Kuhtreiber!

Wenn sich die Tölpel vom Rektorat der Uni Zürich mit den gewieften Wirtschaftsanwälten von der Union Bank of Switzerland an einen Tisch setzen, dann kommt ein Vertragsentwurf heraus, wie wir ihn dank der Wochenzeitung WOZ jetzt lesen dürfen. Zu recht misstrauisch sind die Linken, wenn sie wissen wollen, was die UBS mit „branding“ meine. Chüeplütteränglisch wird immer öfter von Leuten gebraucht, die entweder nicht wissen, wovon sie reden oder die dem Gesprächspartner Sand in die Augen streuen wollen.

Quelle: wikimedia commons

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Zwei Arten von Brandzeichen wurden im Wilden Westen verwendet: Der Eigentümer markierte damit seine eigenen Kälber, um sie auf der offenen Weide wieder einfangen und seine Rechte beweisen zu können. Die andere Sorte von Brandzeichen verwendeten die kommerziellen Kuhtreiber, die als Unternehmer auf eigene Rechnung riesige Herden durch die Prärie nach Norden zu den Bahnverladestationen führten.

Quelle: Mr. Hofer and Mrs. Bell's Artifacts, http://myweb.midco.net/~Mr_H2/cowboy.htm

Quelle: Mr. Hofer and Mrs. Bell’s Artifacts, http://myweb.midco.net/~Mr_H2/cowboy.htm

Den linken Journalisten von Tagesanzeiger und WOZ ist vor allem sauer aufgestossen, wie UBS die Uni Zürich für Werbezwecke in Beschlag nehmen will mit diesem “branding”.

Inwiefern gibt dieser Vertrag der UBS die Möglichkeit, Forschung und Lehre zu beinflussen? Die Exponenten der UBS haben mehrmals betont, das sei nicht das Ziel des Vertrages. Allerdings gibt der vorliegende Vertragsentwurf sämtliche Machtmittel in die Hand der UBS.

Mit einem solchen Vertrag hat die UBS alles was sie braucht, um langfristig die Forschung und Lehre eines ganzen volkswirtschaftlichen Departementes den eigenen Interessen gefügig zu machen.

Folgende Elemente des Vertrages finden eine ungute Verquickung:

1) Die von der UBS gesponserten Professoren sollen sich regelmässig mit Fachleuten der UBS zum Gedankenaustausch treffen. Das für sich wäre nichts als anständig. Was genau wird erwartet? Zusammensitzen bei einem Humpen Bier oder vielmehr sauber herausgeputzte Vorträge bei betriebsinternen Weiterbildungen? Und wenn wir schon beim “Austausch” sind, welche Informationen wird die UBS bei solchen Gelegenheiten bei den Professoren platzieren?

2) Die UBS kann den Sponsoringvertrag jederzeit kündigen, einfach so wenn sie das für gut findet, aber auch wenn das Verhalten, die Forschung, die öffentlichen Äusserungen der Lehrstuhlinhaber den Interessen der UBS widersprechen.

3) Die akademische Freiheit wird zwar im Vertrag ausdrücklich gewährleistet. Aber was ist das wert, wenn einerseits die Professoren über ihre Forschung Auskunft geben, sich die Meinung der UBS anhören sollen und jederzeit das Institut nach dem Gutdünken des Geldgebers liquidiert werden kann?

Ein weiteres mal probierte eine Unileitung weitreichende, ausnehmend politische Entscheidungen dem demokratischen Diskurs zu entziehen, hinter dem Rücken der Parlamente und an den Stimmbürgern vorbei zu agieren. Das hatten wir schon bei der Einführung der Bolognareform.

Ich hätte nie gedacht, ich als SVP-Wähler und Weltwoche-Leser, dass ich das sagen würde:

Danke WOZ, macht weiter so!

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