Wenn Sie schon googlen möchten…

In einer Kommentarseite der Bernerzeitung empfiehlt Leser R. Gerber, man möge doch googlen nach „Jürg Brechbühl, Ökologiestudent, Uni Bern“ Dort könne man dann herausfinden, was davon zu halten sei, wenn dieser Student der Ökologie findet, der Kanton Bern könne locker dreiviertel seiner Beamten entlassen und wir täten keine Einbusse in unserem Leben erfahren.

Richtig, Ihr seid hier richtig, ich bin es, der ewige Student, das Feinbild überqualifizierter Rektoratsdienste, besserwisserischer Parlamentarier, der Schrecken von pflichtvergessenen Professoren! An der Uni Bern studiere ich Biologie. Um es ganz genau zu sagen, so ist es die Pflanzenökologie, in die ich mich spezialisiert habe.

Ausführlich werde ich von den BZ-Kommetnarschreibern belehrt, dass auch Polizisten, Richter, Krankenschwestern, Spitalärzte, Universitätsprofessoren, Uniassistenten alle zusammen Kantonsangestellte seien. Vollkommen bodenlos unwissend, wäre meine Phantasie, man könne locker dreiviertel der Beamten entlassen, ohne dass wir deren Fehlen bemerken täten.

Mir geht als ganz allererstes um folgendes: Wo immer ein Spitalarzt, eine Krankenschwester, ein Universitätsprofessor, eine Primarlehrerin, ein Polizist ihre nützliche Arbeit machen, dort ist auch eine Mannschaft von Verwaltern, Beamten, Qualitätssicherern, Amtsjuristen, Aktenschiebern, Bürogummis, Memo-Verfassern, email-Zirkulierern, die alle zusammen nichts weiter zu tun haben, als die produktiv Werktätigen mit ihrem Besserwissertum zu belästigen, ihnen im Weg zustehen, ihnen die Zeit zu stehlen.

Krankenschwestern in den Spitälern verbringen heutzutags einen Drittel ihrer Arbeitszeit damit, Formulare auszufüllen. Andere Staatsangestellte haben dann den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als diese Formulare zu sortieren, zu sichten, zu kontrollieren, weiterzureichen an andere, die dieselben Formulare sichten, kontrollieren, kommentieren und sie weiterleiten an Leute, die aufgrund der Formulare Statistiken erstellen, Massnahmen treffen, neue Formulare in Auftrag geben.

Wenn nun Leser urs berger recherchiert, dass von 18’000 Kantonsangestellten ein Drittel bei der Uni arbeitet, und ein Viertel bei Justiz und Polizei, dann sieht das nur auf den ersten Blick so aus, als würden wir uns ins eigene Fleisch schneiden, wenn wir diesen Betrieb ausreuten. In Wahrheit könnten wir dafür sorgen, dass die verbliebenen Staatsangestellten dann das machen, wofür wir sie bezahlen: Kranke behandeln, Kinder und Erwachsene unterrichten, Verbrecher und Terroristen jagen und einlochen.

Und nicht zu vergessen, auch das Geld, das für die überflüssigen Staatsbeamten ausgegeben wird, muss verwaltet werden. Wenn wir schon den ganzen aufgeblähten Apparat dezimieren, dann müssen auch weniger Beamte losziehen, um Geld einzukassieren, Geld zu verwalten, Kasseninhalte nachzuzählen, Budgets auszuarbeiten, Sparvorschläge zur Vernehmlassung zu verschicken, Quittungen am Schalter auszustellen und dieselben Quittungen mit der nächsten Steuererklärung wieder zu kontrollieren.

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