Loben.

Wer meine Kommentare zum Biologiestudium an der Uni Bern liest, kommt zum Schluss, dass wohl alle Professoren hier schlecht arbeiten. Nein, es gibt auch Ausnahmen. Die Frage ist, wie ich das Lob anbringe, ohne mich verdächtig zu machen. Zähle ich nämlich die lobenswerten Ausnahmen auf, dann weiss jeder im Institut für Pflanzenwissenschaften, wen mit Namen ich meine. Dieses Blog wird sehr oft von Dozenten gelesen und von Studienkollegen. Ich mag mich nicht dem Verdacht der Schleimerei aussetzen. Ich gebe einmal eine tour d’horizon:

Zwei von sechs ordentlichen Professoren erfüllen die reglementarische Verpflichtung, 8 Semesterwochenstunden persönlich zu unterrichten. Zwei weitere unterrichten wenigstens persönlich, wenn sie auch nicht das Pensum erfüllen. Immerhin vier sind während des ganzen Semesters wie vorgeschrieben in Büro, Labor und Hörsaal anzutreffen – jedenfalls ab und zu. Ein einziger bietet einen Unterricht, der über vier Semester hinweg eine Einführung und Vertiefung in sein Spezialgebiet erlaubt. Ein einziger anderer ist persönlich im Labor und instruiert dort persönlich seine Bachelorstudenten und sorgt dafür, dass sie den wissenschaftlichen Hintergrund ihrer Arbeit verstehen und wissen, warum die Dinge so gemacht werden, wie man sie macht. Er ist der einzige ordentliche Professor von sechs, der durch alle Stadien der Ausbildung hindurch sicherstellt, dass seine Studenten am Schluss mehr sind als halbbatzig ausgebildete Laboranten und Aktenschieber. Jeder im Institut weiss, wen ich meine. Ist ein solcher Blogeintrag jetzt so etwas wie Schleimerei?

Ich weiss nicht allzuviel darüber, wie es an anderen Instituten aussieht. Allerdings nahm ich letzten November mit Stirnrunzeln wahr, wie im zoologischen Institut ein ganzes Stockwerk mit seinen zwei Forschungsabteilungen darin leer ist, Totenstille, kein Atemhauch – ganz normal, mitten im Semester. Immerhin, wenn ich auch sehr öffentlich mache, wie schlampig schlecht die Biologieprofessoren an der Uni Bern sind, so bin ich mir dann doch nicht zu schade, im Einzelfall den Leuten persönlich zu sagen, wenn sie etwas gut gemacht haben.

Meine Kritik mache ich öffentlich. Das Lob trage ich unter vier Augen vor. So kann es schon sein, dass dieses Blog meine Denkweise etwas einseitig wiedergibt.

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