Hilfe, langsam wird es zu viel!

Jeden Tag muss ich ein Pfund Himbeeren essen. Himbeeren zum z’Morge, Himbeeren zum z’Mittag, Himbeeren zum z’Nacht! Letzte Nacht träumte ich auch noch von einem himbeerroten Rennauto (einem 6C 1750 Zagato), das am Streckenrand im Sand steckenblieb!

Bei mir gibt es Prioritäten was den gesunden Teil des Essens angeht: Beeren, Früchte, Salat, Gemüse. Gemüse koche ich nur, wenn die Früchte weg sind und kein Salat zu finden. Aber jetzt wird es mir langsam zu viel. Jeden Tag lese ich ein Pfund Himbeeren ab in meinem Garten. Das geht imer so weiter, vorher waren es halbpfundweise Erdbeeren. Die Meetrübeli und die Chroslen hatte ich letztes Jahr ein bisschen gäch geschnitten. Darum gaben diese Sträucher nur an einem einzigen Tag ein ganzes Kilo. Der Brombeerstrauch ist noch jung und auch das Rebenspalier braucht noch etwas Zeit, also kann ich mich auf den Herbst freuen und bekomme je noch ein weiteres Pfund Beeren. Bis dahin gibt es wenigstens ein bisschen Pause.

Von der Uni habe ich so viel Stress, dass ich nicht einmal Zeit finde, die Beeren einzufrieren. Also muss ich ganz allein Beeren essen. Der Salat und der Lattich sind inzwischen über ein Meter hoch. Der Schnittsalat hat auch schon daumendicke Stengel. Den rode ich alle paar Tage aus, damit wenigstens die Tomatenstauden etwas Licht bekommen. Den Kompostsilo musste ich mit einem viermal so grossen ersetzen!

Die Nachbarinnen verreissen sich ihr grosses Maul über meinen „Chaosgarten“. Sie warten noch ein bisschen auf die paar Tomaten, die bei ihnen gelegentlich reifen werden. Von all dem neumödischen Züügs, wissen sie nichts: Mischkultur, Mulchen, Gründüngung, over yielding. Mein Grossvater hat das alles schon gemacht, auch wenn er die gecheiten Wörter nicht gebrauchte. Ich erinnere einen besonders heissen Sommer (1973 glaub ich), als wir jeden Samstag 12kg Himbeeren ablasen und das Grosi ging am Mittwoch hin und erntete jedesmal weitere 10kg. Daraus machte es dann Himbeersirup in Einliter Henniez-Flaschen und Konfi. Ich müsste mal die Rezepte hervorsuchen.

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2 Gedanken zu „Hilfe, langsam wird es zu viel!

  1. Chaosgärten sind meist überraschend fruchtbar. Das musste ich bereits als Kind lernen, als ich zu Besuch in einem solchen war – unser schöner „ordentlicher“ Garten machte sicher viel mehr Arbeit, und lieferte bei weitem nicht so viel Ertrag. Zuerst war ich neidisch, jetzt ist es für mich Vorbild.

    Die richtige Dosierung von Obst und Gemüse – also wie viel pflanzen, damit es reicht, aber man nicht in der Ernte ersäuft ist schwierig. Dieses Jahr sieht es so aus als werde ich Mengen an Äpflen und Birnen bekommen, dafür sind die Zwiebeln 50% Ausfall, die Gurken 90% Ausfall (-> Schnecken), Rettiche und Radieschen wachsen normal, und ich glaube ich darf mich auf viele Paprika und Tomaten freuen.

    Beerensträucher habe ich im Moment kein. Die Erdbeeren waren noch zu klein für eine richtihge Ernte dieses Jahr.

    Mit Himbeeren stehe ich allerdings etwas auf kriegsfuss. Abgesehen davon, dass sie hier gerne madig sind, ist mir der Himbeergrschmack zu intensiv. ich würde also eher Bromnbeeren und Stachelbeeren anbauen – was mich darauf bringt, dass ich tatsächlich mal ein paar Stachelbeerbüsche pflanzen könnte. Es gibt inzwischen Mehltauresistente Sorten und Platz wäre noch vorhanden, im Garten.

    Heute empfiehlt der Chef: Vanilleeis mit heisser Himbeersauce 🙂

    … und hör nicht auf die Nachbran. Die sind nur neidisch auf die Ernte, und ärgern sich dass sie trotz so viel mehr Arbeit so wenig vom Garten haben.

  2. Stachelbeeren heissen in meinem Dialekt „Chroslen“ und Mehltau hatte ich noch nie. Ich habe zwei verschiedene Sorten gepflanzt, weil das besser beim Bestäuben sein soll. Auch habe ich lernen müssen, dass man bei den Stachelbeeren den Haupttrieb nicht zurückschneiden soll, weil es sonst viel zuviele Seitentriebe mit sehr vielen kleinen Beeren gibt.

    Ich habe fast nie von den Raupen in den Himbeeren. Ich denke, dass sie genug Licht brauchen. Auch lasse ich pro Himbeerstaude immer nur drei Triebe stehen und schneide die anderen im Sommer schon heraus (bei den zweijährigen Frühjahrshimbeeren).

    Johannisbeeren habe ich mehrere Sträucher. Erdbeeren geben recht viel zu tun und für einen kleinen Ertrag braucht es eine grosse Fläche. Die lohnen sich nicht wirklich.Vielleicht sollte ich sie zwischen die Gartenkräuter als Lückenfüller und unter den Rosen haben und zwar Sorten mit eher kleinen Rosetten und kleinen Früchten, mehrmals blühend.

    Ich denke, dass man mit eigenem Garten immer vom einen viel zu viel und von anderem zu wenig hat. Ich suche noch den Ausweg, am Anfang zuviel und verschiedenes zu pflanzen und dann beobachten, was dieses Jahr wächst und das andere ausräumen.

    Die Nachbarinnen kommen in diesem Blog vor, weil sie zu den 19829 Nichtleserinnen meines Blogs gehören (Grins!). Ich verspotte sie und weil sie ja mein Blog nicht lesen, dürfen sie auch nicht beleidigt sein. Was die nicht sehen, ist dass hier so gut wie alles angesät ist, was für die Banausen wie Unkraut aussieht, mit Ausnahme der Königskerze.

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