Der Stand der Irrtums.

Haben Immissionen aus der Luft europaweit einen Einfluss auf den Zustand des Waldes?

Der aktuelle Stand (De Vries et. al. 2014) aus dem ICP Forests monitoring ist, dass die unterschiedliche Anwendung der Methoden in den verschiedenen Ländern den grössten Teil der Varianz in den Daten erklärt. Der Waldzustand wird anhand unspezifischer Parameter erhoben (Blatt- bzw. Nadelverluste), so dass eine Reihe von confounding factors die Korrelation mit möglichen Ursachen (Klima, Bewirtschaftung, Luftverschmutzung, Ozon, Säure-, Nährstoffeintrag) erschweren. Ein Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Blattverlust konnte nach 30 Jahren Dauerbeobachtung nicht nachgewiesen werden. Die Luftverschmutzung beeinträchtigt den Waldzustand höchstens zeitlich und örtlich begrenzt.

Reductions in N and S deposition observed over the
last 10–15 years are reflected in a decrease of foliar
N and S contents and dissolved SO4, NO3,Al and
Bc concentrations. Since both Al and Bc decrease
with a decrease in acid deposition, the Bc/Al ratio
stays mostly rather constant.

Climatic factors and in particularly drought stress,
appear to be primary drivers for forest crown condi-
tion variations, while air pollution effects appear
limited in time and space.

de Vries W, Dobbertin M H, Solberg S, van Dobben H F, Schaub M (2014) Impacts of acid deposition, ozone exposure and weather conditions on forest ecosystems in Europe: an overview. Plant and Soil, 380: 1-45. [10.1007/s11104-014-2056-2]

Gefunden bei der WSL.

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23 Gedanken zu „Der Stand der Irrtums.

  1. @Hansli ja, das alles vergisst man nur allzu leicht. Die historische Bausubstanz bröselt auch hier, die Düngewirkung des NOx (auch Schwefel wirdk als Dünger) ist Teil der Schadwirkung, weil die Plfanzen dadurch anfälliger für Krankheiten werden.

    Was mich etwas wundert ist das Problem der Kohlensäure für die Schalentiere im Meer. Scheinbar waren die Meere schon wesentlich sauerer als heuet, auch der CO2 Gehalrt der atmosphare war schon einmal viel höher. Wie haben es die Lebewesen damals geschafft, Kalkskelette und -schalen auszubilden?

    Aber ich weiss von den Befunden, dass einige Schneckenarten demnächst Nackschnecken werden, weil sie keine Gehäuse mehr bilden können (bzw. gar nicht Lebensfähig sind, und damit aussterben werden) – die Antwort auf obige Frage hilft dem heutigen Getier nicht, und ist nur für mich von Interesse. Oder sagen wir so – wenn der Wandel langsam genug passieren würde, könnten sich die Schalentiere dann anpassen?

  2. @gedankenweber Die Organismen haben eigentlich eine grossartige Anpassungsfähigkeit falls die Veränderungen langsam ablaufen. Bei schnellen Ereignissen können sich einige ebenfalls anpassen, aber viel auch nicht. Daher ist eine Aussage welche Arten aussterben, welche nicht, unmöglich zu treffen. Die Versauerung der Ozeane und deren Auswirkungen ist auch eine neuere Entdeckung. Was das nun bedeutet wird die Zukunft zeigen und wird vermutlich wie vorher beschrieben Art spezifisch sein.
    Bezüglich Klimawandel kann nur eine grobe Aussage getroffen werden. Arten der gemässigten Breiten haben dank den Jahreszeiten eine bessere Anpassungsfähigkeit. Je näher dem Äquator mit geringen Umweltfluktuationen, desto schlechter. Aber das ist nur eine ganz grobe Aussage. Jede Art hat eine individuelle Anpassungsfähigkeit und Artspezifische Aussagen bedingen Untersuchungen auf Artniveau. .
    Was das ganze noch schwieriger macht sind die Verkettungen. Bsp.: Ist eine Pflanze auf ein bestimmtes Insekt als Bestäuber angewiesen, müssen beide Arten sich anpassen können. Das ist noch eine einfache Interaktion.

  3. @hansli

    „Was das ganze noch schwieriger macht sind die Verkettungen. Bsp.: Ist eine Pflanze auf ein bestimmtes Insekt als Bestäuber angewiesen, müssen beide Arten sich anpassen können.“

    bei uns hier gibt es ein „Timing Problem“, weil manche Organismen auf Wärme reagieren, und andere auf Tageslänge.

    Das problem war, dass die Bäume jetzt früher Blätter treiben, und damit auch Raupen früher die Bäume befallen.

    Eine Vogelart, die sich wohl an der tageslänge für die Brutzeit orientiert, brütet im Verhältnis jetzt zu spät, und die Raupen sind nicht mher verfügbar als Futter, wenn die Jungen schlüpfen, weil sie sich zu der Zeit danns schon verpuppt haben – früher waren die Raupen gerade dick und fett, wenn die kleine Vögel schlüpften.

    Es sind vielerlei Probleme die sich hier auftun.

    In der Taiga ist eine „Wanderung“ des Buschgürtels im Gange, nordwärts. Das geht, weil die Büsche reltiv schnell wachsen, und sich im Norden schnell genug Buschland bildet, währnd es im Süden abstirbt. Bäume haben einen langsamern Zyklus und können nicht so schnell folgen – also die Zeit bis aus einem Sämling ein Baum wurde, der wieder aussamen kann, ist zu lang, um eine schnelle Wanderung wie die des Buschgürtels zu erlauben.

    Weltweit ist der Umbruch schon sichtbar. Wie es alles endet ist völlig offen. Irgendwann wird sich schon ein neues Gleichgewicht einstellen, nur wie es aussieht kann glaube ich, im Moment niemand sagen.

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