Staatsbürgerprolet.

Rekord: Ich habe das Stimmaterial aus dem Briefkasten genommen und brauchte 5 Sekunden, um die Stimmzettel auszufüllen. Normalerweise brauche ich 20 Sekunden. Das Abstimmungsbüchlein fliegt als erstes in den Ofen. Die lese ich seit 15 Jahren nicht mehr. Dort stehen sowieso nur die Lügen der Regierung drin. Die haben extra ihre Kommunikationsabteilungen, die an den Texten feilen, damit sie das Stimmvolk einseifen können. Abstimmen tue ich per Brief, so bekommen die Politiker und die linken Journalisten gar keine Gelegenheit, mich ständig von neuem anzulügen.

Was kommt dabei heraus? Es gehen immer weniger Leute abstimmen, weil sie lieber nichts tun, als sich für blöd verkaufen zu lassen. Lieber werde ich vom kundigen Staatsbürger zum blicklesenden Proleten, der die Geschicke dieses Landes mitbestimmt.

Also, wie sieht das bei der nächsten Abstimmung aus:
Nein, dagegen, dass Steuerzahler und Autofahrer wie die Milchkühe ausgenommen werden, weil die Leute zu faul sind, ihren Haushalt in die Nähe des Arbeitsortes zu zügeln.
Ja, dagegen, dass ich als Krankenkassenprämienzahler die Life-Style-Entscheidungen sorgloser Frauen mitfinanzieren soll.
Ja, dafür, dass die schweizerischen Arbeitgeber den Universitäten dreinreden und sich gefälligst dafür wehren sollen, dass hier in der Schweiz qualifiziertes Personal ausgebildet wird.

Und beim Kanton:
Ja, dafür, dass ich als Steuerzahler nicht bei jedem einzelnen Schuttmätsch von YB 150’000 Franken an die Bewachungskosten zahlen soll.

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29 Gedanken zu „Staatsbürgerprolet.

  1. @Hansli
    Wir nahmen damals die Anfangslöhne, aber nach der Probezeit von vier repräsentativen Arbeitgebern. Was wir nicht eruiert haben sind die selbstausbeuterischen Einkommen von Freiberuflern mit Einzelfirmen. Die gehen bei mir unter der Rubrik „freischaffende Lebenskünstler“. Aus der Rechtsprechung vom Bundesgericht wird von diesen Löhnen aus eine theoretische Lohnsteigerung pro Jahr errechnet. So gesehen waren für uns nur Anfangslöhne interessant

    Zum Vergleich haben wir noch die Daten beim Bundesamt für Statistik abgefragt. Je nach Region und Branche war der Median um die 140’000 Franken für Biologen mit 5 Jahren Berufserfahrung. Meine 100’000 bis 130’000 Löhne ab zweitem Jahr beziehen sich ausschliesslich auf Blümchenzähler und Fröschlistreichler. Rattenmörder und Bakterienmantscher erhielten wesentlich mehr.

    Ich habe soeben beim Bundesamt für Statistik die Eingabemaske gesucht, die wir damals nutzten. Aber ich finde es grad nicht.

  2. @Jürg Die 100’000 bis 130’000 für Blümchenzähler sind durchaus möglich. Beim Bund und in einigen Kantonen, den dort wird nach Abschluss bezahlt und nicht ob einer Ökologe oder IT ist. Lehrer sind ebenfalls sehr gut bezahlt. Kenne auch Ökologen die jetzt in etwa diese Lohnklasse sind, nur sind die jetzt in diversen Managementpositionen und waren nach dem Studium nie als Biologe tätig. Das Problem ist, wir sind nicht einmal in den üblichen Lohnrechnern zu finden….

  3. Von wegen den üblichen Lohnrechnern: Als ich mit dem Autohaftpflichtversicherer in den Schlussverhandlungen war, zog der Gegenanwalt, ein Spezialist von der SwissRe, einen Zettel hervor auf dem er notiert hatte, was man in der Forstbranche so verdient. Er argumentierte, dass meine angefangene Diplomarbeit ja etwas mit Wald zu tun habe. Also las er von dem Zettel, dass die Lohnrechner für einen Förster im ersten Jahr nach der Berufslehre einen durchschnittlichen Jahreslohn von 65’000 Franken angeben.

    Meine Taktik damals war: Ich lasse die Anwälte reden. Die müssen jetzt zeigen, dass sie ihr Geld wert sind und lassen einen Haufen Anwalts-Blabla heraus. Ich lehnte mich zurück und liess die Leute machen. Nur in drei strategischen Momenten griff ich ein. Dies hier war ein Moment. Ich sagte mit meinem sonoren und in keinem Fall leisen Bariton: Wenn Sie mir damit noch einmal kommen, stehe ich hier vom Tisch auf und die Verhandlungen sind beendet.

    Mehr dazu kann man in meinem anderen Blog lesen, wo ich schon das Diplom für den hertesten Siechen verliehen bekam.

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