Die Heidi Sisters.

Ein paar von den Blogs überschlagen sich wieder einmal in der Übung politischer Korrektheit, die sie dann als „nettiquette“ verbrämen.

Dazu mein belustigter Einwand: Ich habe mir gestern abend wieder einmal den „Blues Brothers 2000“ Film angeschaut. Ich fragte mich auf einmal, wie nur würde Blues Brothers 2000 aussehen, wenn der in der politisch korrekten Schweiz gedreht würde? Vermutlich wären wir dann bei den Heidi Sisters — alle würden handörgelen, hudigäägelen, mistträppelen. Dort wollen uns die Linken haben, dann wären wir zumindest politisch korrekt, putzig und ohne eigene Meinung.

Man muss sich all das vergegenwärtigen, was die Geschichte dieses Filmes lebendig macht: Den ganzen Sexismus (Frauen sind entweder leicht bekleidete Sexbomben oder fett oder katholisch), Rassismus (african americans sind ausnahmslos emotionsgesteuert bis hin zum Polizeikommandanten), Ausländerfeindlichkeit (alle Russen sind bildungsferne, schiesswütige Mafiosi), Blasphemie, Diskriminierung religiöser Minderheiten (Anhänger von Naturreligionen sind Menschenfresser), Berufsgruppen werden diffamiert (Musiker sind entweder schlechte Musiker oder aber kriminell) und richtig, die Amerikaner haben es lustig. Wo kämen wir hin, wenn nicht zum mindestens alle Amerikaner militaristische, imperialistische, reaktionäre, ignorante Deppen wären?

Einen solchen Film in der Schweiz drehen? Die Emanzen könnten sich ereifern, die Gleichstellungsbeautragten müssten 24h-Telefonseelsorge für geschundene Schweizerinnen einrichten, die Rassismuskommission würde gerichtliche Klagen lastwagenweise in alle Kantone ausliefern, die Daniel Vögeli-V Vischers könnten auf Demos ins Mikrofon söiferen und die Tagi-Presse könnte eine ganze Kompanie von Polit-, Emanzen-, Blog-, Kommentar-JournalistInnen Amok laufen lassen. Das Schweizer Staatsfernsehen würde natürlich zu alledem Live-Schaltungen einrichten, das Schweizer Radio könnte Ursula Hürzeler aufbieten und die fände sicher in Berlin, Potsdam oder Frankfurt einen akademisch gebildeten Experten für Interviews zu diesem völkerrechtswidrigen Grossaufstand. Richtig, Greenpeace könnte eifrig Mitglieder werben mit all dem Motorenöl, das aus den gecrashten Autos ausgelaufen ist und Professor Stocker würde sich aufrecht vor die Kamera stellen, in gemessenem Tonfall den Weltuntergang androhen, weil auch nachher noch genug Autos auf Schweizer Strassen unterwegs sind.

Ich will damit meinen, dass die politsch korrekte links-intellektuelle Schweiz in ihren Reaktionen berechenbar, stereotyp, phantasielos und endlos bünzlig ist.

Ja, was jetzt, spinnt’s dem Jürg? Queen Moussette ist doch gut gebaut und dazu ordentlich angezogen! Nur leider ist sie keine Frau, sondern eine menschenfressende, 130-jährige Voodoo-Hexe.

Diesen Beitrag habe ich der glühenden Verfechterin politisch korrekter Bildungspolitik vom NZZ-Campus gewidmet, der Redaktorin Anna Chudozilov.

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