Witzlos.

Das Ziel eines naturwissenschaftlichen Studiums an der Uni Bern sei, innerhalb enger Fristen und unter Zeitdruck gut formulierte Berichte abzuliefern. Das sei das eigentliche Können von Masters of Science, wie es die Uni Bern mit dem Verleihen ihres wissenschaftlichen Grades bestätige. Vom Erwerb wissenschaftlicher Fachkenntnis als Studienziel finde ich in dem ganzen sechzehnseitigen Papier nichts erwähnt.

Mit seiner Unterschrift macht der Dekan der philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern amtlich, was ich schon seit längerem in diesem Blog kommentiere.

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Putzig.

Ein Schwall von Tränen spritzte mir aus den Augenwinkeln, aber ich wusste nicht, ob es vor lauter Lachen war oder ob ich weinte. Letztlich blieb mir nur die Ungläubigkeit, mit der ich dieses Papier anstarrte. Ende März erreichte mich eine Stellungnahme des Dekans der philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern. Er moniert, dass das biologische Wissen, das ich seinerzeit für mein zweites Vordiplom erworben hatte, heute hoffnungslos veraltet sei.

Ich zitiere wörtlich:

Der Beschwerdeführer dokumentiert mit seiner Zusammenstellung der altrechtlichen Diplomreglemente .. anschaulich, in welch hohem Tempo sich gerade auch das Fach Biologie in den letzten Jahren entwickelt hat.

Ich denke: “Waaas? Dass die Biologie sich weiterentwickelt, kann man anhand der Studienreglemente feststellen????”

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Statistik — Neuerscheinungen.

Ein paar von den besseren Büchern zur ökologischen Statistik sind in den letzten Monaten neu erschienen. Ich gebe eine kommentierte Liste und wünsche, dass ich diesmal auch für diejenigen Assistenten von Nutzen bin, die sich gerne über mein Blog nerven.

Insbesondere Legendre & Legendre: “Numerical Ecology” war schon längst überfällig. Es wird als Referenz regelmässig zitiert und ist seit Jahren vergriffen.

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Behindertengleichstellung an der Uni Bern.

Den nachfolgenden Eintrag habe ich gleichzeitig in meinem anderen Blog veröffentlicht. Er betrifft beide Bereiche, das Ökologiestudium an der Uni Bern wie auch meine rechtliche Situation als Behinderter.

Die Universität Bern unterhält eine website übertitelt mit “Studium und Behinderung”. Mit einem ganzen Chratten voll von Wegleitungen und Formularen gibt sich die als Kontaktperson genannte Dorit Fankhauser als zuständig. Am 28. Juli 2011 nahm ich erstmals mit ihr Kontakt auf. Inzwischen hat sich die ganze Angelegenheit als Blendwerk herausgestellt. Die Frau tratscht lieber hinter meinem Rücken herum anstatt sich nützlich zu machen. Zudem hat das Rektorat bis anhin keine Entscheidungskompetenz in Sachen Behindertengleichstellung.

Mit dem Behindertengleichstellungsgesetz wurden 2004 im schweizerischen Bildungsrecht Vorschriften zum “Nachteilsausgleich” eingeführt. In der Bundesverfassung Art. 8, Abs. 2 steht das Verbot der Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Religion, Behinderung, etc. Das wird vom Behindertengleichstellungsgesetz spezifiziert.

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Globetrotterin.

Ich hatte gefragt, wer Ökologen anstellt, die mit einem Masterabschluss frisch von der Berner Uni kommen. Nach einem Vortrag der bernischen botanischen Gesellschaft sitzen wir noch im Spunten. Mir gegenüber schlürft der langjährige Chef und Teilhaber eines namhaften Berner Ökobüros den Schaum von einer Stange Panasch.

“Die interessieren mich nicht.” Aha, das hatte ich wieder einmal befürchtet — die jungen Naturforscher will keiner haben.

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Agnus Dei.

Lamm Gottes, der Du erträgst das Böse in dieser Welt, erbarme Dich unser!
… gib uns Frieden!

Mittagessen im Farnhaus des botanischen Gartens: Einer meiner jungen Studienkollegen ist kurz vor dem Masterabschluss. Zuhause hat er Frau und Kind zu ernähren. Jetzt bittet er die Runde von Kollegen um Vorschläge für seine Stellensuche.

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ECTS bolzen.

Stoff vertiefen könne man mit heutigen Studenten nicht. Die seien geistig unbeweglich und täten nichts als Europa-Punkte bolzen.

Wie oft habe ich in den letzten Jahren Dozenten klönen gehört! Die Studenten von heute täten sich kaum für die Lehrinhalte interessieren, sondern sie täten nur immer auf die Anzahl ECTS-Punkte schielen und wie sie die mit möglichst wenig Aufwand hereinbekämen.

In Wahrheit sind es die Professoren selber, die ECTS bolzen.

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Oh yes, we can!

Kurzerhand habe ich den ganzen Mykolgiekurs der Uni Bern mitsamt der leitenden Privatdozentin bei mir einquartiert. So kann das Feldpraktikum ungestört durchgeführt werden. Hier sind wir nun, sitzen am Tisch beim Pilzrisotto. Mit leuchtenden Augen und glänzenden Wangen fragt die eine der Studentinnen, eine nach der anderen ihrer Kolleginnen in der Runde “Was ist es, was Dich beim Studium im Herzen bewegt?”

