Pech gehabt!

Wer hat als Ökologe eine Arbeitsstelle im Fachgebiet gefunden und wer nicht?
Inzwischen hatte ich Gelegenheit, 4 Biologen kennenzulernen, die zwischen 1998 und 2003 an der Uni Bern ihre Diplome in ökologischen Spezialrichtungen erwarben.

Zwei Biologen arbeiten tatsächlich als Biologen. Beide sind Männer, beide verfügen über eine solide Artenkenntnis. Der eine ist Botaniker, kennt die einheimische Flora, plant und leitet die Pflege von Naturschutzgebieten. Der andere kennt die Käfer wie kein anderer und ist in einem Museum angestellt.

Dann gibt es noch die beiden Frauen.

Die Zoologin kennt die Insekten auch ein wenig und träumt, 40-jährig geworden, immer noch davon, irgendwann Arbeit als Biologin zu finden. Ihr Brot verdient sie während der Saison als Erntehelferin mit Portugiesen und Polen als Arbeitskollegen und einem Lohn von 3500 Franken. Für den Rest des Jahres ist sie auf Stellensuche oder arbeitet als Chüerin auf der Alp und verdient ausser Kost und Logis auch noch ein bisschen. Sie hat verstanden, dass das Ökologenleben ohne Artenkenntnis nicht geht und versucht so gut und solide wie möglich, die Gefässpflanzen kennen und bestimmen zu lernen. Sie muss feststellen, dass das Alter das Lernen nicht behindert. Aber das professionelle Umfeld, das eine Uni zu bieten hat, das fehlt. Falls die Uni denn diesen Namen verdient.

Der Versuch, in Kursen und in der Freizeit die Löcher zu stopfen, könnte sich als verzweifelter Kampf um ein rottendes Fass mit herunterfallenden Reifen und Spalten in den Dauben erweisen.

Die Botanikerin von den beiden verdiente zuletzt ihr Geld als Hilfsgärtnerin. Jetzt versucht sie es mit der Doktorarbeit, an der sie zur Zeit fuhrwerkt. Die Pflanzenarten kennt sie nicht wirklich und macht sich vor, das sei dann schnell nachgeholt. Sie setzt auf den Titel und hat panische Zukunftsangst, dass das nicht genügen werde.

Wie gesagt, alle vier Personen sind wesentlich über 30-jährig. Die beiden Frauen sind noch immer auf Stellensuche. An der Intelligenz liegt es nicht. Die Abschlussnoten aus dem Studium sind bedeutungslos, die interessieren niemanden. Das Killerkriterium ist, dass sie die Arten nicht kennen.

Hintergründig mag mitgewirkt haben, dass viele Frauen meinen, es genüge, wenn man brav mitmache, perfekt sei, die Anforderungen der Dozenten erfülle, gute Noten habe. So kann es passieren, dass der Ehrgeiz im Unibetrieb verpufft und nicht auf die Sache gerichtet wurde.

Richtige Ökologen befassen sich mit den Wechselwirkungen zwischen Organismen untereinander und mit ihrer Umwelt. Wer weder Klima noch Boden kennt, weder Tiere noch Pflanzen, der ist ein Hohlkopf, aber kein Ökologe, wie er von den Arbeitgebern verlangt wird. Und wenn er altert, dann ist er ein Hohlkopf wo die Spinnen ihre Gespinste aufspannen darin.

Wenn ich mir die Gespräche mit meinen jungen Kollegen vergegenwärtige, dann wird mir klar, wie sehr sie auf ihre rasche Auffassung, ihr schnelles Lernen vertrauen. Etliche überschätzen die Möglichkeiten, selber das fehlende sich beizubringen.

Dazu ist ein solider kontinuierlicher Betrieb nötig, der in der Anfangsphase präzise anleitet und die Aufmerksamkeit auf die Grundlagen lenkt. Für einen gut geführten Unterricht fehlt es an der notwendigen Kultur, Erfahrungen, die von den älteren an die jüngeren weitergehen. Gut eingerichtete Arbeitsplätze, die ein ständiges Üben erlauben, sind notwendig. Diese fehlen. Im späteren Stadium müssen die Lehrlinge auf Kenner zurückgreifen, bei schwierigen Bestimmungen von Fall zu Fall mit Material und Fragen kommen. Dafür fehlt es schlicht am Personal.

