Rechenschaft, Nützlichkeit?

In „Die Weltwoche“ vom Mittwoch, 16. November 2011 wehrt sich der promovierte Geograph Michael Hermann gegen die Kritik aus den Universitäten. Er hatte vor Jahren die „smartvote“ Graphiken entwickelt, die heute in den Tageszeitungen ganz gängig abgebildet werden, um Volksvertreter einzuordnen.

Er wirft mit seinem Diskussionsbeitrag die Frage in die Runde, ob Wissenschafter ihre Forschungsergebnisse in die zahlende Öffentlichkeit zurückfliessen lassen sollen oder ob es genüge, wenn sie sich vom schnöden Pöbel fernhalten und sich als „Spitzenforscher“ isolieren.

Er betreibt sein eigenes privates Büro und kann sich leisten, seine Meinung zu sagen. Er hat sein eigen Einkommen ohne auf sesselfurzende Bildungs-Apparatschiks bei den Bundesämtern und beim Nationalfonds Rücksicht nehmen zu müssen.


Auszug aus dem Artikel in der Weltwoche vom 16. November 2011
Replik: Akademische Inquisition – Hauptsache, international

Der Einfluss der akademischen Hohepriester ist auf den Elfenbeinturm beschränkt. Dass dies so ist, hat sich die Universität letztlich selbst eingebrockt. Dort zählt heute nur noch der Austausch auf internationalem Parkett. Gerne und selbstverständlich nimmt man zwar die Gelder der öffentlichen Hand, bemüht sich aber nicht um den Rückfluss der Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit, und diese lässt sich von den Hochschulen allzu leicht mit dem Argument der internationalen Spitzenforschung abspeisen. Was für die Naturwissenschaften gut und richtig ist, führt in den Sozialwissenschaften nämlich nicht selten zu selbstreferenziellen, abgehobenen und sich um sich selbst drehenden Forschungstätigkeiten.

Wenn der akademischen Politologie meine Arbeit nicht schmeckt, dann gibt es nur einen Weg, mir etwas entgegenzustellen. Dazu müssen sich die Professoren jedoch aus dem Elfenbeinturm wagen und sich um eine auch ausserhalb der Fachkreise verständliche Sprache bemühen. Dann dürfen sie sich nicht zu schade sein, auch mal mit einem weniger gut informierten Journalisten zu sprechen. Dies wäre durchaus ein Gewinn, denn es gibt unter den Wissenschaftlern an den Universitäten einige, die auch der breiten Öffentlichkeit Interessantes mitzuteilen hätten.

Michael Hermann … Der promovierte Geograf ist der Erfinder der Spinnennetzgrafiken, mit denen sich Kandidaten politisch einordnen lassen.

Meine Frage an Sie liebe Leser:

Stimmt das so? Ist es „gut und richtig“ für die Naturwissenschafter, wenn ihre Forschungsergebnisse nicht in die zahlende Öffentlichkeit zurückfliessen, wenn dieses elitäre ausschliesslich als „internationale Spitzenforschung“ gerechtfertigt wird?

Ist es wahr, dass Ökologen keine „selbstreferenziellen“ Systeme bilden?

Stimmt es, dass Biologen nicht mit Journalisten zu reden brauchen?

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