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Der clevere Student weiss sich zu helfen!

Du solltest Deinen Praktikumsbericht fertigschreiben, zünftig für die Seminararbeit recherchieren? Deine WG-Nachbarn nerven Dich mit lauter Musik und sie überstellen den Schüttstein mit dreckigem Geschirr? Zuhause bei Muttern ist es auch nicht besser? Dort übt Dein Bruder Schlagzeug, der Hund winselt weil er zum Spazieren hinaus will?

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Kann man?

Kann man es noch schlimmer machen? Kann man Artenkenntnis noch schlechter unterrichten, als man das heutzutags den Ökologiestudenten an der Uni Bern antut? Die Antworten am Schluss dieses Beitrages sind “Ja, man kann.” “Nein, die Jungen sind nicht so blöd, dass sie es nicht merken täten.”

Die junge Frau ist zum ersten mal in unserer Bibliothek. Sie erkundigt sich nach den Gepflogenheiten und ob sie als Studentin von der pädagogischen Hochschule wohl hier lernen dürfe.

Sie hat ein Blechtruckli mit drei Dutzend briefmarkengrossen Bildchen von Pflanzen bei sich.
Die soll ich lernen für die Prüfung. Diese Bildli haben wir von unseren Dozenten bekommen.

Im Verlauf des Gespräches werde ich zu allem hinzu herausfinden, dass dieser Dozent an der Uni Bern zum Biologen ausgebildet wurde — und zwar zu einer Zeit wo die Professoren schon am Proleten waren, Artenkenntnis bräuchten Biologen von heute keine mehr. Es sind solche Ergebnisse elitären Dünkels, die mich zur kalten Wut treiben.

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Anything goes!

Wir leben in der Zeit des moralischen anything goes. Das ist ein Erbe der 68er Bewegung. Erwachsene Menschen tun so, als wären sie verpflichtet und machen dann was ihnen grad in den Kram passt. So bleibt dann die Frage, inwiefern sich Erwachsene überhaupt noch von verzogenen Goofen unterscheiden.

Einen Mischmasch von eindeutig formulierten Verpflichtungen und nebulösem blablabla finden wir zum Beispiel in den “Richtlinien zu Aufgaben und Anstellung von ordentlichen und ausserordentlichen Professorinnen und Professoren an der Universität Bern”.

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Jede eine kleine Eulerin.

Es gibt die seltenen, schockierenden Momente in diesem Studium, wo die Wirklichkeit brachial offenliegt. Besuch in der Vorlesung über Kombinatorik und Wahrscheinlichkeit vor einem Jahr: Vor mir hockt eine Reihe sehr gut gekleideter (und sicher nicht H&M, glaubt mir), gut geschminkter Fräuleins und die spielen mit ihrem Smartphone Sudoku unter dem Tisch. Sie tun das in einer Vorlesung nach der anderen — während Wochen. So wenig wie ich von Mathematik verstehe, so sieht mir das dann schon so ähnlich aus wie Kombinatorik. Ich kratzte mich am Kopf.

Ich fragte mich, wie diese Frauen am Semesterende die Prüfung bestehen wollen. Zudem wundert mich, wozu die eigentlich sich die Mühe machen, im Hörsaal zu erscheinen. Ist das hier ein Sudoku-Kränzchen für 20-jährige, ein Sehen und Gesehenwerden? Zudem fragte ich mich, wieviele von diesen Frauen später einmal klagen werden, sie täten weniger Lohn verdienen, als ihre männlichen Kollegen.

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Aiii aiai aiaiiih!

Kaum kann man mein Blog ein paar Stunden lang nicht erreichen, ist schon Krise. Ich glaube es nicht!

Gestern vormittag war mein Blog auf einmal nicht mehr zu erreichen. Ich hatte anderes zu tun, als meinem Blog zuschauen, wie die Besucher hereintröpfeln. Darum reklamierte ich erst gegen Abend beim Provider. Und was machen meine vielen Leser derweil?

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Erkenntnis für freie Menschen.

… ist der Titel eines Buches von Paul Feyerabend, Wissenschaftstheoretiker, lustigerweise bis zu seiner Pensionierung angestellt als Hochschullehrer an der ETH Zürich.

Es gibt vier Bücher, die mein Denken als junger Student und meine Einstellung zu den Naturwissenschaften geprägt haben. Sie mögen ein wenig davon begründen, wie anders ich mich in den Naturwissenschaften bewege. Wer Lust hat, zu lesen, nachzudenken, sich zu fragen, wie wir eigentlich zu unserem Wissen kommen:

Gregory Bateson (1979): “Mind and Nature: A Necessary Unity”.

Paul Feyerabend (1976): “Wider den Methodenzwang”.

Murray Bookchin (1982): “The Ecology of Freedom: The Emergence and Dissolution of Hierarchy”.

Sir Peter Kropotkin (1902): “Mutual Aid: A Factor of Evolution”.

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