Milliardenzürich.

Bekanntlich ist der Kanton Bern mit allem was dazugehört bankrott. Jedes Jahr muss er mehr Geld bei den anderen Kantonen zusammenbetteln. Dieses Jahr waren wir bei 1.2 Milliarden angelangt, die uns die Zürcher, die Zuger und die Schwyzer herüberschieben müssen.

Ein vergleichender Streifzug durch die Städte zeigt dann, wer die Milliarden hat und wer sie verdienen muss. Ich nehme zwei wichtige Kreuzungen aus Bern und aus Zürich zu Beispielen.

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Welt der Barbaren.

Waldbauvorlesung an der ETH. Von den anwesenden 15 Hörern kennt sich ein Dutzend schon aus dem Studium. Die meisten sind Frauen und an der Uni Bern wären sie Kandidatinnen für die Kür zum stummsten der stummen Fische. Ja nicht auffallen, ja nicht sich hervortun, ja nicht mehr von sich preisgeben als unbedingt sein muss, ja nicht sich blamieren.

Schon in den ersten beiden Stunden melden sich ausser mir selber noch vier andere ETH-Studenten zu Wort. Sie nehmen gerne Bezug auf Dinge, die sie in anderen Vorlesungen, zum Teil an anderen Instituten gehört haben und wollen vom Dozenten hören, wie das zu seiner Lehre passt.

Eines ihrer wichtigen Themen ist die Anwendung des Kyoto-Protokolls.

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Biergesang der Lobbyisten.

Wenn Lobbyisten daherkommen, so haben sie schon eine Meinung, äussern sich schon auf Vorrat öffentlich, bevor sie überhaupt wissen, worum es geht. Diesmal haben wir es mit dem Tierschutz zu tun. Aus dem heutigen Artikel im 20 Minuten:

Die Anträge der ETH und der Uni Zürich müsse man zuerst noch abklären, der Tierschutz sei aber sehr skeptisch.

ETH und Uni Zürich wollen an drei Rhesusaffen Versuche zu Gehirnfunktionen durchführen. Ein kleine Elektrode wird unter Vollnarkose im Hirn platziert. Durch ein Löchlein im Schädel muss ein Drähtlein eingeführt werden. Die Forscher sagen es deutlich, plagen kann man diese Tiere gar nicht:

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Ahnungslos

Gestern, Telefon mit Fürsprecher Markus Siegenthaler, Datenschutzbeauftragter im Kanton Bern. Mit ihm bin ich im Gespräch, nahezu so lange wie es den Datenschutzbeauftragten überhaupt gibt. Seinen Anleitungen folgende habe ich ein halbes Dutzend Datenschutzprozesse geführt und gewonnen, wenn es sein musste auch vor Verwaltungsgericht.

Dass die bei der Uni keine Ahnung haben, was zur gesetzlichen Akteneinsicht dazugehört und was nicht, das kann sich der Datenschutzbeauftragte nicht vorstellen.

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Vier Studenten, drei Prüfungen, zwei Universitäten…

… Zeit Rückschau zu halten auf drei Lehrveranstaltungen mit ihren Prüfungen. Meine jungen Studienkollegen berichten über nahezu identische Schwierigkeiten bei Prüfungen in der Molekularbiologie. Einer urteilt über drei Prüfungen an zwei verschiedenen Universitäten, er sei nicht ernst genommen worden. Man habe ihn über einzelne Chnüblidetails befragt, während er in grossen Zusammenhängen, die Prozesse, wie sie ineinander wirken, gelernt habe. Der andere Gesprächspartner sagt, er sei erwischt und fertiggemacht worden, indem man ihn über einzelne Strukturen in präzisen Details befragt habe, während er die Prozesse, wie die Abläufe ineinander wirken, gelernt habe.

Mir selber passierte noch einmal dasselbe. Allerdings reagierte ich anders.

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Doktoranden als Deputies.

Am botanischen Institut der Uni Bern habe ich das mehrmals erlebt. Professoren sind des Unterrichtens müde. Leistungskontrollen sehen sie als Vorwand, um so rasch wie möglich und mit so wenig Aufwand wie möglich die Studenten mit ECTSli zu versorgen. So kommt es dann, dass regelmässig Personal ohne die notwendige Lehrberechtigung Unterricht und Leistungskontrollen zugewiesen bekommt. Die Extremfälle, wie ich sie zu sehen bekam, waren einmal eine Doktorandin, die Leistungen von Bachelor- und Masterstudenten bewertete, ein ander mal ein Seminar von Masterstudenten, das von einem Doktoranden geleitet wurde.

