Danke!

Danke allen, die ich in den letzten zwei Wochen begleiten durfte!

Sechs Tage in zwei Wochen, vier verschiedene Übernachtungsorte, sieben Exkursionstandorte, drei Kantone, eine richtige roadshow über mehr als 400 km, quer durch die halbe Schweiz — das war die Gebirgswaldexkursion mit den Masterstudenten von der ETH.

Junge, lebendige, senkrechte Studienkollegen, wie ich sie seit einem Jahr kennenlernen durfte, die mir vertrauen, meine Fragen beantworten und nie an meiner Aufrichtigkeit zweifeln, mehr und besseres könnte ich nirgends finden.

Vielen Dank, ich bin gerührt.

Was ich als ordentlicher Student an der Uni Bern mit viel Einsatz vergeblich gesucht hatte, finde ich als einfacher Hörer an der ETH: Professoren und Dozenten, die ihren vollen Einsatz geben für den Erfolg Ihrer Schützlinge. Neugierige, aufmerksame, kritisch fragende, leistungsfähige Studenten, mit immer neuen Ideen, neuen Beiträgen, um keinen Kommentar verlegen, jederzeit bereit, das ganze noch einmal neu durchzudenken. Ich durfte dabei sein, Fragen stellen, mitdenken, meinen Hintergrund aus einer ganz anderen Ausbildung als Geobotaniker und Pflanzenökologe einsetzen, teilen, was ich zu geben habe. Wenn ich am Schluss des Tages kaputt war, verschnaufen musste, da war (fast) immer jemand, der mir Unterstützung anbot, mir die Ruhe verschaffte.

Regelmässig jammert die Uni Bern, sie habe halt nicht so viel Geld wie die ETH und könne darum keine so Superbetreuung leisten. Die Wahrheit ist eine andere: An der Uni Bern, dort wo ich studiere, wurstelt jeder vor sich hin, keiner kümmert sich einen Dreck, was aus den anderen wird. Den meisten Professoren ist der Bildungserfolg der Studenten egal, wenn sie denn überhaupt noch zur Arbeit erscheinen und nicht einfach ihre eigenen Vorlesungen schwänzen.

Das hier ist anders: Alle kraxeln die steilsten Abhänge hinauf, die meisten fit und stetig, ein paar wenige ab und zu etwas am Keuchen und da ist der eine ganz verrückte, immer in Bewegung, rennend, hinauf, hinunter, und wieder hinauf wie eine Gemse und nicht wie ein angehender Förster und Waldwirtschafter.

Für mich war es ein langer und steiniger und durstiger Weg: Vor vier Jahren wurde ich vom Leiter der pflanzenökologischen Alpenexkursion der Uni Bern planmässig aus der Exkursion hinausgemobbt, mit nichts als meiner Behinderung als Vorwand. Ich war abhängig von jener Provinz-Universität: Allein von meinen gesundheitlichen Einschränkungen her, war es weit jenseits meiner Möglichkeiten, anderswo mitzumachen. Ich habe nicht nachgelassen, mich verbessert, mein Rayon erweitert, Lösungen entwickelt, eingeübt, trainiert bis ich das hier mitmachen konnte. Der Aufwand hat sich gelohnt, strategisch stimmen meine Entscheide. Die Uni Bern tritt am Ort, sie verschlampt es, den Saustall auszumisten und endlich für einen geordneten Lehrbetrieb am Institut für Pflanzenwissenschaften zu sorgen.

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