Der Prüfungsleiter versicherte mir vor einem Jahr überzeugend, dass die von ihm ausgebildeten Ökologen nach dem Studium alle Stellen gefunden haben. Das tönt eindrücklich und erfolgreich. Auch eine Erntehelferin und eine Hilfsgärtnerin haben schliesslich Arbeit, oder?

Seine Stichprobe ist wesentlich grösser als meine. Misstrauisch wurde ich, als ich merkte, wie dürftig die Artenkenntnis meiner jungen Kollegen ist. Die Bemühungen der Uni Bern, auch nur ein einigermassen passendes Lehrangebot zu schaffen, sind mickrig, nicht einmal der Versuch eines Feigenblattes.

Die Frage ist letztlich, ob es hier überhaupt genug Ökologiestudenten hat, um die kritische Masse zu erreichen und ob die Dozenten bereit sind, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen und auf das Berufsleben vorzubereiten. Falls eine dieser Fragen mit „Nein“ zu beantworten wäre, dann sollte man das Fachgebiet liquidieren, die Jungen an kompetentere Ausbildungsbetriebe verweisen und aufhören, falsche Hoffnungen zu wecken.

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15 Gedanken zu „Pech gehabt!

  1. Die Frage nach der Stelle ist eigentlich falsch gestellt. Die Frage lautet: Wie viele der Absolventen haben eine Stelle im Fachgebiet erhalten? Einmal abgesehen davon werden nur die retournierten Fragebögen ausgewertet. Ich behaupte einmal das viele Arbeitslosen aus Scham den Fragebogen ins Altpapier werfen. So sieht eine Uni nie ihre ungenügende Ausbildung.
    Das andere ist die Frage wie viel Ökologen wir in der Schweiz wirklich brauchen. Das sind wirklich wenige. Zwar folgt jetzt eine Pensonierungswelle, aber so viele sind das nicht. Ich schätze von 100 finden 10 in ihrem Beruf eine Stelle. 1 bis 2 in der Forschung und der Rest bei Ökobüros oder Ämtern. Die nächsten 10 Jahre vielleicht ca.5 pro hundert mehr wegen den Pensionierungen.
    Das die heutigen Studenten krasse Lernroboter sind, ist mir auch aufgefallen. Leider ist davon nach den exzellent bestandenen Prüfungen oft nicht mehr viel vorhanden. Das Vertrauen auf die meist hervorragende Auffassungsgabe führt zu einem wie Sie geschrieben haben trügerischen Schluss. Ich kann alles sehr schnell lernen! Ich sage nein. Auswendig lernen kann man nur den Stoff der in den Büchern steht. Ein Biologe arbeitet jedoch mit der Natur! Vieles kann man nicht aus Büchern lernen. Abgesehen davon sind die meisten Naturbücher schlecht. Wirklich sehr gute Bücher findet man nur in der Botanik und in der Ornithologie.
    PS: Ihre Arbeitslose Kollegin sollte versuchen beim BDM unterzukommen. http://www.hintermannweber.ch/projekte/projekte_detail.php?id=16
    Die suchen immer einmal wieder Leute für die Datenerhebungen. Genauso schlecht bezahlt wie die Erntehelfer.

  2. In Europa bilden wir zuviele, teure Akademiker aus und zuwenige, qualifizierte Berufsleute, Handwerker. Es ist eine Illusion zu meinen, es bräuchte soviele Theoretiker und Studienverfasser, und sind dann erstaunt, an der Hotelréception eine frustrierte Germanistin oder eine deutsche Tourismusstudierte (immerhin!) vorzufinden. Oder Ökologen, die im Seeland Gemüse pflücken. Noch schlimmer: Durch die mögliche Immigration sanktionieren wir genau diesen Fehler in anderen Ländern. Willkommen „gutausgebildete“ Akademiker Europas!

  3. @H. Weber, Willkommen als Blogleser und danke für den Kommentar.

    Erstaunlich viele Biologiestudentinnen wissen nicht wirklich, warum sie das Fach ausgewählt haben. Insbesondere die Frauen können meist keine Angaben machen, ausser „es hat mich halt grad angesprochen“. Von da her bin ich mit Ihnen einverstanden, dass die jungen Leute vor dem Schulabschluss viel gezielter über die Berufswelt und über die wirklich notwendigen Aufgaben informiert werden sollen.

