Im Vorzimmer wird es eng.

Im Vorzimmer von Bundesrat Doris „Bibi“ Leuthard stehen sich bekanntlich die Lobbyisten gegenseitig auf die Füsse. Als kleine Scheidungsanwältin aus dem Aargau ist sie sehr offensichtlich nicht wirklich sachkundig, wenn es um die drängenden Fragen der Energie-, Bahn- und Infrastrukturpolitik geht. Regelmässig plappert sie einfach in der Öffentlichkeit nach, was die Interessenvertreter ihr vorsagen. Leider verrennt sie sich über die Zeit und sagt halt auch das Gegenteil vom letzten mal, vermutlich ohne es zu merken. Wir haben zur Zeit keinen zweiten Bundesrat, der so profillos einfach die Fahne in den Wind hängt.

Doch diesmal traut die Frau Bundesrat der Sache nicht mehr. Es will einfach nicht klappen mit den Windredli. Die lauen Lüftchen machen keinen Strom und nachts, im Winter, wenn wir unsere Wärmepumpe anwerfen, da kommt auch so gar kein Strom aus den Sonnendechli auf dem Freilaufstall ennet der Kantonsstrasse.

Also telefoniert sie dem Herrgott und fragt ihn um seine Meinung.
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Not possible!

Die chinesische Masterstudentin geht leicht nach vorne gebeugt neben mir her. Sie ist wesentlich grösser gewachsen, als ich sie bisher wahrgenommen hatte. Sie macht sich mit ihrem bescheidenen Auftreten, dem nach vorne gesenkten Kopf, dem stillen Blick kleiner als sie ist. Jetzt ist ihre Stimme tief, sonor, überdeutlich: „Not possible!“ — Komplizierter als die chineische Regierung kann nicht einmal die ETH Bürokratie sein.

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Danke!

Danke allen, die ich in den letzten zwei Wochen begleiten durfte!

Sechs Tage in zwei Wochen, vier verschiedene Übernachtungsorte, sieben Exkursionstandorte, drei Kantone, eine richtige roadshow über mehr als 400 km, quer durch die halbe Schweiz — das war die Gebirgswaldexkursion mit den Masterstudenten von der ETH.

Junge, lebendige, senkrechte Studienkollegen, wie ich sie seit einem Jahr kennenlernen durfte, die mir vertrauen, meine Fragen beantworten und nie an meiner Aufrichtigkeit zweifeln, mehr und besseres könnte ich nirgends finden.

Vielen Dank, ich bin gerührt.

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fun!

Hier werden Professoren gegrillt! Das Wort stammt nicht von mir, sondern von einem der jungen Studenten.

In Zweiergruppen sollen die Studenten einen Zusammenfassung erstellen, einen Fragebogen ausfüllen, Antwort geben darauf, was das Waldwachstum in der obermontanen Stufe begrenzt. Das ganze sieht harmlos aus. Die vierzehn jungen Leute sind längst vor den vorgegebenen 5 Minuten fertig und sollen Antworten in die Diskussion werfen.

Schon der erste der Studenten geht aufs ganze: Er gibt mutig genug eine Antwort, die gar nicht gefragt war.

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Oh yes, we can!

Kurzerhand habe ich den ganzen Mykolgiekurs der Uni Bern mitsamt der leitenden Privatdozentin bei mir einquartiert. So kann das Feldpraktikum ungestört durchgeführt werden. Hier sind wir nun, sitzen am Tisch beim Pilzrisotto. Mit leuchtenden Augen und glänzenden Wangen fragt die eine der Studentinnen, eine nach der anderen ihrer Kolleginnen in der Runde „Was ist es, was Dich beim Studium im Herzen bewegt?“

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Die Kotelett-Touristen.

Am Mittwoch fuhr ich zum ersten mal nach Waldshut, ennet dem Rhein, um Kommissionen zu erledigen. Meine Motivation war ziemlich einfach: Ich kaufe oft technisches Zubehör, Bauteile, Werkzeug im nahen und fernen Ausland. Ich habe in Waldshut ein Postfach, hole die Waren dort ab und bringe sie persönlich über die Grenze. Ich spare mir damit Kosten und Ärger mit der Schweizerischen Post. Die Fillialleiterin auf der Post hier im Eggiwil meinte vor fünf Jahren noch, sie mache einen guten Witz, als sie als Antwort auf eine Reklamation meinte, ich solle die Sachen doch selber bringen und holen.

Jetzt sind wir also so weit. Mit meiner Behinderung ist das eine stolze Reise, die ich während 8 Monaten sorgfältig vorbereitet hatte, bei der sowohl Zeitablauf, wie Route und Zwischenhalte minutiös geplant werden mussten. Sonst hätte ich keine Chance da durchzukommen.

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Für die Söhne und die Töchter.

Heute war Euer erster Tag im Studienjahr, für viele von Euch der Beginn des Universitätsstudiums überhaupt – Ich will Euch ins Gewissen reden.

Ihr habt jetzt die besten Jahre Eures Lebens vor Euch. Nie sonst im Leben lernt ihr so schnell auf einem solchen Niveau von komplexen Überlegungen, so ins Detail.

Viele von Euch sind zwei Jahre jünger bei Studienbeginn als wir das waren. Viele sind knapp 19, wenn sie die ersten Tage im Hörsaal verbringen. Die Matura ist ein Jahr früher und viele machen keinen Militärdienst. Das ist ein Nachteil, wenn es darum geht, sich selber zu organisieren, in einer fremden Umgebung vollkommen selbständig seinen Alltag, sein Lernverhalten zu gestalten. Ich weiss, man redet Euch ein, Ihr seid mit 20-jährig schon erwachsen und vor ein paar Jahren haben die linken Weltverbesserer sogar durchgesetzt, dass man in der Schweiz schon mit 18 mündig ist.
Schliesslich gebe ich Euch auch noch einen Ratschlag: Lasst die Finger von minderwertigen Universitäten. Wenn Ihr Euch die ETH nicht zutraut, dann lasst es besser bleiben.

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Deutlich genug!

Der neue Rektor der grössten aller Schweizer Universitäten, der Universität Bern nämlich, setzt sich vehement zur Wehr. In der Bernerzeitung von heute gibt er ein Interview und erklärt deutlich und für alle verständlich:

«Wir sind keine Provinz-Universität»

Die Uni Bern hat mehr Studenten als jede andere Uni in der Schweiz, mehr sogar noch als die ETH.

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