Das Argument des Abends.

Bei der kantonal bernischen Initiative gegen den Lehrplan 21 ist Schlussspurt. Wenige Tage vor dem Ende der Sammelfrist fehlen noch 1000 Unterschriften. Gegen meine sonstigen Gewohnheiten gehe ich von Tür zu Tür und erkläre, dass der Kanton ungefragt den Lehrplan 21 einführen will und dass ich Unterschriften sammle, damit das Volk mitreden kann. So gut ich das kann erkläre ich jeweils, worum es geht. Dann gerate ich in einem Garten an eine Versammlung von Leuten, die ich die meisten nicht kenne. Wenig scheu entschuldige ich mich und sage drei Sätze, warum ich mir erlaube zu stören. Die sind voll mit dabei beim Thema, diskutieren über die Volksschule, wie es sein sollte und was alles nicht funktioniert.

Ein junger Bursche hört aufmerksam zu und antwortet mit einer atemlosen Serie von kurzen prägnanten Argumenten. Er beschreibt sehr treffend, was alles schief laufen würde, wenn der Lehrplan 21 wirklich so wäre, wie ich ihn beschreibe. Viel besser als ich selber, nennt er die Schäden, die der Lehrplan 21 den Schülern zufügen wird. Seine Schlussfolgerung ist ebenso klar:

Das kann gar nicht wahr sein. Unsere Politiker sind nicht so blöd, dass sie so etwas beschliessen würden.

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Unterschriftenbogen auf Deutsch
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Ratlos!

Die Universität Bern hat dank einer grossangelegten internationalen Kooperation mit Forschern aus vielen europäischen Ländern herausgefunden, dass Wälder ihre ecosystem services besser erbringen können, wenn die Vielfalt der bestandesbildenden Baumarten grösser ist als in einer Monokultur von gepflanzten Holzlieferanten.

Das durfte ich letzte Woche zuvorderst auf der homepage der Uni Bern erfahren. Mein Chef in Bern war augenscheinlich massgeblich an dieser bahnbrechenden Entdeckung beteiligt.

Solche Ereignisse machen mich ratlos. Was soll ich damit anfangen?

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Hirnschiss!

Es geht heute um den Lehrplan 21 – Volksschulen also. Ich mache an dieser Stelle Werbung für die kantonal bernische Volksinitiative „Demokratische Mitsprache – Lehrpläne vors Volk“. Bis 21. Juli 2016 müssen 15’000 Unterschriften gesammelt werden.

Also, liebe Leser, allez hopp, ladet den Unterschriftenbogen herunter! Druckt aus, unterschreibt, klebt die Marke darauf und ab die Post!

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Neue Lehrpläne sollen nicht mehr von der Erziehungsdirektion eigenmächtig beschlossen und den Volksschulen übergestülpt werden. Sie müssen zwingend vom Parlament beraten, korrigiert, beschlossen und dem fakultativen Referendum unterstellt werden. Das verlangt die Initiative.

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Wozu das ganze?

Was ist das Studienziel im Fach Biologie an der Uni Bern?

Denkt die Uni Bern überhaupts darüber nach, wozu sie ganz allgemein Studenten ausbildet? Was sind die veröffentlichten Meinungen dazu? Die Uni äussert sich zu den Medizinstudenten. Sie will gute Ärzte ausbilden. Das erfahren wir ab und zu. Bei sämtlichen anderen Studienrichtungen schweigt die Universität Bern.

Wenn es um die berufliche Zukunft ihrer Absolventen geht, gibt sie ein Bild schnoddriger Überheblichkeit. Das wird umso auffälliger, wenn man das mit dem Interview mit der ETH-Rektorin Sarah Springman vergleicht.

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Danke!

Danke allen, die ich in den letzten zwei Wochen begleiten durfte!

Sechs Tage in zwei Wochen, vier verschiedene Übernachtungsorte, sieben Exkursionstandorte, drei Kantone, eine richtige roadshow über mehr als 400 km, quer durch die halbe Schweiz — das war die Gebirgswaldexkursion mit den Masterstudenten von der ETH.

Junge, lebendige, senkrechte Studienkollegen, wie ich sie seit einem Jahr kennenlernen durfte, die mir vertrauen, meine Fragen beantworten und nie an meiner Aufrichtigkeit zweifeln, mehr und besseres könnte ich nirgends finden.

Vielen Dank, ich bin gerührt.