    Bei den Studierten haben wir seit 40 Jahren Mangel an Maschineningenieuren und Chemikern — immer dieselben Klagen von Seiten der Industrie. In anderen Ingenieursberufen gibt es auch immer wieder Mangel. Chemiker sind so gefragt, wenn da einer den Doktor macht, so muss er hart arbeiten, aber er kann seinen Preis machen, wenn er gut ist. Maschineningenieure verlieren je nach Konjunktur ab und zu auch ihre Stelle, wenn es ihrem Arbeitgeber schlecht geht. Es kann dann passieren, dass sie vorübergehend ihre Lohforderungen anpassen und halt wieder für 85’000 arbeiten müssen. Aber Arbeit finden auch diese immer, wenn sie ihr Wissen à jour halten.

    Die Frauen studieren allerdings lieber Germanistik und schreiben dann ernüchtert darob, dass sie nicht gebraucht werden, Bücher wie die Macho-Mamas.

  4. @Hansli
    Da bin ich nicht ganz so pessimistisch, dass der Bedarf an Ökologen dermassen gering sei.

    Was die Pensionierungswelle betriff, die Hansli nennt, so werden nach meinen Schätzungen in den Jahren 2015 bis 2030 ca. 20 pro Jahr in der Schweiz zu ersetzen sein.

    Vergessen haben Sie zudem die Mittelschullehrer. Jeder zweite Ökologe wird Mittelschullehrer. Allerdings ist Biologieunterricht mit einem Lehrer, der 12 Heugümper ODER 3 Singvögel ODER 20 Spinnentiere mit ihrem lateinischen Namen bezeichnen kann, nicht besonders anregend. Das gleiche gilt für eine Biologin, die ein Scharbockskraut nicht wiedererkennt. Das kann sogar ich und ich kann mich grad überhaupt nicht mit meiner Artenkenntnis rühmen, nach all den Jahren, die ich ausgefallen bin!

    Wie schlecht ist die Mitarbeit im Biodiversitätsmonitoring wirklich bezahlt? Ist das so schlimm wie Sie sagen?

  5. Wir haben zu wenige Akademiker! Es fehlen so fast alle Ingenieure, Informatiker, Biologen (ausser eben Ökologen), Ärzte, Tierärzte für Grossvieh, Physiker, Mathematiker, Chemiker, usw… In etwas ausgeglichen punkto Ausbildung und Bedarf schätze ich nur die all Ökonomie (alle Richtungen) und Juristen. Da fehlen uns tausende Absolventen! Dafür haben wir einen Überschuss von Germanisten, Politologen, eben Ökologen, Soziologen, Ethnologen etc… Der Arbeitsmarkt muss für jede Richtung separat beurteilt werden. Andere Gebiet sind so weitläufig wie die Biologie, da muss die Beurteilungen nach Fachrichtung erfolgen. Mikro- oder Molekularbiologen haben keine Jobprobleme.

  6. Am Gymi hat sich der Unterricht vollständig gewandelt. Die Biologie geht dort mehr Richtung Molekularbiologie. Ökologie wird nur gestreift. Die Lehrer sind an den Lehrplan gebunden und können nicht frei entscheiden was sie bringen. Ich würde das eher unter verwandte Jobs abbuchen. Ich habe das absichtlich nicht als Ökologenjob bewertet, weil der Job als Lehrer nicht mehr viel mit Ökologie zu tun hat. Allerdings fürstlich bezahlt. Wesentlich mehr als ein Ökologe in der Privatwirtschaft verdienen kann und besser als fass alle anderen Staatstellen.

    Feldarbeit ist grundsätzlich schlecht bezahlt. Wobei das Biodiversitätsmonitoring der Tiefstpunkt ist.

  7. Stimmt nur bedingt, bei den Ingenieuren und wenigen anderen Gebieten gebe ich Ihnen recht. Aber: Wir meinen zuwenig solche Akademiker zu haben, weil wir zuviele Studien verfassen wollen, weil bis zu einem gewissen Grad unserem gesunden Menschenverstand nicht mehr trauen und jedes Vorhaben durch einen qualifizierten Theoretikertrottel abgesegnet haben wollen (oder müssen, weil uns das Gesetz oder die EU oder unsere Risikoscheu das uns vorschreibt). Es braucht m.E. mehr Berufsleute, die ihre Beruf als Berufung und Stolz sehen – und nicht frustrierte lic. phil., die nachher Taxi fahren.

  8. Jeder Politiker braucht einen Sündenbock falls etwas falsch läuft. So kann die Schuld auf den Gutachter abgeschoben werden. Da mitzumachen ist als Gutachter ein schmaler rutschiger Grat. (nicht mein Ding).

