Schön, …

… wenn es die anderen auch merken.
Heute finden wir in der Bernerzeitung online, die Feststellungen des CS-Jugendbarometers: Die Jungen von heute sind flexibel, anpackend und wertkonservativ. Sie sind zudem unpolitisch und suchen bewusst den Ausgleich zwischen Beruf und Freizeit.

Dazu füge ich an, dass zumindest meine jungen Studienkollegen ein wenig allzu naiv darauf vertrauen, dass sie an der Uni das lernen, was sie später im Beruf brauchen werden. Sie nehmen sehr genau wahr, wenn die Ausbildung dürftig, unkoordiniert, oberflächlich und chaotisch ist. Aber sie setzen sich nicht zur Wehr, sie intervenieren nicht bei der Fakultät.

Da kommt meinen jungen Kolleginnen ihr mangelhaftes politisches Bewusstsein in die Quere. Ihnen ist nicht klar, dass es politisch ist, wenn man sich gemeinsam für die eigenen Interessen einsetzt. Lieber vertrauen sie auf ihr privaten Beziehungen, ziehen sich auf ihre konservativen Werte zurück.

Ich bin nicht sicher, ob es wirklich gesund ist, wenn man mit 21 schon die work-life-balance pflegt, anstatt sich in die Ausbildung zu stürzen, die Welt zu erobern, sich einen Platz im Beruf zu erkämpfen.

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5 Gedanken zu „Schön, …

  1. Bin in einigen Punkten mit Ihnen einverstanden. Studenten nehmen heute vieles einfach hin, statt für eine Verbesserung zu kämpfen.
    Grundsätzlich sollte die Uni aber keine Ausbildungen anbieten. An der Uni erlernt man keinen Beruf.
    Sollte meiner Meinung nach jedenfalls so sein. Leider haben wir heute ein anderes Bild. So frage ich mich, warum man Jura und Wirtschaft an der Uni studieren kann. Dazu haben diese Studiengänge einiges an Gewicht, was sich auf alle anderen auswirkt und somit auf die Studenten.
    Leider haben die meisten keine Vorstellungen mehr, was ein Studium eigentlich sein könnte/sollte.

    Die Universität ist keine „bessere“ Fachhochschule.

  2. @E. Simonik
    Die Uni Bern hat einen Bildungsauftrag. Dieser ist im Universitätsgesetz festgeschrieben. Es stimmt, dass die Uni in dem Sinn keine Berufsausbildung bieten muss, ausser bei den Juristen, Pfärrern und Ärzten. Hingegen sollte eine naturwissenschaftliche Ausbildung den Studenten befähigen, die Grundlagen seiner Wissenschaft im Detail und im Zusammenhang durchzudenken, in einem Forschungsprojekt selbständig anzuwenden.

    Die Arbeitgeber wissen, dass sie Naturwissenschafter anstellen und nicht Ingenieure. Aber sie vertrauen auf ein minimales Ausbildungsniveau. Ein zuverlässiges wissenschaftliches Ausbildungsniveau kann das Ökologiestudium und so weit ich erkennen kann, das gesamte Departement für Biologie nicht mehr sicherstellen.

    Tatsächlich merken das die Jungen und laufen reihenweise davon. Nur wenig mehr als die Hàlfte der Bachelor macht noch den Master. Doktoranden müssen zu dreivierteln im europäischen Ausland angestellt werden. Die kommen, weil sie dort keine Arbeit finden. Die jungen Schweizer laufen einfach davon, wenn die Ausbildung ihr Qualitätsanforderungen nicht erfüllt, aber sie reklamieren nicht.

  3. Zum Titel der Studie habe ich ein Fragezeichen? Wer den Ausgleich zwischen Beruf und Freizeit sucht, dar ist nicht flexibel und anpackend. Und was die unter wertkonservativ verstehen ist ebenso hanebüchen.

    @E.Simonik
    Ich bin soweit einverstanden, dass die Uni keine eigentliche Berufsausbildung ist. Jedoch sollte die Uni einen Absolventen befähigen nachher einen Beruf zu ergreifen.

  4. @Hansli
    Was wäre in dem Fall wertkonservativ? Und inwiefern, verrennt sich das CS-Jugendbarometer bei der Festlegung von „wertkonservativ“ sein? Im 20 Minuten Artikel zum gleichen Thema stand dann einfach „bünzlig“ statt wertkonservativ.

    Hier noch der Link zum CS-Jugendbarometer. Bei den persönlichen Werten sind den jungen Schweizer vor allem Ehrlichkeit, Treue, Familie wichtig. Gesund leben eher nicht, Verantwortung zu übernehmen auch nicht und genausowenig eine gute Bildung.

    In dem Sinn kommt es mir auch nicht vor, als wären solche Leute „flexibel“ und „anpackend“ — bünzlig wohl eher.

    Die Jungen Schweizer zwischen 15 und 25 wollen ihre Träume verwirklichen, Ausländerfragen sind politisch wichtig, nur zweidrittel meinen, dass sie eine gute berufliche Zukunft vor sich haben und nur 3% haben Schulden. Wenn man daraus ableiten will, die jungen seien bünzlig so liegt das vielleicht mehr daran, dass bünzlige Fragen gestellt wurden.

    Die Umfrage wurde natürlich nicht von der Credit Suisse gemacht, sondern vom Forschungsinstitut gfs.bern.

  5. Danke für den Link

    Ich hatte nur die Zeitungen zur Verfügung. Ich empfinde den 20min Titel mit bünzlig als zutreffender. Wertkonservativ kann ich nach dem Lesen der Studie nicht wirklich erkennen.

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