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failsafe

Die Studentin kommt zu mir mit „Du als Botaniker“, zeigt mir ein Zweigende von einer Weisstanne, wir rätseln, ob der kleinen braunen Chnubel, die da auf der Zweigunterseite zwischen den Nadeln hervorstehen, ob das neue männliche Zäpfchen von diesem Jahr sind oder solche vom letzten Jahr. Man bekommt diese nicht jeden Tag zu sehen und diese Sorte Details, wann hatten wir das im Unterricht?

Männliche Blüten der Weisstanne. 1) Zweig von 2013, verblühte Blüten von 2014. 2) Zweigspitze von 2014, neue Zäpfchen für dieses Frühjahr 2015. 3) Zweigknospe für den Frühling 2015

Männliche Blüten der Weisstanne. 1) Zweig von 2013, verblühte Blüten von 2014. 2) Zweigspitze von 2014, neue Zäpfchen für dieses Frühjahr 2015. 3) Zweigknospe für den Frühling 2015

Schneebruch im Herbst und Winterstürme hatten in dieser Waldabteilung am Eschenberg gewütet. Kubikmeterweise wurden die Wipfel von 30 Meter hohen Weisstannen weggebrochen und zu Boden geschleudert. Dazwischen Zweige, Äste aller Grössen. Ich verspreche, der Sache nachzugehen und in meiner umfangreichen Privatbibliothek nachzuforschen.

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fun!

Hier werden Professoren gegrillt! Das Wort stammt nicht von mir, sondern von einem der jungen Studenten.

In Zweiergruppen sollen die Studenten einen Zusammenfassung erstellen, einen Fragebogen ausfüllen, Antwort geben darauf, was das Waldwachstum in der obermontanen Stufe begrenzt. Das ganze sieht harmlos aus. Die vierzehn jungen Leute sind längst vor den vorgegebenen 5 Minuten fertig und sollen Antworten in die Diskussion werfen.

Schon der erste der Studenten geht aufs ganze: Er gibt mutig genug eine Antwort, die gar nicht gefragt war.

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Oh yes, we can!

Kurzerhand habe ich den ganzen Mykolgiekurs der Uni Bern mitsamt der leitenden Privatdozentin bei mir einquartiert. So kann das Feldpraktikum ungestört durchgeführt werden. Hier sind wir nun, sitzen am Tisch beim Pilzrisotto. Mit leuchtenden Augen und glänzenden Wangen fragt die eine der Studentinnen, eine nach der anderen ihrer Kolleginnen in der Runde „Was ist es, was Dich beim Studium im Herzen bewegt?“

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Grandios!

Exkursion mit der ETH zum Thema Waldstandorte im Mittelland. Zwei Spezialisten begleiten uns, einer für die Vegetationskunde und einer für die Bodenkunde. Dies ist der zweite Tag von insgesamt sechs. Die Dozenten sind routiniert und gewissenhaft vorbereitet. Sie haben in einer Vorexkursion das Terrain angeschaut, die Abläufe besprochen, einen sorgfältigen Zeitplan gestaltet.

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Gesichtet!

Während unsereins an der Uni Bern weiter rätselt, wo sich mein Chef für gewöhnlich aufhält, höre ich mich halt auf den ETH-Exkursionen um: Der sei doch so viel im Ausland unterwegs, oder? Höre ich es läuten. Der sei immer so viel in Tartu (Estland), dort sei nämlich seine Freundin. Mehr erfahre ich allerdings nicht, weil nämlich, nein, das sei schliesslich seine Freizeit über die niemand Bescheid zu wissen brauche.

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Halbzweidrittel Recht.

Datenschutz gründet in der persönlichen Freiheit, die mir die Bundesverfassung garantiert. Ich darf sehen, was immer eine Behörde über mich schreibt und archiviert und ich kann erzwingen, dass falsche Informationen korrigiert, überflüssige gelöscht werden. Bei der Uni Bern habe ich Akteneinsicht verlangt, nachdem ich merkte, wie bei meiner Ausbildung jeder ein bisschen herumwchlütterlet und keiner wirklich weiss, was der andere tut und viel zu viel Geschwätz herumgeboten wurde, das mit mir und meiner Ausbildung nichts zu tun hatte.

Nach vier Jahren ist das Verwaltungsgericht dann so weit, dass es mir halbganzzweidrittel Recht gibt. Unter dem Strich: Die Uni hat ihren Laden nicht im Griff, verursacht mir als Studenten unnötig einen riesigen Aufwand und am Schluss kostet mich die plumpe Dienstverweigerung von Dr. iur. Christoph Pappa 1675 Schweizer Franken an Verfahrenskosten zusätzlich zu vier Jahren unnötigem Ärger. Die Akten bekomme ich dann doch und ich bin jetzt schon gespannt, was die Leute zu verbergen haben.

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