Zu recht…

… gibt die sozialistische Berner Baudirektorin die Gewinnwarnung heraus. Im Kanton Bern können in den nächsten Jahren nicht mehr nach Belieben Bahnlinien und Bahnhöfe vergrössert werden. Der Bund hat nicht mehr beliebig Geld, die heute schon aufgeblähte Bahninfrastruktur zu vergrössern. So wie Barbara Egger es sagt allerdings, da könnte man meinen, es ginge einfach um ein vorläufiges Warten, ein bisschen vor sich Herschieben und dann wird alles wieder gut und wir können weiterbauen. So beurteilen die meisten von uns die aktuelle Wirtschaftslage und daraus ziehen sie ihre Schlüsse, wenn es um die Fortsetzung des masslosen Verkehrswachstums geht.

Die Realität ist leider eine andere: Wir sehen eine weltweite Wirtschaftskrise auf uns zukommen. Daraus werden wir uns vielleicht oder vielleicht nicht in den nächsten 10 bis 15 Jahren herauschrampfen. In der letzten Zeit hat niemand ausgerechnet, wieviel Subventionen die Steuerzahler pro Jahr in den Vergemeinschafteten Verkehr (VV) stecken. Grob über den Daumen sind es 35 Milliarden Franken. Geschützt werden die sorgfältig gehüteten Pfründen sozialdemokratischer Baudirektoren, sozialdemokratischer Bahndirektoren, grüner Parlamentarier mit sorgfältiger Fehlinformation.

Als Vergleichszahlen noch, damit man das Augenmass hat zu diesen 35 mia. Die Armee kostet uns 5 mia., die Landwirtschaft 4 mia., die schweizerische Eidgenossenschaft setzt pro Jahr 60 mia. um. (Davon werden ca. 5 mia. ins Ausland verschenkt unter allen möglichen Titeln).

Die Frage ist demnach, wie lange wir uns diesen massloss überteuerten Luxus eines Vergemeinschafteten Verkehrs auf Eisenbahn, Postauto, Bus und Tram leisten können. Was passiert, wenn das Geld fehlt?

Zudem ist der VV im ganzen gesehen bei der Bewältigung des tatsächlichen Verkehrsaufkommens eine quantité négligeable. Er wird gibt zwar viel Gesprächsstoff für die Zeitungen, macht Politiker wichtig und sozialdemokratische Bahndirektoren fett. Von der Infrastruktur her ist ein grosser Teil der Schweiz vollkommen abhängig vom motorisierten Privatverkehr: Alleine nach Bern pendeln täglich 100’000 Angestellte (die Angabe stammt vom Dauersüffel Tschäppät und ich tue jetzt so, als hätte er sie in einem seltenen nüchternen Moment bekannt gegeben). Davon kommen 80% mit dem Auto. Bahn, Busse, Trams sind auf jede denkbare Weise nicht eingerichtet, diesen Verkehr zu schlucken.

Platz haben wir auch nicht wirklich. Jeder ernsthafte Umweltschützer muss sich mit Händen und Füssen wehren gegen noch mehr Eisenbahnen. „Umlagerung“ auf die Bahn ist heute nur noch eine linke Durchhalteparole. Man muss sich im klaren sein, dass jeder Personentransportkilometer bei der Bahn 3mal soviel Land verschleisst wie ein Personentransportkilometer per Auto. Wir haben den Irrsinn, dass beinhae jeder täglich 30 ode 50 km auf die Arbeit fährt. Dass wir das auch noch mit der Bahn tun könnten ist weit jenseits unserer Möglichkeiten, wir haben den Platz nicht.

Was also werden wir tun, wenn uns der Stutz wirklich ausgeht? Fahren dann alle nur noch Auto? Wir können uns nicht wirklich darauf verlassen, ob wir uns das dann noch leisten können, jeder Erwachsene sein eigenes Auto und täglich Sprit für 7 oder 8 Franken verbrennen. Es werden ja nicht nur die Steuereinnahmen für den VV fehlen, sondern die Löhne brechen auf der breiten Front ein. Arbeit gibt es immer. Die Frage ist, wer bezahlt und wieviel. Bei den Treibstoffpreisen sind wir abhängig von den Launen eines Welthandels, von geostrategischen Bündnissen und von blutigen Kriegen, die andere anderswo zu unseren Gunsten oder zu unserem Nachteil führen.

Ein erster und kurzfristiger Ansatz wäre die Autoteilet. Die könnten wir mit wesentlich weniger Aufwand organisieren als den Ausbau des VV. Eine Art Fahr-Partnerbörse im Internet, wo man für den täglichen Weg zur Arbeit sich organisiert, das müsste rasch, sauber, zuverlässig zum Laufen kommen.

Selbstverständlich gibt Barbara Egger lieber 20 Millionen für ein weiteres Bahngeleise zwischen Bern und Münsingen aus als 200’000 Franken für eine brauchbare, selbstorganisierende Fahrgemeinschafts-Vermittlung. Auf die Art würden die SP und ihr VV-Beamtenheer selber zur quantité négligeable, ohne Ideen und ohne Mut.

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