Diskret.

Meine jungen Studienkollegen frage ich nie, wie sie sich finanzieren. Bei einigen ist klar, dass sie bei den Eltern wohnen, täglich stundenlang pendeln und dass das GA sehr viel billiger ist als ein Zimmer in Bern. Ein paar berichten davon, wo sie arbeiten und Geld verdienen. Wer nichts von dem berichtet, muss nicht unbedingt finanziell gut genug dran sein. Kann das fehlende Geld ein Grund sein, wenn einige nach dem Bachelor nicht fertig studieren? Ich bin zu diskret, um danach zu fragen.

Wer nichts als einen Bachelortitel vorzuweisen hat, steht als Studienabbrecher mit leeren Händen da.

Der Kanton Bern macht es sich allzu einfach bei der Vergabe von Stipendien. In meiner jungen Studienzeit und heute genauso, müssen die Eltern so mausarm sein, das eigene Einkommen komplett fehlen, dass man überhaupt Stipendien bekommt. Die Stipendien sind dann so mager, dass man immer noch nicht genug zu beissen bekommt. Wenn man ehrlich ist, bleibt kein Ausweg, ausser man arbeitet schwarz.

Besser dran ist dann schon einer, der sich zum Terroristen ausbilden lässt und dabei ganz schön zielstrebig auf der Linie unserer rot-grünen Elite mit ihren antisemitischen Vorurteilen läuft. Mit jährlich über 17’000 Franken kann ein Schüler gut leben, wenn man bei den Eltern wohnt und an deren Wohnort das Gymnasium besucht.

Dem Artikel in 20 Minuten online zufolge, wussten unsere Behörden seit Jahren, dass der Bursche sich in Biel mit islamistischen Extremisten traf, sich in einem Multikulti-Kulturzentrum von einem Al Kaida-Führungsoffizier anwerben liess, per Internet eine Art Fernstudium in theoretischem und praktischem Terrorismus absolvierte, regelmässig mit dem Geld von unseren Steuerzahlern nach Somalien telefonierte, um sich von seinen dortigen Tutoren bei der Grundausbildung betreuen zu lassen. An jedem anderen Ort der Schweiz wäre der Vorgang ein Skandal. Hier in Bern schaut keiner links oder rechts.

Nebenbei: Offen bleibt bei allem die Frage, warum eigentlich Majd N.s hiesiger Kontaktoffizier noch frei herumläuft und wie dieser sein Leben finanziert.

Würde als Beispiel einer von uns in einer österreichischen Fernuniversität ein Studium zur Theorie und der Anwendung von Geographischen Informationssystemen (GIS) absolvieren, man würde ihm nicht einmal das lächerliche Schulgeld von 8000 Euro für die zwei Jahre bezahlen. Das mag zwar noch so nützlich sein als Weiterbildung, die Möglichkeiten für den Einsatz bei zukünftigen Arbeitgeber noch so ausweiten, — es ist zu brav, zuwenig politsch, zu schweizerisch. Dafür gibt es keine Chölen. So ist das!

Was also wäre der Ausweg? Müssen wir ein einig Volk von Maismachern werden, damit die bernische Erziehungsdirektion den nötigen Chlüder locker macht? Ich bin eher dagegen, dass Ökologiestudenten zu Revoluzzern und bombenwerfenden Anarchisten werden. Dennoch behalte ich diskret die Frage im Auge, wie es bei ihnen mit den Finanzen steht.

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Ein Gedanke zu „Diskret.

  1. Wieso sollte der Staat (ob jetzt Bern oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle) einem Studi während des Studiums das Leben finanzieren, wenn er ihm doch schon das Studium selber hochgradig finanziert? Das wäre, wie wenn man einem Bauern nicht nur Subventionen geben, sondern ihm auch noch grad die Lebenskosten, sämtliche Gerätschaften die er so braucht und die Freizeitgestaltung finanzieren würde. Dem Bauern, dem einstmals stolzen, selbständigen Landvolch, das auf die in den Städten in Fabriken schuftenden Arbeiter herunterschaute!

    Und den Akademikern! Ausgerechnet denen, die nachher Akademikerlöhne kassieren oder in der Verwaltung arbeiten (lustig: die Ausbildung und danach den Lohn – immer von der öffentlichen Hand finanziert…). Ausgerechnet den Studis sollte man das Leben finanzieren, damit sie eine schöne Studienzeit haben und viel Bier trinken und mit Studentinnen anbandeln können?

    Wer wenn nicht die Eltern sollen für das berufliche Fortkommen ihrer Folgegeneration aufkommen?

    Ich befürworte daher Studiengebühren unter dem Prinzip der Kostenwahrheit, also eine stärkere Beteiligung der Studenten an den entstehenden Kosten. Sodann braucht es ein (meinetwegen staatliches) Darlehenssystem, das es Studierenden, resp. ihren Eltern erlaubt, diese Kosten zu tragen und das Geld nach erfolgreicher Vollendung des Studiums zurückzahlen. Immer nach der konkreten Situation der Eltern und des Studenten bemessen, versteht sich. Verpflichtung, Wertschätzung, Partnerschaft und Verantwortung – statt hohles die hohle Hand Machen beim Staat!

    Und überhaupt: Wenn das Zuhausewohnen und Pendeln so eine Sache wäre (ein GA kostet max. 3300 Franken im Jahr, etwas über 250 im Monat), wieso ist dann noch keine private Institution auf die Idee gekommen, für all die armen Pendlerstudenten Wohnheime zu errichten? Wieso soll der Staat die Kohle lieber so in die Hand drücken? Vielleicht weil’s für die Herren und Damen zukünftige Akademiker eine Zumutung wäre, als künftige Elite in einem Zimmer mit geteilter Küche und Bad zu hausen? Weil es wenn schon eine coole Altstadt-WG mit Parkettboden sein muss, möglichst in der Nähe der trendigen Bar, wo man abends jobbt? Und das ganze mit einem grosszügigen Stipendienwesen gratis und franko vom Papa Staat subventioniert!

    Studenten müsen wieder wertschätzen lernen, dass sie nur dort sind, wo sie sind, aufgrund der Gesellschaft, jenen Spiessern, die arbeiten gehen, die Produktivität hoch halten und Steuern bezahlen. Ja das ist das Soziale daran: Denjenigen, denen man das finanziert, kommt eine verantwortungsvolle Aufgabe zu. Sie sind der Gesellschaft gegenüber verpflichtet!

    Studieren ist kein Ego-Projekt um für sich auf Kosten der Allgemeinheit das Beste herauszuholen. Diese Mentalität sollte sich durchsetzen – dann würden die Sudenten auch nicht nach Stipendien krühen, sondern ihre Aufgabe als gesellschaftliche Verantwortung ansehen – dann wäre studieren, wie zur Arbeit gehen.

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