Selten gelacht.

Beim googlen zum Thema „Was tun Ökologen?“ gefunden auf Answers.com. Das Zitat ist ungekürzt, mit sämtlichen sprachlichen Fehlern aus dem Original.

What do ecologist do on a daily basis?
Answer:
they do several things that involve lab work outside work and much more. This is a fantasic career, if you want to make a good living.

Vor allem den zweiten Satz in der Antwort finde ich köstlich. Als Hinweis: „make a good living“ in amerikanischem Englisch bedeutet in unserem Deutsch gleichviel wie „gutes Geld verdienen“.

Die Situation sieht im Moment so aus: In den nächsten 5 Jahren kommt in der Schweiz eine Pensionierungswelle bei den biologisch ausgebildeten Ökologen. Diese wird ca. 10 bis 12 Jahre andauern.

Pensioniert werden Ökologen bei fast allen Arbeitgebern: Bei Bundesämtern (z.B. BAFU), Bundesforschungsanstalten (WSL), in den kantonalen Naturschutzämtern, bei den privaten Umweltbüros. (Der Grund ist, dass innerhalb von wenigen Jahren sehr viele solche Stellen geschaffen wurden – nach der Rothenturm-Initiative und kurz darauf zu Zeiten des Waldsterbens. Diese Leute sind inzwischen fast alle über 50-jährig.)

Total 200 bis 300 solide ausgebildete biologische Ökologen werden in den Jahren 2015 bis 2030 benötigt. Das trifft ungefähr den Zeitraum, wo die heutigen Bachelorstudenten mit ihrer Doktorarbeit fertig würden. Leider ist ihre Ausbildung für die Arbeitswelt, die sie vorfinden, unbrauchbar.

In vielen Fragen der Begutachtung, Planung und Gesetzgebung braucht es akademisch ausgebildete Ökologen mit einem fundierten Fachwissen, Felderfahrung, solider Artenkenntnis. Man beachte dazu die Leserkommentare zu meinem früheren Blogeintrag über die Qualitätssicherung in der akademischen Ausbildung.

Zur Zeit gibt es in der Deutschschweiz keine Universität, die Ökologen ausbildet für diese Berufe. Was an der Uni Bern in der Ausbildung zum Ökologen angeboten wird, kommt in die Kategorie „Verschwendung von Talenten“, „Missbrauch der Jungen“, „Produktion von arbeitslosem, akademischem Proletariat für Strassendemos“. Auf diesem Weg werden ein paar ganz wenige sich für die akademische Forschung qualifizieren. Einige weitere werden Gymerlehrer, aber da hat es schon zuviele auf Stellensuche. Und einige übrige werden zu unbedarften Aktenschiebern.

Was die Universitäten in der Westschweiz bieten, kann ich zur Zeit nicht beurteilen. Am wenigsten schlimm ist es noch an der ETH Zürich.

An den Fachhochschulen sieht es so aus, dass für Teilbereiche die richtigen Fachleute ausgebildet werden. Mir tut weh, jungen, intelligenten Menschen mit Matura den Gang an die Fachhochschulen zu empfehlen. Für die Schweiz ist nicht gut, wenn die Fachhochschulen verakademisiert werden. Auf die Art werden erfahrene Handwerker auf ihrem eigenen Terrain auskonkurrenziert. Allerdings ist ein Masterstudium sowohl an den Fachhochschulen in Zollikofen wie in Wädenswil nicht zu verachten.

Wenn also ein Ökologe ein regelmässiges Einkommen sucht, dann muss ich zur Zeit empfehlen: Seilt Euch ab von dieser Uni, sobald Ihr nur könnt!

N.B. Man beachte im übrigen die Orthographiefehler in dem obigen Zitat aus answers.com, dazu den leichters unbeholfenen Wortschatz, die Kommafehler und man gebe sich bitte schön zufrieden mit dem holprigen Englisch, das die meisten der Dozenten in unserem überelitären Fachbereich reden.

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