Verfahrensdisziplin.

Diese Angelegenheit ist an sich einfach und übersichtlich. Ich darf sämtliche Akten sehen, die von welcher Bernischen Behörde auch immer über mich gesammelt, bearbeitet, archiviert werden. Behörde ist auch die Uni Bern. Doch dort meint man, ausserhalb des Gesetzes zu stehen. Dafür ist man dann beleidigt, als ich ein Beschwerdeverfahren bei der Erziehungsdirektion in Gang bringe.

Das bernische Datenschutzgesetz übernimmt auf kantonaler Ebene, was ansonsten vom Bund geregelt wird. Das Akteneinsicht hat schriftlich, in Form von Fotokopien oder Ausdrucken kostenlos innerhalb von 30 Tagen zu erfolgen. Es gibt wenige Gesetze in der Schweiz, die so einfach und so übersichtlich sind (vielleicht noch die Produkthaftung oder die Behindertengleichstellung).

Sauber, könnte man meinen, die Uni ist eine bernische Behörde und ich habe mein Gesuch am 18. Mai 2012 abgeschickt [!!!]. Einmal erhielt ich nach 8 Monaten eine gefilzte Akte, nachher nichts mehr. Die Fakultät trödelt, der Rechtsdienst des Rektorates schleicht sich davon. Also bleibt nichts übrig, als bei der Erziehungsdirektion zu reklamieren. Auf einmal hat man Zeit: Der Chef des Rechtsdienstes persönlich, der Dr. iur. Christoph Pappa, schreibt der Erziehungsdirektion, sie solle doch bitte die Verfahrensdisziplin wiederherstellen, meine Äusserungen seien despektierlich. Ein weiteres mal ist es also so: Die Uni erledigt ihre ganz natürlichen, einfachen überschaubaren Aufgaben nicht. Aber sie findet Zeit, eloquent, in flüssigem Sprachstil, mit zahlreichen Zitaten aus meiner Rechtsschrift sich zu beklagen. Man ist indigniert.

Da muss man wirklich ganz fest blinzeln, mit beiden Augen, wenn man sich das vorstellen will. Bei meiner Gleichstellung als Behinderter dauerte es von Februar 2011 bis Dezember 2013 bis die begriffen hatten, worum es geht. Ich musste mit dem ganz grossen Schlegel pfählen! Die Überführung in das Masterstudium haben sie seit Mai 2012 noch immer nicht in Griff bekommen. An einer so einfachen Sache wie vollständiger Akteneinsicht chlütterlen die Verantwortlichen der Uni Bern 32 Monate herum, bis sie herausfinden, dass sie im Grunde genommen beleidigt sind weil der Brechbühl daherkommt und seine Rechte fordert.

Die ganz grossen Aufgaben aber haben sie noch vor sich: Meine Forderung, dass ordentliche Professoren gefälligst während des Semesters an der Uni anwesend zu sein haben, persönlich zu unterrichten und die Leistungskontrollen abzunehmen haben. Und richtig, im Bolognastudium gibt es „learning outcomes“ – Leistungskontrollen sind nicht einfach fröhliche Spiele ohne Grenzen, sondern sie dienen dazu festzustellen, ob die Kandidaten die Fähigkeiten erworben haben, die in der Kursausschreibung beschrieben sind. Das ist natürlich eine Selbstverständlichkeit an jeder anderen Uni. Leider aber, bei Staatsjuristen, die schon mit Akteneinsichtsicht an ihre Leistungsgrenzen kommen, da darf man dann nicht allzuviel verlangen, wenn es um das Bildungsrecht geht.

Kurz gesagt: Was die Uni Bern mit mir macht, ist nicht normal. Die treiben das Berner Behördentum auf die Spitze und sind beleidigt, wenn unsereins nicht applaudiert.

Advertisements

Was Du denkst:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s