Von wegen Globalisierung und Nachhaltigkeit.

Ich erinnere die Zeiten, als wir am Sylvester um 23.55 das Stubenfenster aufmachten, uns weit hinauslehnten, um die Glocken im Dorf oben zu hören. Um Viertel nach zwölf telefonierten wird dann dem Grosi nach Bern und gratulierten zum Neuen Jahr. Dieses hatte sich für die Sylvestershow mit meinen Tanten vor dem Fernseher versammelt. Heute machen wir möglichst frühzeitig alle Löcher zu, um unsere Hunde vor dem schrecklichen Geknalle zu schützen und das Mueti schläft schon seit neun Uhr und hat sich extra ein neues Truckli Ohropax besorgt.

Und was ist der Unterschied: Die Glocke ist Qualitätsware, hergestellt in der Schweiz, aus rezyklierfähigem Material, umweltneutral…. Das Feuerwerk hat ein chinesischer Billigstarbeiter für 50 Rappen pro Tag gemacht und über die Umwelthygienevorschriften an seinem Arbeitsplatz will ich lieber gar nichts wissen.

Fernseher? Gibt es das noch?
Richtig, das ist dort wo die ökofaschistischen Propagandisten von den linken und grünen Parteien ständig von Globalisierung und Nachhaltigkeit schwafeln und davon, warum sie uns alles und jedes im Alltag vorschreiben und alles andere verbieten wollen.
Selbstverständlich kommen diese Ideologen sich mit solchem selber in den Weg. Denn Globalisierung, das bringt ja die glückbringende Sorte gesellschaftlichen Wandels, die uns Modeströmungen und linker politischer Indoktrination ausliefern. Nachhaltigkeit, das hiesse am Ende noch, sich auf traditionelle Werte besinnen und das darf natürlich nicht sein, weil sonst ist man ja richtig konservativ.

He nu, meinen neuerdings sehr zahlreichen Lesern, es guets Nöis!!

Advertisements

8 Gedanken zu „Von wegen Globalisierung und Nachhaltigkeit.

  1. @Hansli

    Du beschreibst die Situation aus den anderen Kantonen. In Bern kommt es mir nicht so schlimm vor, wie Du das beschreibst. Deine Zusammenschau gibt mir den Eindruck, dass die Naturschützer einfach die schwächsten sind, wenn sich die Bürger gegen den Schützerwahn der classe buraeucratique zur Wehr setzen, dann ist ihnen gleich, wo sie am ersten draufhauen. Es muss einfach gehauen sein und augenscheinlich sind dann die Naturschützer, die als erste einstecken.

    Ich sehe das in der Forschung. Die gesamte Aufmerksamkeit, Millionbeträge werden in der Klimaalarmistenforschung verpufft. Aus meinem Fachgebiet fehlt an allen Ecken und Enden Geld um drängende Fragen zur Populationsbiologie gefährderter Arten, zum Genfluss und Gendrift in kleinen Populationen oder zum Sozialverhalten von Rehen oder der Ausbreitung von seltenen Baumarten zu erforschen.

    Warum? Mit Klimahysterie kann man den Stimmpöbel manipulieren. Die Ökofaschisten können sich auf die Weise ihre politische Machtposition erschaffen. Mit Heuschrecken, Blümlein, Rehlein, Weisstannen, da gewinnt man in den sensationsgeilen linken Medien keine Kränze.

    Die gewöhnlichen Bürger hingegen, die müssen ihren Freiraum verteidigen. Wenn sie es in der Energiepolitik nicht können, dann gehen sie halt auf die schwächsten los, das sind dann wieder Heugümper, Bachforellen, Weisstannen und Blümlein.

    Im ganzen sind die Ökofaschisten die Schreihälse, die die Stossrichtung festlegen. Die Bürger müssen dann schauen, wie sie noch davonkommen.

