der Autoren des Lehrplan 21 zum Scheitern verurteilt sind, dass wir das Geld dafür gar nicht haben und auch, dass der Lehrplan 21 dieselben alten Experimente kopflos wiederholt, die man seit Anfang 70er Jahre alle 15 Jahre wieder hervorkramt und jedesmal erfolglos abbricht und dass die Jungen von heute längst wissen, dass es ein Schwindel ist.

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3 Gedanken zu „Hirnschiss!

  1. Die Bolognareform hat nichts negatives gebracht. Und das was ich an der ETHZ und UZH beurteilen kann war positiv. Und Politiker die sich in den Lehrplan einmischen kann ganz sich nicht gut herauskommen.

  2. Die ETH Rektorin Sarah Springman hat sich diesen Sommer in zwei Interviews zur Bolognareform geäussert.

    Es ging um die sogenannte „critical thinking“ Initiative. Die ETH Studenten sollen zum kritischen Denken angeregt und angeleitet werden. In diesen Interviews äussert Sarah Springman sehr detailliert welche Regulierungen aus der Bolognareform den Studenten das eigenständige Denken abgewöhnen und sie bei ihrer intellektuellen Entwicklung behindern. Sie erklärte, dass die Professoren sich in speziellen retreats darum kümmern und neue Ideen entwickeln werden, um die infantilisierenden Auswirkungen der Bolognareform zu beheben.

    Die ETH ist sehr erfinderisch, wenn es darum geht, so zu tun, als hätte man noch das Bolognasystemk während man es Schritt um Schritt demontiert. Am D-USYS gibt es zum Beispiel neuerdings die „unbenoteten Semesterleistungen“. Das widerspricht den Vorgaben der Bolonga-Richtlinien, wo learning outcomes im voraus definiert und im hinterher überprüft und benotet werden müssen.

    Studenten machen sehr aufmerksam, mit viel Eifer und grossem Lernerfolg bei diesen unbenoteten Praktika und Exkursionen mit. Sie lernen dort selbständig zu denken, ohne ständig die Angst vor Fehlern und vor Kritik im Nacken zu haben.

  3. Vor der Bolognareform war von eigenständigem Denken nichts zu spüren. Ich habe da sogar noch an den Schlussprüfungen ausser in einem Fach stupide Formeln heruntergeleiert. Gerade an dem jetzigen D-USYS kamen solche Angebote erst mit der Bolognareform. An der UZH war es kaum besser.
    Und wer jetzt behauptet die Studis rennen nur den leichtesten Punkten nach, der glorifiziert seine Studienzeit. Auch damals rannten gleich viele den einfachsten Testaten nach.
    Wenn ich tauschen könnte, würde ich viel lieber heute in ZH studieren. Breiteres Angebot aus zwei Unis. Obwohl ich heute an die UZH gehen würde, da man an der ETHZ die Ökologie zu stark abgebaut hat. Zudem hat die ETHZ immer noch die 6-monatige Abschlussarbeit, die ein Stolperstein für die zukünftigen Berufsaussichten darstellt.

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