    Andererseits sind viele Abklärungen gesetzlich vorgeschireben. Denn auf den gesunden Menschenverstand kann leider nicht gezählt werden. Ich selbst ärgere mich selbst über all diese Vorschriften. Die für mich absolut unverständlich sind. Nur sind alle Vorschriften und Abklärung, d.h. auch viele Studien vorgeschroieben, weil zu viele sonst alle Möglichkeiten ausschöpfen um den Profit auf Kosten anderen zu maximieren. Bsp. Zwei Bauern wollen aus demselben Bach wegen Wassermangel Wasser entnehmen. Inklusive den Fischereipächter sind da drei Parteien also betroffen. Der gesunde „Menschenverstand“ vom Bauer der am nächsten an der Quelle sitz ist: Ich entnehme das gesamte Wasser, da die Quelle auf meinem Boden entspringt. Da aber Bauer Nr2 ebenfalls Wasser will, und die Fische dürfen ebenfalls nicht auf dem Trockenen sitzen, wird natürlich Einspruch erhoben. So muss ein Hydrologe als Gutachter einen Kompromiss finden. Das ist kein fiktives Beispiel, hab ich erlebt. Im Prinzip hätten beide Bauern und der Pächter (oder Fischereiverwaltung) einen Kompromiss schliessen können und das beim Kanton eingeben können. Aber ohne Gutachter geht es nicht. Wir sind unfähig den gesunden Menschenverstand umzusetzen.

  9. @H. Weber
    Mein Eindruck ist, dass die jungen Schweizer Biologiestudenten nicht mitmachen bei diesem Theater. Sie laufen scharenweise davon, zum Teil nach dem Bachelor, ein paar erst nach dem Master.

    Als ich vor vielen Jahren mit diesem Studium anfing, war ein grosser Teil davon handwerkliche Ausbildung. Die Arbeit in den Praktikumsräumen, Präparieren, Bestimmen, Mikroskopieren erfordert genaues und geschicktes handwerkliches Arbeiten. Das Biologiestudium war eine echte pestalozzianische Einrichtung: Kopf, Herz und Hand.

    Inzwischen hat man die allermeisten Praktika abgeschafft. Der gesamte Mittelbau, der Praktika durchführen könnte, wurde in die Wüste geschickt. Man betreibt jetzt „Spitzenforschung“, sorgt mit „Qualitätsmanagement“ für gute internationale Ränkings.

    Ein anspruchsvolles Praktikum auf akademischem Niveau zu organisieren, gibt viel Arbeit, braucht einen guten technischen und pädagogischen Hintergrund. Irgendwelche befristet und mit Drittmitteln angestellte Assistenten und Doktoranden sind damit meistens überfordert. Zudem müssen professionelle Praktika aus unterschiedlichen Fachgebieten eng miteinander verzahnt werden, zeitlich, räumlich, organisatorisch, vom Inhalt und den Fertigkeiten her, die gelehrt werden. Sonst verkommt das ganze zur läppischen Spielerei, zu einen weiteren Vorwand, noch ein paar ECTS-Pünktli abzuholen.

    Die sogenannte Spitzenforschung kann nur mit deutschen Doktoranden durchgeführt werden. Diese fanden in Deutschland keine Arbeit und lassen sich nun auf Kosten der schweizerischen Steuerzahler ausbilden, in der Hoffnung, doch noch auf einen grünen Zweig zu kommen.

    Die jungen Schweizer hingegen haben besseres zu tun in ihrem Leben. Realität ist, dass heute in der Biologie in Bern mindestens ein Viertel weniger mit Master abschliessen als vor 15 Jahren mit Diplom. Bei den Pflanzenwissenschaften beträgt der Rückgang mehr als 75%!!! Viele Lehrveranstaltungen werden gar nicht mehr durchgeführt, weil es zuwenig Studenten hat.

    Letztlich sind deutsche Doktoranden so billig zu bekommen, dass es unsere Professoren gar nicht nötig haben, hiesigen Nachwuchs auszubilden und die Qualitätsanforderungen der schweizerischen Biologie-Studenten zu erfüllen. Man lässt sie laufen und denkt nicht gross nach.