  2. Die Naturschützer haben einen schweren Stand gegen die Gier und nicht wegen irgendeiner Beamtenkaste. Die übrigens unter massiven politischen Druck stehen. Wenn in Deinem (und meinem) Fachgebiet Gelder für Rehlein fehlen, dann hat nichts aber auch gar nichts mit irgendwelcher linken Politik gemeinsam. Das waren keine Linken die diese Gelder gekürzt haben. Das waren SVP, FDP und CVP. Aber wenn das für Dich Linke sind, bitte. Der Grund für diese Kürzungen war politisch. Ersten weil man kein Forscher im Feld haben will, die könnten sonst noch irgendetwas schützenswertes finden, oder eine Schweinerei aufdecken. Zweitens müssen für den Steuerwettbewerb allgemein die Ausgaben gekürzt werden.
    Der Klimawandel ist eins der gravierendsten Probleme. Das dort Gelder fliessen ist klar, für die Verteilung der begrenzten Gelder müssen Prioritäten gesetzt werden. Zugegebenermassen wird nun jedes Projekt unter diesem Titel verkauft. Aber das war vorher auch nicht anders. Jeder Forscher hat immer versucht sein Thema mit dem gerade aktuellen zu verknüpfen. Erfolgreiche Geldeintreiber wissen wie man ein Thema verkaufen muss. Übrigens ist das nicht das wichtigste aktuelle Thema (Evolution wäre wichtiger). Da alle anderen Gelder mit wenigen Ausnahmen versiegt sind, sind die Forscher auf den SNF angewiesen. Da werden Projekte unterstützt die gerade in den Top Zeitschriften angesagt sind (eben diese aktuellen Themen). Für die Forscherkarriere ist nun einmal der Impactfaktor das wichtigste, genauso für das Uniranking, genauso für die Evaluation des SNF. Das gesamte System ist auf diesen Impactfaktor-Wettbewerb aufgebaut. Die Politik will international erfolgreiche Unis. Das haben die CH Unis erfüllt, die von A bis Z darauf ausgerichtet wurden. Denn etwas das nicht dem Wettbewerb ausgesetzt ist, kann gar keine guten Resultate liefern. Das ist die Ideologie von Rechts und nicht von Links. Klar erzeugt das bessere Resultate als kein Wettbewerb, aber man kann den gesunden Wettbewerb auch pervertieren. Lustig ist nur, dass die bürgerliche Klientel wie die Landwirtschaft vom Wettbewerb ausgenommen wurde….
    Ökologie im klassischen Sinne ist tot, genauso die Systematik, die Limnologie, etc. Eigentlich so ziemlich alles was in der Praxis gebraucht wird. Das wird sich auch nicht ändern. Denn für die wenigen Ökologenstellen findet man immer noch genügend qualifizierte Leute (mit PhD und PostDoc-Erfahrung). Da ist kein Druck vorhanden irgendetwas zu ändern.

  3. Das Unbehagen der ländlichen konservativen Bevölkerung hat rein gar nichts mit links oder grün, Ausländer oder EU gemeinsam. Das ist nur die Ablenkung der rechtsnationalen Propaganda um Stimmvieh zu generieren. Denn eigentlich wissen alle: Die ländliche CH ist pleite, ein eigentlicher Sozialfall. Wir haben eine top Infrastruktur ins abgelegenste Tal, wo die Bewohner einer subventionierten Tätigkeit nachgehen. Das kann langfristig niemand bezahlen, wir waren da weltweit eine Ausnahme.
    Jetzt brauchen wir nur noch einen Anlass um den Todesstoss zu versetzen. In nächster Zeit kommen da eine lustige Zwickmühlen auf uns zu. Bald werden wir über die Unternehmenssteuerreform III abstimmen. Ja oder Nein bedeutet Ausfälle in Milliardenhöhe. Irgendwer wird das bezahlen. Denn Kompensation durch Wirtschaftswachstum ist wegen Annahme der MEI gefährdet. Das wird ein lustiger Verteilkampf werden.
    Irgendwann wird uns für den ländlichen Luxus das Geld ausgehen. Eine ungemütliche Situation die zu sinnlosen Trotzreaktionen führt, weil man die Wahrheit nicht akzeptieren will.

Was Du denkst:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s