Man kann es auch so lesen:

In der heutigen Bernerzeitung online finden wir die Ankündigung der internationalen Energieagentur, dass sich unser Globus um ganze 6°C erwärmen werde. Der Grund sei nämlich, dass sehr viel mehr und sehr viel schneller der Energieverbrauch ansteige. Besonders dramatisch nimmt die Umweltzerstörung in der Volksrepublik China zu.

Mit der üblichen Klimablödelei muss heutzutags jedes ernste Anliegen geschmückt werden. Abgesehen davon haben wir es mit schwerwiegendem zu tun: Dem unwiederbringlichen Verschleiss von begrenzt verfügbaren fossilen Brennstoffen und der Umweltfolgen unkontrollierter Gier.

Richtig ist die Schlussfolgerung, dass man in allen Lebensbereichen mit wenig Aufwand die Nutzung der verfügbaren Energiequellen wirkungsvoller machen könne. Mit weniger Energieverbrauch besser leben, das wäre also der Plan. Ausserdem werden wir uns den Ausstieg aus der sauberen, CO2 vermeidenden, landschaftsschonenden, zuverlässigen Nutzung der Kernspaltung abschminken.

Ein bisschen verklausuliert bekommen wir mit, dass für dieses ungeplant rasche Ansteigen des Öl- und Kohleverbrauches die Chinesen verantwortlich sind. China müsse mehr tun bei der Verbesserung der effizienten Energienutzung. Zur Erinnerung: Die Volksrepublik China setzt pro Monat ein zusätzliches Kohlekraftwerk in Betrieb. China kauft weltweit Kohlebergbaukonzerne ein mitsamt deren Minen, in Kanada, in Australien, wo immer sie es grad bekommen.
Ausserdem gelten in China die Umweltstandards höchstens auf dem Papier.

Darum lassen wir all unseren Elektronik- und Plasticramsch, die iPads, die iPhones, die iMacs in China herstellen. Zwar fällt die Umweltzerstörung den Chinesen genauso auf, aber Widerstand wird in jenem Land von der Polizei niedergeknüttelt, Rädelsführer nach Schauprozessen erschossen. So ist dann die Produktion viel billiger. Nur die iStudents, die iClimatics, die iGlobalBiologists sind demnach von der Produktionsverlagerung vorläufig ausgenommen.

Um es klarzustellen: Es gibt 1.2 Milliarden Chinesen. 1.1999 Milliarden davon haben das Wort „Klimawandel“ noch nie gehört. Die übrigen 0.0001 Milliarden haben begriffen, dass der CO2-Aussstoss ein gutes Argument im Wirtschaftskrieg gegen die USA und gegen Europa ist. Man macht den anderen ein schlechtes Gewissen, treibt deren Produktionskosten in die Höhe und hat freie Bahn in der weltweiten wirtschaftlichen Konkurrenz. Den Chinesen ist unsere Umwelt egal. Aber sie machen noch so gerne an internationalen Konferenzen mit, wo sie für sich immer neue merkantile Vorteile herausschlagen können.

Unsere europäischen iStudents informieren sich blitzschnell mit Hilfe ihrer chinesischen iMacs und iPhones über die neuesten und schlechtesten globalI Nachrichten. Also tun wir zwar nichts, aber wir sind informiert und grämen uns. Die Menschen wollen Angst haben, bedrückt sein, Kummer vor sich herschieben müssen. Wenn es ihnen zu gut geht, halten sie das Leben nicht mehr aus.

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