Bezahlschutz.

Vor 30 Jahren, und zu Zeiten der Rothenthurminitiative noch, wurde Naturschutz in der Schweiz von engagierten Einwohnern in Fronarbeit durchgeführt und angeführt vom Naturschutzbund mit seinen Spendengeldern. Naturschutz war in der breiten Bevölkerung verankert.

Heute haben sich die post-marxistischen, wirtschaftsfeindlichen Grünen des öffentlichen Denkens über Natur- und Umwelt bemächtigt. Ihre einzige Anliegen sind die Schädigung der Wirtschaft, die Bewirtschaftung der Neidkultur und die Panikmache in Sachen globaler Erwärmung.

Darum ist Naturschutz in dem eigentlichen Sinn aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden. Er ist zur Sache der Bundesverwaltung, ihrer freischaffenden Auftragnehmer in den Ökobüros und mit Steuergeldern alimentierter Umweltverbände geworden.

Man meint, es genüge, die Bauern zu Landschaftsgärtnern zu machen und sie für einen Hungerlohn im Gelände chrüppeln zu lassen.

Streumahd in Flachmoor, Bild: BAFU

Ich habe es am Mittowch schon anhand des Hochmoorschutzes erklärt. Naturschutz steht auf tönernen Füssen, wenn er nicht in der Bevölkerung verankert ist. Das wissenschaftlich geschulte Personal geht aus, die Pflegemassnahmen können langfristig nicht finanziert werden. Die ganze Sache ist dem irrlichternden Wechseln der Zeit ausgesetzt.

Flachmoore, Sumpfwiesen, Rieder werden nur erhalten, wenn ständig Menschen eingreifen, jährlich mähen, gelegentlich neu roden und entbuschen. Zur Zeit machen das verarmte Bergbauernfamilien. Das ist bei weitem jenseits der SVP-Rethorik, man wolle die Bauern zu unterbezahlten Landschaftsgärtnern degradieren. Mit Direktzahlungen versucht man, Naturschutzarbeiten zu entschädigen. Diese Politik geht nur gut, solange die heute 50- und 60-jährigen Bauern noch im Berufsleben stehen. Sie haben keinen anderen Beruf gelernt und sind in ihrem Betrieb investiert.

Ihre Buben und Meitli aber die werden sicher nicht den Beruf des verbeamteten Billigst-Landschaftsgärtners ergreifen. Sie werden Drogistinnen, Zimmerleute und Landschaftsgärtner –und zwar richtige wennschon. Viele Buuregielen hier im Emmental machen eine Lehre als Landschaftsgärtner und schaffen in der Stadt. Sie haben geregelte Arbeitszeiten, einen guten Lohn, zuverlässige Möglichkeiten sich weiterzubilden und in andere Berufe zu wechseln. Ihr Lohn macht locker das vier- oder achtfache von dem ihrer Väter aus. Wenn sie später einmal das Heimet ihrer Eltern übernehmen, dann haben sie das Füfi und das Weggli: Nicht nur ein gesichertes Einkommen, sondern ein grosses Haus auf dem Land, unverbaute Aussicht, einen riesigen Garten und können als Hobby noch ein paar Tiere halten. Den Rest des fruchtbaren Landes verpachten sie und lassen die Sümpfe verganden.

Von Seiten der Naturschützer kommt das im übrigen in einem ungemein ungehobelten und teils überheblichen Tonfall daher, wenn ich hören muss (wörtlich zitiert): „Wenn wir denen schon Milliarden Subventionen geben, dann will ich auch etwas dazu sagen, was sie damit zu tun haben!“

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3 Gedanken zu „Bezahlschutz.

  1. Die Bauern sind der eigentlich Grund für unsere zerstörte Natur. Das Bild vom Landschaftsgärtner ist reinste Propaganda um weiterhin Subventionen zu kassieren und damit in der staatlichen Hängematte zu bleiben. Wir bezahlen Milliarden direkt über Subventionen, indirekt über zu teure Lebensmittel und zu Letzt über entgangenen Gewinn wegen nicht zustande gekommenen Wirtschaftsabkommen. Im Prinzip ist das Ganze ein Arbeitslosenbeschäftigungsprogramm. Dabei nehmen jedoch die Subventionsbezüger das Geld ohne selbst eine Leitung zu erbringen. Ein positives Resultat punkto Natur ist nicht vorhanden. Das zeigt einmal mehr, dass kommunistische Planwirtschaft nicht funktioniert. Leider wird das von allen Parteien unterstützt. Ob die ausgenommen Wähler immer noch dafür sind, das bezweifle ich.

  2. @Hansli,

    Die Bauern ernähren im Mittelland 3 Millionen Einwohner der Schweiz und das müssen sie auf immer kleineren Flächen hinbekommen.

    Als Billigst-Landschaftsgärtner werden die Bauern im Berggebiet missbraucht.

    Die eigentliche Zerstörung der Landschaft kommt vom Landverbrauch für Verkehr, Wohnen, Gewerbe, Freizeit.

  3. 10 bis 20% der heutigen Bauern könnten die Lebensmittel genauso produzieren. Der ganze Bereich müsste massiv Restrukturiert werden. Jetzt haben wir eben mein genanntes Arbeitslosenbeschäftigungsprogramm und die Landwirtschaft könnte als Sozialwerk angesehen werden.
    Warum wir eine Berglandwirtschaft betreiben kann ich nicht verstehen. Denn das ist nicht billig. Das ist sogar extrem teuer. Dafür sind bis weit über die Baumgrenze die einst blühenden Alp matten in Gülle ertränkt worden. Superhochleistungskühe zertrampeln alles und ich habe viel abgemagerte gesehen weil, sie zu wenig adäquates Futter finden. Zusätzlich lassen wir Schafe herumrennen, die alles kahl fressen bis zur Erosion der Böden. Am besten wäre das ganze einzustampfen, das würde der Natur viel bringen und dem Steuerzahler ebenso.
    Wir haben in den Städten und Agglos eine höhere Biodiversität als in unseren Agrarwüsten. Sogar die Strassenböschungen sind die letzten Refugien für Reptilien und nicht die Landwirtschaftsgebiete. Bei uns wird jeder Quadratmeter bewirtschaftet. Da kann sich keine Natur entfalten.

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