4000 mal…

… wurde mein Blog nicht gelesen! Ganze 40 Einträge habe ich geschrieben für die leeren Ränge. Die ganz wenigen unverzagten sind drei junge Studenten, die diskutieren ab und zu meine Inhalte. Zwei Assistenten haben heftig protestiert, als ihnen meine Feststellungen nicht passten.

Und alle anderen wissen von nichts, lesen selbstverständlich grad gar nie mein Blog. Für solches haben sie wirklich keine Zeit. Die da 4000 mal nicht gelesen haben, wären:

– Ein Professor begründet zum Semesterbeginn seine Unterrichtsmethode für seine Vorlesung. Dabei nimmt er Punkt für Punkt durch, was ich zwei Wochen vorher als allgemeine Mängel im Ökologieunterricht beschrieb. Im Vergleich zum letzten Jahr ist seine Lehrveranstaltung wesentlich verbessert, fast alles was ich ihm persönlich vorgeschlagen hätte, hat er beherzigt. Das Resultat: Die Studentinnen bleiben mucksmäuschenstill sitzen, hören gebannt zu während er einfach die Zeit überzieht, 5 Minuten, 10, eine Viertelstunde. Dieser finstere, ständig bedrückte Mensch wird innert weniger Wochen fröhlich, beweglich, und man traut seinen Ohren nicht, voll von Witz und Humor. Da passiert es zum ersten mal in anderthalb Jahren, dass ich diesen Mann lachen hörte.

– Eine Doktorandin gibt sich extra Mühe mit hoch erhobenem Kopf an mir vorbeizugehen und demonstrativ nur meinen jungen Gesprächspartner zu grüssen. Ihre Nase trägt sie ganz weit oben. Sie im speziellen hat schon vor einem Jahr hinter meinem Rücken gegen mich intrigiert und mich nicht sonderlich beeindruckt damit. Ich kann mir ungefähr vorstellen, mit welcher meiner Sachverhaltsfeststellungen ich sie beleidigt habe. He nu, wer nichts von mir hören will, braucht ja mein Blog nicht zu lesen.

– Ganz härzig war die jungen Studentin, die Formulierungen aus meinem Blog nahm, dabei diese Worte in den Mund einer erfahrenen „Kollegin“ legte und mit leuchtenden Augen mir berichtete, was sie sich an Verbesserungen im Studium wünsche.

– Speziell ist der etwas ältere Mitstudent, der präzise argumentiert, in welchen Punkten er mir recht gibt und in welchen er widerspricht. Dabei vermeidet er ganz tunlichst, irgendeinen Anhaltspunkt zu geben, woher er eigentlich meine Positionen kennt. Sein Mitdenken ist auch so genauso wertvoll.

– Eine email mit einem vielen, grossen Dank bekam ich von einem Studienkollegen, als ich über die Nutzlosigkeit von powerpoint Präsentationen schrieb. Endlich sage es jemand!

Kurzum: Das Wort macht die Runde!

Danke den Kommentatoren von ausserhalb, die diesem Blog die Perspektive und die Verankerung in der wirklichen Schweiz geben. Sie geben der Sache Boden. Ohne sie würde ich nicht überleben, so weit wie ich den Kopf zum Fenster hinausstrecke.

P.S. Der wordpress Zähler zählt meine eigenen Seitenaufrufe nicht mit. Auch ein einfacher refresh im Browser meiner Leser zählt nicht. Die 4000 Seitenaufrufe stammen tatsächlich von meinen vielen Nicht-Lesern!

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