Das Fass hat einen Boden!

Allerdings ist die Frage, wie lange wir im Trüben fischen bis wir den Boden finden. Es geht um die jährlichen 278 Millionen Franken, die der Kanton Bern der Uni für die Ausbildung der Studenten übergibt. Der Staat und die Republik Bern sind bekanntlich bankrott. Man muss sparen wo immer.

Die SVP hat dabei den richtigen Ansatz gewählt: Sie will zuerst wissen, um wieviel Geld es im grossen Ganzen geht, bevor man wieder an den Kleinigkeiten herumbästelet. Vom grossen Ganzen lesen wir heute in der Bernerzeitung und ich ergänze mit Zahlen aus der Studentenstatistik, die die Uni veröffentlicht. Ganz offensichtlich könnten wir die Uni Bern sanieren, wenn wir den anderen Kantonen kostendeckende Beiträge für die Ausbildung ihrer Studenten abknöpfen täten, den Solothurnern, Luzernern, Zugern, Freiburgern, Jurassieren, Wallisern. Das ist die eigentliche Sensation: Wir könnten an die 100 Millionen mehr einnehmen für unsere Uni!

Wie komme ich auf diese Idee?

Die Uni Bern bildet 15000 Studenten aus. Ungefähr die Hälfte davon — 7500 also — sind aus dem Kanton Bern, weitere 7000 aus anderen Kantonen und ein paar hundert aus dem Ausland (alles grob gerundet). Wenn der Kanton Bern 15000 eigene und fremde Studenten an der Uni ausbildet, so gibt er dem Erziehungsdirektor zufolge 278 Millionen her. Würden wir die Uni Bern zumachen und sämtliche Studenten an die Uni Zürich oder meinetwegen an andere Unis abschieben, so müssten wir Berner jenen Universitätskantonen 84 Millionen Franken bezahlen für die Ausbildung der 7500 Berner Studenten. Für die anderen 7500 zahlen wir dann natürlich nichts.

Die Differenz, also die Ersparnis zugunsten der Steuerzahler beträgt für diesen Radikalfall gemäss Bernerzeitung 195 Millionen.

Die Entschädigung, die ein Kanton dem anderen pro Student zahlen muss, beträgt für Geistes-, Sozial-, Rechts- und Juswissenschaftler 10’000 Franken, für Naturwissenschaftler 25’000 und für Mediziner in der klinischen Ausbildung 50’000. Das ist in der interkantonalen Universitätsvereinbarung IUV so geregelt. Gehen wir davon aus, dass sich Berner wie fremde Studenten ungefähr im gleichen Verhältnis auf die Fakultäten verteilen (Nehme ich mal aus Faulheit, weil ich die Tabellen nicht auszählen mag). So peile ich dann über den Daumen.

Die obigen Zahlen zeigen umgekehrt genauso, dass wir heutzutags von den Kantonen für 7000 fremde Studenten um die 80 Millionen bekommen. Deren Ausbildung kostet aber (278+84)/2= 181 Millionen. Wir Berner Steuerzahler subventioneren also die Ausbildung fremder Studenten mit Grössenordnung 90 bis 100 Millionen Franken.

Als Nebenbemerkung noch: Während wir von den anderen Kantonen wenigstens einen Teil der Kosten bezahlt bekommen, so gucken wir bei den ausländischen Studenten ganz in die Röhre. Diese bezahlen uns nämlich nur die Immatrikulationsgebühren von 1600 Franken pro Jahr. Alles andere müssen wir Berner schultern.

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