Die kleine Freude im Biologenalltag.

Ich kann es nicht lassen. Aber Schadenfreude ist immer noch die beste Freude. Die Lästernachbarin, diejenige, die sich über mich als „Chaos-Gärtner“ lustig machte, die hat nie Unkraut in ihrem Salatbeet. Jäten gesehen habe ich sie auch nie, dafür schön präzise mit einem kleinen reservierten Giesskännlein hantieren. He nu, im selben Salatbeet steht auch ihr Johannisbeerstrauch. Der ist sauber entlaubt, hat wohl zuviel round-up erwischt.

Derweil bin ich schon bei der Brombeerernte und wöchentlich gibt es eine neue Portion Austernseitlinge.

Rechts Austernseitlinge auf Sägemehl, links Brombeeren, im Hintergrund Gladiolen vor dem Aufblühen, im Vordergrund Rotklee als Gründüngung.

Rechts Austernseitlinge auf Sägemehl, links Brombeeren, im Hintergrund Gladiolen vor dem Aufblühen, im Vordergrund Rotklee als Gründüngung.

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3 Gedanken zu „Die kleine Freude im Biologenalltag.

  1. Mach doch mal eine Bildreportage über deinen Garten, mit Erklärungen. Würde mich sehr interessieren 🙂

    Gestern habe ich einen Brombeerwildling aus dem Blumebeet in die Nähe des Zauns versetzt. BIn gespannt was daraus wird. Manche von den Wildlingen bringen später ganz ordentliche Beeren, aber ich weiss jetzt natürlich noch nicht wie dieser hier werden wird.

    Meine Gladiolen haben jetzt den Dschungel aus Melisse und Gurken überwunden, und blühen stärker als je zuvor. Denen scheint der Platz zu gefallen.

    Zum Glück habe ich keine so pingeligen Nachbarn. Mein Garten wird erstaunlicherweise gelobt, obwohl er auch ganz schön ein Dschungel ist. Vor allem der Rettich den ich blühen lassen habe, um Samen zu gewinnen, ist ein Riesendickicht aus Stängeln und Schoten geworden. Hätte ich früher gewusst, dass die jungen Schoten essbar sind, hatte ich Salat aus einem Teil davon gemacht 😉

  2. @gedankenweber, Leider ist mein Garten sehr klein, vieles ist noch nicht so eingewachsen, wie ich es will. Als ich anfing war die Erde lehmig, hart, schlecht durchlüftet. Ich habe mich an meiner geobotanischen Ausbildung orientiert und vor allem Pionierpflanzen und krautiges angesäht, nicht nach dem Ertrag, sondern nach der Funktion im Ökosystem.

    Jetzt wo alles im Boden lockerer wird, suche ich einen Weg die dritte Dimension nach oben zu erobern. Das Gemüse, das die meisten Nachbarinnen anbauen sind eigentlich einjährige Therophyten und die bleiben natürlich immer am Boden. Ich möchte mehr mit kleinen Bäumen, mit Sträuchern, Stauden, Ranken und Spalieren machen. Aber das wächst langsamer und ich kann nicht alles von den Könnern kopieren.

    Also wird mit Photoreportage nicht viel.

    Was die Nachbarinnen angeht, so gibt es hier sehr kompetente Gärtnerinnen, die sehr hohe Erträge erreichen. Die spotten eigentlich nicht über meinen Garten, sondern wundern sich mehr und stellen kritische Fragen, wenn sie beobachten, wie das eine oder andere noch nicht so gut wächst. Von deren Erfahrungen über die Dynamik im Pflanzenwachstum habe ich schon viel gelernt.

    Allerdings nützen mir deren Anbaumethoden nicht. Sie haben seit dreissig oder vierzig Jahren jeden Herbst einen Kubikmeter Kuhmist über ihre Gartenbeet ausgebreitet und im Frühling dann beim Umgraben eingearbeitet. Ihr Gartenerde besteht eigentlich nicht aus Erde, sondern aus mürbe verrottetem Kuhmistkompost mit ein bisschen eingemischter Landerde. Das ist ein extrem stickstoffhaltiges Nährsubstrat, schon fast wie in einer hors-sol Kultur. Ich habe nicht wirklich vor, hier eine 2 Aren grosse Kompostmiete für Kuhmist anzulegen, finde ich vom pflanzenökologischen her nicht so lehrreich.

  3. Klingt dennoch spannend. Es reicht ja schon, wenn Du ab und zu ein bsichen berichtest, was gut funktioniert hat, was nicht, und wie sich alles entwickelt.

    Ab und zu überlege ich auch, wie man die höhe besser nutzen kann. Rankgerüste und Stangen gibt es schon lange. Interessant wird es, wenn man hoch und niedrig wachsende Kulturen mischen kann, besser noch, wenn sie sich ergänzen. Dieses Jahr habe ich einige Galdiolen zwischen niedrig wachsendem Gemüse, das ergänzt sich zumindest von der Geometrie her sehr gut, und sieht jetzt, wenn die Gladiolen blühen, auch sehr hübsch aus.

    Hügel, Pyramiden, Terassen, oder auch Vertiefungen sind auf jeden Fall interessant um innerhalb eines Rechtecks mehr Bodenfläche zu gewinnen, und kann dann auch die Sonnen- und Schattenseiten des Geländes entsprechend den Vorlieben der Pflanzen nutzen.

    Dazu habe ich noch ein paar verrückte Ideen wie Etagenbeete und eine Seilbahn mit Pflanzbehältern, die man an einem Mast nach oben kurbeln kann, bzw. auf der anderen Seite wieder herunter kommen, zum Ernten und Wässern. Aber ich fürchte das ist schon wieder genehmigungspflichtig.

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