Dumpstering!

Die USA habe ich seinerzeit bereist mit 1500 Franken – das war vor 23 Jahren. Ich war 3 Monate dort, und der Flug war wesentlich teurer als heute und der Dollarkurs bei Fr. 1.60. Wenn man so billig lebt, muss man wissen wie. Autostop machen, privat übernachten und billig zu Lebensmitteln kommen. Und eines nachts, als ich die nächste Etappe nicht ganz schaffte, stellte ich mein Zelt mitten im Autobahnzubringer auf.

Meine amerikanische Kameradin weihte mich in die Kunst des Dumpstering ein. Als wir in der Schweiz eine lange Velotour machten mit Zelt und Schlafsack, da war unsere erste Rast in Brienz. Was tut sie als erstes? Sie bewundert nicht etwa die Aussicht über den See, sondern entdeckt den Abfallcontainer vor einer Bäckerei. Daraus fischt sie ein halbes Dutzend Joghurts und vier Kokosnüsse. Was habe ich mich geschämt, um die Hecke verdrückt und getan, als täte ich nicht dazugehören!

Von dieser Beute haben wir uns dann 2 Tage lang ernährt, über die Grimsel und den halben Weg über den Nufenen. Eine einzige von den Kokosnüssen war innen verschimmelt. Nase und Augen zeigten uns, dass alles andere einwandfrei war.

Wenn man die Wahrheit über unser Land wissen will, muss man immer wieder den Blick lesen. Also gebe ich den Blick frei auf den neuesten Kinohit über verschwendete Lebensmittel. Ausser mir schämen sich offensichtlich noch andere des Themas. Sonst hätte Coop kaum die Beteiligten erpresst, den Film abzusagen.

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