The conservationists‘ effect.

Den „observer effect“ kennen meinen Studienkollegen. Wann immer wir in Feld oder Wald eine ökologische Untersuchung anstellen, verändert unsere eigene Arbeit die untersuchte Vegetation oder das Verhalten der beobachteten Tiere. Unseren eigenen Einfluss auf die Beobachtungen können wir nicht immer gut genug abschätzen, um zuverlässige Erkenntnisse zu liefern.

Ich führe an dieser Stelle den neuen Fachbegriff des „conservationists‘ effect“ ein. Das ist dann der Fall wenn eine Truppe von verbeamteten Schutzfachleuten wegen einer Kleinigkeit einen solch riesigen Tamtam machen, dass man nicht weiss, ob ihre Anwesenheit nicht mehr Schaden anrichtet als passiert wäre, wenn man sie ferngehalten hätte.

Es geht an dieser Stelle um die obszöne Geschichte, mit welch abstrusem Aufwand im Oberaargau über die Reparatur eines Entwässerungsgrabens verfügt wurde, den die Biber regelmässig beschädigen.

Wir lesen erstaunt in der Bernerzeitung online von heute über eine „Begehung“, einen „Leistungsvertrag“, einen Jagdinspektor, eine Wildhüterin, Subventionen dafür, dass Reparaturarbeiten am Bach im Wert von Fr.800.- durchgeführt werden können. Da reisen ein halbes Dutzend kantonaler Beamter, ein weiteres halbes Dutzend Gemeindevertreter, ein Baggerführer mit Vorarbeiter, ein weiteres halbes Dutzend betroffene Bauern jeder mit seinem Subaru Forrester oder mit seinem Jeepoid an und dann tschirggen sie durch die Gegend, vertrampeln alles, machen die armen Biber sturm im Grind.

Ich erinnere eine Zeit, wo man gesundem Menschenverstand vertraute und ein einfaches Merkblatt vom Format A4 verschickte. Zuunterst schreibt man noch die Telefonnummer für allfällige Auskünfte. Wir Steuerzahler sind die Volltrottel und blechen für diesen Wahnsinn!

Schutzmassnahmen sind nämlich grad genau so gut oder schlecht, wie sie letztlich die Betroffenen selber haben wollen. Besser als mit der Eigenverantwortung der Anstösser gibt es in diesem Bereich nichts zu schaffen. Das Problem mit einem einfachen Flugblatt mit Telefonnummer zuunterst ist im übrigen ein anderes: Wer mit der bärnischen Verwalthunngg zu tun hat, weiss nämlich, dass er regelmässig Stunden damit verplempert, die zuständige Person an das Telefon zu bekommen.

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Ein Gedanke zu „The conservationists‘ effect.

  1. Die Erklärung ist ganz einfach. In irgendeiner Verordnung / Gesetz ist das so geregelt. Ausnahmen sind nicht vorgesehen! Die Durchführung muss juristisch korrekt sein, sonst könnte das im Streitfall vor Gericht den Staat noch mehr kosten. Davon könnte ich noch einige Geschichten bringen. Wenn ein Beamter sich nicht dran hält, kann ihm das die Beförderung oder Lohnerhöhung kosten.

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