Bernische Finanzen.

Ein beliebtes linkes Argument ist, die SVP täte das bernische Bildungswesen totsparen, oder zumindest die bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat. Dabei müsste man allerdings im Auge behalten, dass es ein Grüner Regierungsrat ist, der darüber entscheidet, wie die beschränkten Finanzen aufgeteilt werden.

Item, in der Bernerzeitung online von gestern fand ich einen guten Überblick über die bernischen Finanzen, warum der Staat Bern dermassen mausarm ist und wofür er das Geld einsetzt.

Als erstes nehme ich schockiert die Angabe zur Kenntnis, dass der Kanton Bern tatsächlich unendlich geizig ist, wenn es um die Ausgaben für die Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geht. Nur der Aargau gibt noch weniger Geld aus. Das ist wirklich der Hammer!

Bern ist bei den Steuereinnahmen zusammen mit abgelegenen Bergkantonen im Armenhaus der Schweiz. Die Steuerbelastung auf den Einkommen und Unternehmensgewinnen sind überproportional hoch im Vergleich zu anderen Kantonen. Dabei spielt eine Rolle, dass hier sehr viele Leute in den Bundesverwaltungen schaffen und deswegen nur Einkommens- aber keine Unternehmenssteuern anfallen.

Besonders viel Geld gibt der Kanton für Strassen und öffentlichen Verkehr aus: Hier im Emmental kann ich Monat für Monat beobachten, wie wenig befahrene Kantonsstrassen mit Luxussanierungen überzogen werden — Strassen, die im Solothurnischen oder Zürcherischen noch längst genug gut wären.

Umfangreich verschwenderisch ist man bei den Spitälern. Da schlägt immer noch die Spitalpolitik aus den 80er und 90er Jahren durch. Das Motto damals war „jedem Täli sis Spitäli“. Die Sanierungsbemühungen werden von verdienten Verwaltungsbüffeln gemacht und nicht von qualifizierten Planern. Die Folge ist, dass mit jeder Neustrukturierung die Kosten steigen und nicht sinken. Insbesondere führen viele dieser per Federstrich herbeigeführten Spitalzusammenlegungen dazu, dass dafür der Pendlerverkehr und dessen Kosten anwachsen.

Die Polizei ist überproportional teuer. Aus anderen Zeitungsnachrichten wissen wir, dass jede zweite Arbeitsstunde von bernischen Kantonspolizisten für die Bewachung von YB- und SCB-Matches draufgeht. Die Rede ist vom „Schutz“ von sogenannten „Hochriskospielen“ vor gewaltätigen Horden von Hooligans. Das Sparpotential knallt einem mit der Faust ins Auge. Es ist offensichtlich, dass wir 50% der Kosten bei der Polizei sparen können, wenn wir ganz genau zwei Stadien im Wankdorf zumachen: Eingänge vergittern, abschliessen, weg mit Schaden.

Wir reden hier von einem geschätzten Betrag von 100 Millionen Franken an Bewachungskosten, die bei der Polizei locker eingespart werden könnten. Die einzigen Leidtragenden wären ein oder zweitausend Schutt- und Hockeyfans. Setzen wir diese Zahl in Relation zu den 50 Millionen, die der Kanton für die Uni aufwirft: 15’000 Studenten müssen sich mit zweit- und drittklassigen Ausbildungen ausgeben, damit handkehrum sich im Wankdorf draussen 22 erwachsene Männer um einen Ball prügeln, sich gegenseitig in die Wadli stüpfen und ein besoffenes und gröhlendes Publikum Radau machen kann.

Was ist uns lieber? Wollen wir sorgfältig ausgebildete Akademiker, die helfen die Zukunft unseres Landes zu gestalten oder den raschen Kick für einen Abend in einer Umgebung von Lärm, Rauch, Alkoholdampf und Massenhysterie?

Die andere Frage betrifft die Verteilung der beschränkten Mittel: Regierungsrat Bernhard Pulver zwingt lieber die 4-jährigen obligatorisch in den Kindergarten anstatt dass er 22-jährige Ökologiestudenten brauchbar ausbilden liesse. Hier müssten tatsächlich die Jungen einsehen, dass sie ihre Interessen politisch vertreten sollten. Ich meine damit wirklich die eigenen Interessen und nicht ein abstraktes Allgemeinwohl.

Letztlich verfolgt der Bildungsdirektor mit seinem Beharren auf professionalisierter, staatlicher Kinderaufsicht das Projekt der sozialistischen Internationalen: Man muss die Eltern entmündigen, die Kinder verstaatlichen, eine manipulierbare, gesichtslose revolutionäre Masse heranziehen. Da stören als einzigartige Wesen erzogene, in ihren Familien verwurzelte Kinder und Jugendliche.

Genauso verhindern kompetente akademisch gebildete Fachleute, dass Ideologie anstatt Sachkenntnis über die Zukunft unseres Staatswesens entscheiden. Solchen Widerstand gilt es auszumerzen. Demnach geht die bernische Bildungspolitik von beiden Seiten her auf: Die kleinen Kinder verstaatlichen, gute Berufsbildung verunmöglichen, so kann man ein verarmtes, ratloses, lenkbares Proletariat schaffen.

Wollen wir unseren Wohlstand erwirtschaften und eine gesicherte Zukunft gestalten oder wollen wir uns feige hinter linker Rechthaberei verschanzen und dafür beim Saufen und Gröhlen Dampf ablassen?

Brot oder Spiele?

Advertisements

Ein Gedanke zu „Bernische Finanzen.

  1. Ich kann Dir absolut nicht folgen warum die Linken daran schuld sein sollen. Der Kanton Bern wird einzig und allein durch die bürgerliche ländliche SVP-Misswirtschaft zugrunde gerichtet. Genauso übrigens wie in allen anderen Kantonen auch. Und Universitäten waren immer das Hassbild der SVP. Von da ist nicht zu erwarten. Studierte sind nach SVP-Propaganda linksextreme die nicht wissen was Arbeit bedeutet. Ausgenommen Ingenieure und Ökonomen. Wir Biologen, insbesondere Ökologen, zählen da zu den überflüssigen. Nicht ganz zu Unrecht, ich kenne keinen einzigen mit Studium der SVP wählt (einmal davon abgesehen, dass die meisten sich nicht für Politik interessieren). Und wir Ökologen sind wirklich zu 80% überflüssig.

Was Du denkst:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s