  10. @Jürg Die Politiker bekommen was sie wollen. Internationale Spitzenforschung und eine Uni mit flexibler Personalgestaltung. Einem Nobelpreisträger die Hand zu schütteln ist immer gut. Gleichzeitig ermöglicht das System ohne Festangestellte den raschen Abbau je nach Sparlaune der Politiker. Ohne dabei für Entlassungen verantwortlich zu sein. Das dabei die Lehre bachab geht ist nur kleines Detail Den jede Minute in der Lehre ist verschwendete Zeit! Für die nächste Anstellung werden nur die Publikationen beurteilt.

  11. @Hansli

    Den Teil habe ich eben noch nicht richtig im Überblick. Ich weiss nicht, ob es die Politik ist, die das bestimmt. Im Kanton Bern hat der Grosse Rat vor bald 15 Jahren mit dem neuen Unigesetz der Uni die politische Autonomie gegeben. Meines Wissens sind das Entscheidungen der Fakultät und der „Unileitung“. Aber ich weiss nicht, wer eigentlich was entschieden hat. Und ich frage mich, ob es überhaupt jemand weiss in diesem desorganisierten Chaos.

    Wir haben hier eine neue uni-interne Bürokratie von Planern, „Qualitäts“-Sicherungsexperten, Drittmittel-Beschaffern, Ränking-Schleimern. Diese Bürokratie drangsaliert die Fakultäten und die Professoren. Von da her habe ich den Überblick nicht, wer eigentlich wieviel Einfluss hat.

    Dann wiederum sind Forschungsstiftungen wie der Nationalfonds am Drücker. Dieser macht tatsächlich, was der Bundesrat vorgibt. So wird auch die föderalistische Zuständigkeit des Kantons vom Bund her ausgehebelt. Der Nationalfonds war das Werkzeug des Bundesrates, um die Universitäten zur Einführung Bologna-Reform zu erpressen. Auf diesem Weg wird Europapolitik gemacht.

  12. @Jürg Die Kantone sagen nur. Holzt euch Drittmittel. Das machen nun die Professoren auch erfolgreich. Leider ist in der Schweiz der SNF der einzige potente staatliche Drittmittelgeber. Der Grossteil der Drittmittel stammt von der Industrie. So haben wir nur noch zwei Biologie-Forschungsschwerpunkte in der Schweiz. Der Grossteil ist auf die Industrie ausgerichtet. Was ich auch begrüsse. Der Rest ist auf den SNF ausgerichtet, der Grundlagenforschung bertreibt. Was ebenfalls gut ist. Nur fällt alles andere in ein Loch.
    Die Drittmittel für die Ökologie wurden dem BAFU zusammengestrichen. Den wenn keine Ökologen und Taxonomen mehr ausgebildet werden. So kann die Natur ungestört vernichtet werden. Da sind solche grünen Spinner nur störend. Eine bürgerliche Mehrheit wird natürlich alles tun um diese Leute nicht auszubilden.

  13. @ Hansli

    Das BAFU ist der einzige Drittmittelgeber für ökologische Forschung? Das habe ich mir so noch nicht überlegt.

    Ich sehe die „Qualtitätssicherungs-“ und „Wettbewerbsfähigkeitsbürokratie unserer Uni, die sehr viel von dem Geld verschlingt, das der Kanton der Uni zahlt. Sie verschlingt nicht nur die Löhne der Bürokraten, sondenr sie verschlingt noch viel mehr die Arbeitszeit des fest angestellten Lehrpersonals.

    Mir kommt nicht so vor, als hätten wir im Kanton Bern irgendeine Partei, die in Bildungsfragen brauchbar wäre. Mir ist niemand aufgefallen.

  14. @Jürg Die Forschung im Ökologiebereich ist fast vollständig vom BAFU abhängig. Die Kantone geben oft Unterstützungsbeiträge, aber eigentlich nie für eine ganze Doktorarbeit. Daneben hat es noch einige Stiftungen. Wobei nur ein paar wenige wesentliche Beiträge sprechen können. Jetzt mit der Finanzkrise haben die kein Geld mehr. Einzig die Ornithologen finanzieren mit Spenden die eigne Forschung an der Vogelwarte Sempach. Die Forschungsanstalten von Agroscope behandeln landwirtschaftliche ökologische Fragestellungen. Professoren können mit ihrem eigenen Geld ab und zu Masterstudenten ansetzen.

  15. Nachtrag: Die vom SNF finanzierte Evolutionsbiologie dient natürlich dem verbesserten Verständnis der Ökologie. Nur wird die anwendungsorientierte Forschung nicht unterstützt.

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