Behördlich genehmigter Schwachsinn.

Im „wöchentlichen Publikationsorgan der Gemeinden des Oberen Emmentales“, dem Amtsanzeiger für meine Wohngemeinde Eggiwil also, lese ich am 17. November nachfolgend im Originaltext kopierte, informative und instruktive Nachricht:

Teilrichtplan ökologische Vernetzung (TRPöV)
Genehmigung durch den Kanton

Gestützt auf Art. 110 der kantonalen Bauverordnung macht der Gemeinderat Eggiwil bekannt:
Das Amt für Gemeinden und Raumordnung hat mit Verfügung vom 7. November 2011 die vom Gemeinderat am 6. Juni 2011 beschlossene Teilrichtplanänderng ökologische Vernetzung (TRP-V) in Anwendung von Art. 61 BauG als Richtplan in Anwendung von Art. 16 Abs. 2 LKV als Vernetzungsprojekt genehmigt.

Der vom Amt für Gemeinden und Raumordnung am 1. Oktober 2004 genehmigte Teilrichtplan ökologische Vernetzung wird durch diese Unterlagen ersetzt.
Der Teilrichtplan ist mit der Genehmigung durch den Kanton in Kraft getreten.

Eggiwil, 14. November 2011, Der Gemeinderat

In der gleichen Ausgabe des Amtsanzeigers finden sich gleichlautende Veröffentlichungen der Gemeinden Röthenbach und Trub.

Dazu muss man wissen, dass im oberen Emmental eine grosse Anzahl von Einwohnern abgelegen auf Bauernhöfen wohnt. Sie arbeiten 7 Tage in der Woche und im Sommer 16 Stunden am Tag und nehmen dennoch intensiv am Dorfleben teil.

Ausser dem Vereinsleben noch zwei Möglichkeiten haben sie, sich über das Geschehen im Dorf auf dem laufenden zu halten. Die Männer bringen die Milch in die Käserei und können dort ein wenig tratschen. Die Frauen haben den Amtsanzeiger auf dem Küchentisch und lesen sich durch die Nachrichten ihrer Wohngemeinde, diskutieren die Dinge hinterher mit Familie und Freunden.

Eine grosse Zahl von Leuten hier stellt Baugesuche. Viele Bauhandwerker wohnen in unseren Gemeinden und bauen für sich selber, für ihre Kunden und zusammen mit Kollegen aus der Gegend. Sie interessieren sich ebenfalls für die Publikationen im Amtsanzeiger.

Was lernt der geneigte, informierte, moderne und aufgeschlossene Bürger, wenn ihm der Amtsanzeiger solchen Schrott um die Ohren bängglet?

Ökologie, das ist die Welt der Beamten, die auf Kosten der ehrlichen, hart arbeitenden, Steuern zahlenden, gesetzestreuen Einwohnerschaft parasitieren. Die Ökologen haben sich in diesem Staatswesen eingerichtet wie die Maden im abgehangenen Kalbfleisch. Irgendeinen lebenspraktischen Sinn, welcher Art auch immer, kann man einer solchen Verlautbarung nicht entnehmen.

Ein beachtlicher Anteil meiner Mitstudenten in „Ecology and Evolution“ wird später exakt in diesen Ämtern arbeiten. Wenn sie nicht dringendst solche Methoden auf den Kopf stellen, werden sie den Bernern vor allem folgendes klar machen: Ökologie ist etwas was man vermeiden, umgehen, aus dem wahren Leben fernhalten, bekämpfen, finanziell aushungern, so rasch als möglich vergessen muss.

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