Im Hinterher…

… weiss man es immer besser.

Diesmal kam das Hinterher allerdings schnell wie der Hammer. Ich war grad dabei, meinen Schlussbericht für den Kurs in statistischer Analyse von Experimenten für Ökologen fertigzuschreiben. Um exakt zu sein: Ich brachte einen Ausdruck zur Post und wollte zuhause noch ein wenig an den Formatierungen basteln für die Version per email. Und während ich also auf dem Weg zum Schalter bin, mache ich noch mein Postfach auf und finde das Buch, das ich vor ein paar Tagen aus England bestellt hatte.

Im Verlauf des Semesters und vor allem während ich an der Abschlussarbeit schrieb, kamen mir immer wieder dieselben Fragen: Technisches, wo ich nicht recht wusste, wie ich das Problem lösen konnte mit Programmieren. Es waren Sachfragen, zum Beispiel, wie ich die Resultate von Regerssionsmodellen richtig interpretieren soll, wie die Diagnoseplots zu verstehen sind. Und genau hier hilft mein Neuzugang in meiner Privatbibliothek weiter. „R in Action“ von Robert I. Kabacoff ist ein Volltreffer.

Etliche seiner Vorschläge hat Rober Kabacoff auch auf seiner webseite Quick-R veröffentlicht. Dort kannst Du vieles sofort nachschlagen, ohne das Buch kaufen zu müssen. Die Beispieldatensätze kannst Du übrigens bei Dir selber im R jetzt schon laden. Sie sind mit Deiner R-Grundinstallation zusammen als Übungsbeispiele auf Deine Festplatte geschwemmt worden.

Die einzelnen Kapitel beschreiben das Vorgehen beim Programmieren für bestimmte Problemstellungen anhand von vier oder fünf Datensätzen, die dann immer wieder weiterverwendet werden. Mit unserer Vorbildung nun, kann ich das Buch so empfehlen: Wenn Du irgendwo nicht weiterweiss, nicht draufkommst, wie die R-Befehle gemeint sind, wie oder wo es hakt und Du nicht ans Ziel kommst, dann kannst Du das Buch im richtigen Kapitel aufschlagen. An der Stelle brauchst Du nicht mehr als ca. 4 bis 5 Seiten zu lesen und die Beispielprogramme durchzuarbeiten. Dann sollte es gehen. Man merkt dem Buch den erfahrenen Lehrer an.

Im Statistikkurs haben wir alle Aufgaben mit Hilfe der Standardfunktionen gelöst. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je eine library nachgeladen hätten in unseren Lösungen. R in Action zeigt bei vielen Aufgaben zuerst die Lösung mit den Standardfunktionen, wie wir das gemacht haben und nachher noch eine einfacher zu programmierende, gründlicher zu interpretierende, flexiblere Lösung mit anderen Funktionsbibliotheken. Viele dieser Bibliotheken wie zum Beispiel das „car package“ sind in der Grundinstallation schon auf Deinem Computer gelandet. Du müsstest sie also nur im Skript aufrufen mit library(car) und könntest dann die Funktionen verwenden wie in dem Buch beschrieben. Ich finde, es lohnt sich, diese Sachen auszuprobieren!

R in Action ist eigentlich ein Lehrbuch. Ob es als Anfängerlehrbuch geeignet ist, da habe ich keine Ahnung. Ich kann das Buch nur beurteilen aus meinem jetzigen Wissensstand heraus, nachdem ich zwei R-Kurse mitgemacht habe: Im Sommer den Blockkurs in Programmierung bei den Statistikern und im Herbst eben den Kurs in der Analyse von ökologischen Experimenten.

Auf den websites von Amazon.com und von bookdepository.co.uk wird das Buch falsch beschrieben,so als wäre es für irgendwelche buisness Statistiker gemacht. Vermutlich denkt der Verleger, dass er so am meisten verkauft davon. Die Beispiele im Buch sind aus der Technik aus der Psychologie, aus der Ökologie, Biologie, Soziologie. Es ist eine gute Mischung und genau auf dem Niveau, das ich jetzt brauche.

Es gab beim Schreiben des Abschlussberichtes Formulierungen, wo ich mir nicht so recht helfen konnte, einen Vorgang sauber und bündig sprachlich zu fassen. Da war ich unnötig verunsichert vor allem nachdem im letzten Semester ein paar besserwisserische Assistenten an meinem Englisch herumgemäkelt hatte und fanden, ich täte keine schönen Sätze schreiben, so als wären wir hier im Anglistikstudium. In R in Action fand ich auf Anhieb eine Standardformulierung, die ich einfach umsetzen könnte. Leider war es da schon zu spät. Am Abend vom Abgabetermin war ich nicht mehr imstande, auch nur kurz durch ein solches Buch zu blättern. Da reichen meine Gesundheit und meine Konzentrationsfähigkeit nicht. So kommt es, dass ich halt erst zwei Tage hinterher im Buch krame und merke, wie ich es am besten gemacht hätte.

Hätte mir das Buch im Hinterher genützt? Ich weiss nicht. Immerhin lautet mein Auftrag ja, mich ein wenig dumm zu stellen, nicht übermässig viel zu können und ja nicht zu perfekt zu arbeiten. Mit meinen Mängeln in der Abschlussarbeit liege ich wohl grad richtig, Welch Desaster, wenn ich dieses Buch zur Hand gehabt und die Fehler ausgemerzt hätte! So habe ich auch diesen Teil meines Auftrages gut hinbekommen.

Übrigens, falls Du jemanden kennst, der das gedruckte Buch schon gekauft hat: Vielleicht leiht er Dir die pdf Version dazu aus. Der Code zum Herunterladen ist vorne in das Buch geheftet.

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