Répète!

Die Mathematikprofessorin hat 19 Monate lang darüber gebrütet: Sie kam schliesslich zum Schluss, dass nämlich 1+2=2 ist.

Ich selber habe auch darüber gebrütet. Vermutlich ist nicht die Mathematik der Engpass, sondern dass die Fakultät schon sehr lange nicht mehr mit einem Studenten zu tun hatte, der sich für seine Rechte wehrt. Andere Eigenschaften gehen wohl genauso gegen den Strich: Eigenverantwortung, Selberdenken, Vorausplanen. Die können sich nicht vorstellen, dass ich mich konsequent informiere, weiterbilde, meine Wissenslücken identifiziere und ausfülle.

Verleihnix_repete

Dem Zoologie- und dem Physikprofessor habe ich es sogar schon vor zweieinhalb Jahren aufgeschrieben: Bis zu meinem ersten Vordiplom habe ich ein Jahr studiert, für das zweite Vordiplom noch einmal zwei Jahre. Eben 1+2= wieviel schon wieder?

Eigentlich spielt die Rechnerei gar keine Rolle. Es geht darum, dass man befehlen will, um jeden Preis. Also kann gar nicht stimmen, was der Student über Reglemente sagt. Wo kämen wir am Schluss noch hin!

Diese Diskussion handelt von der Frage, für wieviele Studienjahre ich die erforderlichen Zeugnisse vorlege.

Inzwischen habe ich mich durch die alten Reglemente gewühlt, habe aus den Archiven beschafft, was immer ich noch nicht hatte. Und siehe da, man kann es sehr einfach ausrechnen: Der Studienumfang entspricht auf das Tüpflein 90 ECTS bis zum ersten Vordiplom, weitere 180 ECTS bis zum zweiten. 90 und 180 zusammengezählt gibt wieder 180, oder???

Zwischendurch hatten wir die Bolognareform. Da wird manches anderes geregelt. Also müssen die Leute von der Fakultät herausfinden, wie sie das jetzt mit meinem Studienabschluss machen wollen. Vom Reglement her vorgesehen ist die Überführung in das Masterstudium. Darum habe ich es auch so erklärt, gezeigt, dass ich sämtliche Studienleistungen erbracht habe, drei Studienjahre, genau gleich wie heute ein Bachelorstudent.

Ich habe während mehreren Jahren mit viel Mühe und Sorgfalt die Wiedereingliederung vorbereitet, mein altes Wissen hervorgeholt, mir überlegt, was in der Biologie anders und neu geworden ist, mich eingelesen, vor allem an der Statistik geübt. Der Erfolg gibt mir recht: Seit ich zurück bin, habe ich ein stark reduziertes Pensum geleistet, so wie es meine Gesundheit erlaubt, die gleiche Arbeit auf mehr Zeit verteilt. Dabei habe ich mit den Jungen mitgehalten, einen Notendurchschnitt deutlich über 5 geschafft.

Ich meine echt, ich sei im falschen Film gelandet. Seit meinem Autounfall vor bald 19 Jahren habe ich jeden einzelnen Tag mich neu motiviert, meine Gesundheit wiederherzustellen, mit dem Ziel, mein Studium abzuschliessen. Nur, wenn ich solches erlebe, dann frage ich mich schon, ob ich wirklich an einer Universität gelandet bin. Ich habe schlimmes gesehen in meinem Leben, aber mit einer solchen Universität habe ich nicht gerechnet.

Verleihnix_aus_Lutetia

Wie kommt es, dass da besserkönnerisch einfach drauflosbehauptet wird? Die Fakultät schreibt solches nicht an mich adressiert sondern in einer Stellungnahme an die Rekurskommission. Meinen unsere Professoren, die Juristen bei der Rekurskommission liessen sich in die Irre führen?

Was soll das alles?

Taktik: Man kann sich dumm stellen, um sich beim Verhandeln einen Vorteil herauszuholen. Den Trick wenden oft Versicherungen an, aber auch Ämter. Der Gegner, Bürger, Geschädigte gibt sich Mühe, gibt sein ganzes, alles gut zu erklären und ungewollt legt er damit seine Karten auf den Tisch, zeigt wo er verwundbar ist, gibt Informationen preis, die man dann in das Gegenteil verdreht und gegen ihn anwendet. Habe ich genug erlebt, darum wurde mein anderes Blog notwendig.

Überforderung: Das ist zum Beispiel, wenn die naturwissenschaftliche Fakultät schon sehr lange nicht mehr mit einem informierten Studenten zu tun hatte und dann aus dem Ärmel heraus Bildungsrecht, Verwaltungsrecht, Behindertengleichstellungsrecht anwenden will. Das ist wenn ein Physikprofessor, eine Mathematikprofessorin, ein Zoologieprofessor im Nebel sich vorantasten, den Weg verlieren, regelmässig den Grind anschlagen und sich auh weiah, die Beulen am Kopf reiben. Ich habe diese Leute seit zweieinhalb Jahren mehrmals, freundlich, schriftlich aufgefordert, doch den Rechtsdienst der Uni einzuspannen und das die Profi machen zu lassen. Um ehrlich zu sein, tat ich das auch aus Eigennutz. Es ist nämlich ausgesprochen mühselig, sich mit juristischen Laien über rechtliche Grundlagen zu unterhalten, wenn diese meinen, alles selber besser zu wissen.

Ich selber bin deprimiert. Ich meine das im ernst so. Mir schlagen solche Zustände aufs Gemüt. Da ändert es auch nichts, wenn mir der Generalsekretär der Uni Bern einen Brief schreibt, sein Personal sei beleidigt und ich solle mich vorsehen mit meiner Wortwahl. Hilfreicher fände ich es, wenn der Betrieb professionell geführt, juristische Angelegenheiten von gut ausgebildeten Fachleuten bearbeitet würden. Beleidigt sein, macht nämlich die Dilettanten nicht zu Profi.

Verleihnix_aus_dem_Meer

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