Outsourcing.

Wenn eine aufgeblähte Bürokratie zum Selbstbedienungsladen wird für Ferientechniker oder zum Hort von Wirschaftsvettern, dann kann sie warten, bis der Laden kollabiert, wie letztens in Griechenland oder sie kann ihre Aufgaben outsourcen. Outgesourcet wurde dieses mal an die École Polytechnique Fédérale de Lausanne. Den Kuhschweizern traut man zu, was in Europa keiner mehr hinbekommt. Die dürfen als kleine, wendige, anpassungsfähige externe Partner die Vergabe von Forschungskrediten koordinieren und die Beschaffung von Drittmitteln anpacken. Solche Partner findet die Brüsseler Europa-Bürokratie offensichtlich nur noch in dieser hinterlistigen Schweiz, bei den Leuten also, die sich foutieren um die Finanznöte und die Grossmannsucht der europäischen Staatsoberhäupter.

Richtig, im heutigen Blogeintrag geht es um die Simulation des menschlichen Gehirns, wie sie die ETH Lausanne mit einer Milliarde erstellen soll. Es ist nicht so, dass die Lausanner nun für eine Milliarde forschen sollen. Soviel Personal haben die dort gar nicht, dass man dieses Geld verlochen könnte. Sondern sie sollen die Arbeiten von ein paar Dutzenden europäischer Forschungsinstitute koordinieren und führen.

Zudem sollen die Lausanner das Dingsda mit der Milliarde machen, die es gar noch nirgends gibt. Die Brüsseler Bürokraten haben eine Milliarde bewilligt, die sie gar nicht haben. Aus EU-Forschungsgeldern sollten 500 Millionen kommen. Dafür gibt es noch kein Budget und keiner weiss, wann und woher man dieses Geld nehmen will. Eine weitere halbe Milliarde würden dann die überschuldeten Heimatländer der Forschungsinstitute beisteuern und private Sponsoren, die man erst noch finden muss.

Man traut unserer École Polytechnique Fédérale in Lausanne demnach nicht nur zu, dass sie das menschliche Gehirn simulieren kann. Sie soll auch grad noch eine Milliarde imaginärer Euro simulieren. Welches von beidem schwieriger ist, weiss ich nicht. Aber man traut den Schweizern viel zu.

Die EU-Bürokratie findet in ihrer stinkenden Grotte den Lichtschalter nicht mehr. In ihrer jammervollen Not wissen die nicht recht, ob wir Schweizer der Gott seien oder doch nur der Pestalozzi. Ich hoffe die Lausanner nehmen die neue Würde mit dem nötigen Humor.

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