Glöif.

Letztes Wochenende starben am höchsten Berg der Welt vier Wandertouristen. Sie hatten im Stau auf den Eisstufen zu lange anstehen müssen. Wegen Wartezeiten von 2 Stunden wurden sie höhenkrank und schafften den Weg zurück nicht mehr. Man muss sich das bildhaft vorstellen: 150 Leute, Ellenbogen an Ellenbogen und alle wollen sie am gleichen Samstag zuoberst sein.

In der Bernerzeitung lesen wir, wie ein vorausschauender Tourismusprofi eine solche Ferienreise auf den Mount Everest organisiert. Da drängen sich Fragen in meinen Sinn, nach dem, was am Schluss übrigbleibt. Ich will meinen treuen Lesern nicht mein eigenes Reiseabenteuer vorenthalten.

Was brachten die Leute vor 60 Jahren nachhause? Ein Föteli für das Album: „Seht, das ist mein Gritli und dahinter die Pyramiden von Giseh!“ Was bringen sie heute nachhause? Ein Föteli für das Album: „Seht, das bin ich und dahinter ist nichts als Luft und Wolken!“ Die Reisekosten für das Föteli von heute sind gemessen an der Kaufkraft etwa gleich geblieben wie die vom Föteli damals. Die Anzahl Touristen am Ziel ist auch etwa die gleiche.

Als richtigem Siebesiech bleibt mir nichts übrig, als das Föteli von meinem fünften Geburtstag hervorzukramen: „Luegit, das bin ich und dahinter ist Nichts und noch ein wenig Sand und Sonne!“ Im Fall, die Ruhe war himmlisch. Über die Kosten reden wir besser nicht. Zumindest war auf dem Mond nicht so ein Glöif wie am Mount Everest.

Und was sagte der Backfisch heute am Egghölzli in der Migros zu ihrer Begleiterin? „Muesch es ja nid grad useposuune, dass Dini Grosseltere söttig hueren Bonzen sii, wo sich das chöi leischte!“ Ich finde es tröstlich, dass wenigstens die Jugendlichen einander gegenseitig den Anstand beibringen, der in dieser Schweiz immer öfter fehlt.

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