Wasser kochen.

Wenn man Wasser genug lange heiss macht, dann kocht es! Ehrlich, das habe ich herausgefunden. Und weil ich schon so gute Messresultate hatte, da fragte ich dann unsere supergescheite Studienkollegin, die mit den lauter Sechsen in Physik, dass sie mir bitte die Fehlerrechnung dazu mache. Leider hat uns kein Forschungsfond 8 Millionen Franken für das Wasserkochen bezahlt. Und das passende Journal für die Publikation sind wir auch noch am Suchen.

Martin Furrer von der Basler Zeitung ereifert sich ausführlich über die Banalitäten, die als Resultate der Nationalen Forschungsprogramme herauskommen.

Die Nationalen Forschungsprogramme gibt es seit 1975. Der Nationalfonds allerdings existiert seit 60 Jahren. Ausser den Schwerpunktprogrammen wurden immer auch einzelne Forschungsprojekte finanziert. Während früher der persönliche Ruf und die bisherige Forschungsarbeit eines Antragsstellers darüber entschieden, ob man ihn als zuverlässigen Geldempfänger einstuft, ist es heute die „Exzellenz“. Das Wort „Exzellenz“ ist im wesentlichen ein Euphemismus für die „rankings“, die einzelne Forschungsgruppen in infantilen Wettbewerben ergattern. Der Fokus ist nicht mehr bei der eigentlichen Forschung, sondern bei einem Kindergartentanz um den Rang in einem künstlich erzeugten Wettbewerb.

Beispiele aus Furrers polemischem „Hintergrundartikel“, der eher wie eine Kampfschrift daherkommt:
NFP 1: Wenn man den Risikopatienten beibringt, gesünder zu leben, dann haben sie weniger Herzinfarkte.
NFP 56: Die Schweizer gehen pragmatisch und flexibel mit der Mehrsprachigkeit des Landes um.
NFP 48: Die Entwicklung des Alpenraums soll nicht dem Zufall überlassen werden, wenn er sich wirtschaftlich, kulturell und ökologisch weiterentwickeln soll.
NFP 52: Sowohl der Erziehungsstil der Eltern wie die kulturelle Herkunft der Kinder beeinflussen deren Lebenstüchtigkeit.

Darum warten wir jetzt auf NFP 122: Wasser kocht, man muss es nur heiss machen.

All diese umwerfenden Erkenntnisse sind die Synthese von vielen Jahren, millionenteuren Forschungen hochdekorierter Akademiker.

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14 Gedanken zu „Wasser kochen.

  1. Die EWAG hat klar dagegen Stellung genommen und hat dies mit neuesten Forschungsergebnissen punkto Artenschutz begründet.

    Das habe ich nur gebracht als Argumentationsweise, wenn einem die Ergebnisse nicht ins politische Konzept passen. Gefallen einem Politiker die Ergebnisse, so werden die gerne die Wissenschaftler zitiert. Widersprechen die die Resultate der Ideologie, so werden die Wissenschaftler lächerlich gemacht. Traurig ist nur, dass keine Partei besser ist als die andere.

  2. @Hansli, Hat Petri Heil die Forscher lächerlich gemacht, oder haben es die Politiker getan? Wenn ja, welche Politiker?

  3. @Jürg Das sind die Lobbyisten die mit den Politikern verbandelt sind. In diesem Fall werden Politiker aus der SVP und BDP bearbeitet, die dann Motionen einreichen. Dass die Politiker aus der BDP und SVP stammen spielt aber keine Rolle, bei anderen Themen wie der Gentechnik sind die Kritiker Links. Politik ist ein Drecksgeschäft, keiner ist besser als der andere.

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