Halben Weges…

Einer der wirklich grossen Naturforscher in der Schweiz ist der Zoologe Ole Seehausen von der EAWAG und nebenbei, wenn er grad ein wenig Zeit erübrigt, ist er ab und zu auch noch Professore an der Uni Bern. Persönlich begegnet bin ich ihm nicht. Wenn von seiner Forschung in der Zeitung berichtet wird, dann ist es immer sehr geradlinig, auf eine neue Frage hin. Jedesmal erfahren wir modernes und spannendes von den Fischen in den Alpenseen, den Felchen, Saiblingen und dieses mal den Groppen — über ihre Artenvielfalt, die Evolution und die Anpassung an die Umweltbedingungen. Lesenswert ist der Artikel in der Berner Zeitung von heute. Sympathisch ist auch, dass er seine Studenten zeigt und ihnen Raum lässt mit ihrem eigenen Tun.

Zwiespältig ist die Angelegenheit aus einem anderen Grund: Professor Seehausen wäre eigentlich Ordinarius an der Uni Bern, wenn man denn hier ein wenig davon merken würde!

Leider ist er wie allzuviele Biologieprofessoren so gut wie nie an der Uni anzutreffen. Er forscht und schafft an der EAWAG-Filiale im luzernischen Kastanienbaum. Sein ganze Abteilung in Bern ist leer, verwaist, zugeschlossen. Die Wahrheit ist auch, dass nur ausnahmsweise einen von den vielen begeisterten Studenten zu sich nimmt und ausbildet. Die Doppelfunktion als Forscher an der EAWAG und Professor an der Uni Bern bewährt sich nicht, jedenfalls nicht aus Sicht der all der übrigen, nämlich vernachlässigten Studenten. Die Frage ist, warum es die Uni nicht schafft, ihre Professoren für sich selber zu haben und diese auch auszustatten, damit sie hier bei uns loslegen, forschen, ausbilden.

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