Der Witz und die Wahrheit.

Achtung, der folgende Text ist nur für Erwachsene über 40 geeignet! Vor explizit chauvinistischem Inhalt wird ausdrücklich gewarnt. Falls Sie das Erwachsenwerden verpasst haben und dabei eine feministische Ideologie oder Gleichstellungsvorbehalte vor sich hertragen, dann clicken Sie jetzt nicht auf „Weiterlesen“!

Der Witz geht so:

Im Deutschunterricht sollen die Kinder lernen, aus der Erinnerung Beschreibungen zu machen.
Fragt die Lehrerin die Erstklässler: Was für ein Auto hat Euer Papa?
Hansli hält ganz eifrig die Hand hoch und sagt: Es ist ein Renault Primaquatre, Jahrgang 1937, mit 2.6 Liter Motor und einem Dreiganggetriebe.
Jetzt ist Susi an der Reihe und fröhlich berichtet sie: Es ist ganz alt und blau und es hat ein beiges Stoffdach. Das kann man nach hinten klappen.

Jetzt die wahre Geschichte: Wir sollen die Feinwurzel von einem Nadelbaum mit der Rasierklinge zerschneiden und unter dem Mikroskop beobachten, wie die Mykorrhizapilze angedockt sind. Die Dozentin hat am Bantiger gefrevelt und ein paar junge Bäumchen ausgerissen.

Die junge Studienkollegin vis-à-vis von mir hat ihren Querschnitt schon längst wieder weggelegt und sieht im Länggsschnitt richtig schön das hartig’sche Netz.

Ich selber habe wenigstens die verschieden farbenen Wurzelenden eines Weisstannensämlings unterscheiden können und ein paar Stücke davon abgezwackt. Jetzt nifle noch immer am ersten Querschnitt herum und brauche ein wenig Aufmunterung. Ich darf durch das Okular meiner Kollegin schauen und nachdem ich die Aperturblende ein wenig aufmache, sehe ich die Hyphen zwischen den Zellen.

Ich beuge mich also ganz mutig erneut über mein Stereomikroskop und schaffe endlich doch noch meinen Querschnitt. So dünn scheint mir, habe ich noch nie geschnitten. Tatsächlich sehe ich unter dem Mikroskop gross und offen die Parenchymzellen, in der Mitte den Zentralzylinder. In den breit aufgesperrten Zwischenräumen zwischen den Zellen sehe ich überall so feine Grübeli. Das müssten die gesuchten Pilzhyphen sein.

Ich will das besser sehen, klappe den Revolver zum grösseren Objektiv. Da bekomme ich Probleme mit der Schärfe und frage mich, ob es an meinem Schnitt liegt oder daran, dass man bei dieser Sorte von Billigmikroskopen unserer Uni — ohne köhler’sche Beleuchtung — nicht wirklich mit einem 60fach vergrössernden Objektiv schaffen kann.

Frage ich also meine Studienkollegin:

Welches Objektiv hast Du genommen?
Sie ist hilfsbereit: Ja, hemm, das grüne. Sie zeigt auf den farbigen Markierungsring.
Aufmerksam ergänzt der Bursche auf dem Stuhl neben ihr: Es ist das 40er.

Eppur si muove!

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