Man könnte meinen, wir seien nicht in Berne, Switzerland sondern in Tombstone, Arizona und die Professoren schicken ihre Doktoranden auf die Jagd nach unentwegten Studenten, die sich immer noch an dieses Institut verirren. Fehlt nur noch der OK Corral wo ein gerichtsnotorischer Betrüger, Pferdedieb, Puffbesitzer, Gambler, Ehebrecher mit seiner Kumpane zusammen hartarbeitende Viehhüter zu Tode schoss und danach zu Weltruhm gelangte.

Mein eigenes Erlebnis mit einem Hilfssheriff in Tennessee gab mir den Eindruck von der harten Arbeit richtiger Männer in unserer modernen Zeit.

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Die Bolognareform ist nicht die Wurzel unserer Bresten.

Die Redaktorin von NZZ Campus hat mit Ihrer These vollkommen recht, es ist nicht die Bolognareform, die uns kaputtmacht. Die Wurzel allen Übels in der Schweiz ist in Wahrheit die Bürokratisierung sämtlicher Lebensbereiche, die Art wie eine exponentiell wachsende classe bureaucratique sich ausbreitet, alles und jeden in Bedrängnis bringt, der in diesesm Land produktive Arbeit leistet. Aspekte davon habe ich mehrmals in meinen Blogs angeschnitten.

Übergangen von den Journalisten, ist längst ein postmarxistischer Klassenkampf ausgebrochen in diesem Land. Dieser zeigt sich in dem unberechenbaren Verhalten der Stimmbürger, die der classe politique eine Ohrfeige nach der anderen verpasst. Sie sind die unentwegten, die längst gemerkt haben, dass die SVP sich für die Interessen der produktiven werktätigen Bevölkerung einsetzt und die SP die Privilegien der Ausbeuterklasse der Bürokraten verteidigt.

Die Tochter allen Übels ist der heutzutags übliche Thesenjournalismus. In den Redaktionen hockt die Sorte von Anpassern, die der classe bureaucratique zudienen, indem sie über die Welt berichten, wie sie sein sollte und nicht über die Welt wie sie ist. Sie sorgen für die stromlinienförmige Gleichförmigkeit des öffentlichen Diskurses.

Ich beschreibe im folgenden die sieben Grundübel schlecht gemachten Journalismus’ und nutze dazu den verlinkten Thesenbericht von Simona Pfister.

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Unterschiede.

Jetzt ist ein Jahr her, dass ich von der Pilzexkursion der ETH aus Valbella zurückgekehrt bin. Mindestens einen Blogeintrag von damals bin ich schuldig geblieben. Die Studentinnen der Forstwissenschaften und der Umweltnaturwissenschaften hatten mich gefragt, was die Unterschiede im Studienbetrieb seien zwischen dem ETH-Studium und demjenigen der Biologie an der Uni Bern.

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Die kleine Freude im Biologenalltag.

Ich kann es nicht lassen. Aber Schadenfreude ist immer noch die beste Freude. Die Lästernachbarin, diejenige, die sich über mich als “Chaos-Gärtner” lustig machte, die hat nie Unkraut in ihrem Salatbeet. Jäten gesehen habe ich sie auch nie, dafür schön präzise mit einem kleinen reservierten Giesskännlein hantieren. He nu, im selben Salatbeet steht auch ihr Johannisbeerstrauch. Der ist sauber entlaubt, hat wohl zuviel round-up erwischt.

Derweil bin ich schon bei der Brombeerernte und wöchentlich gibt es eine neue Portion Austernseitlinge.

Rechts Austernseitlinge auf Sägemehl, links Brombeeren, im Hintergrund Gladiolen vor dem Aufblühen, im Vordergrund Rotklee als Gründüngung.

Rechts Austernseitlinge auf Sägemehl, links Brombeeren, im Hintergrund Gladiolen vor dem Aufblühen, im Vordergrund Rotklee als Gründüngung.

Von wegen peer review.

Was machen Gutachter der wissenschaftlichen Fachzeitschriften eigentlich?

Vorletzte Woche war ein Forschungsgruppenleiter von der Novartis Gastdozent in unserer Epigenetikvorlesung. Verblüfft war ich darob, dass in den sehr gut ausgestatteten Labors der Novartis nur ca. 15% der universitären Forschung aus den peer reviewed journals reproduziert werden kann. Diese Zahl deckt sich auffällig mit der Bemerkung einer befreundeten Doktorandin in Vegetationsökologie. Sie untersucht die Regeneration von Trockenrasenvegetation, nachdem die intensive Beweidung aufgegeben wurde. Auch sie stellte fest, dass ca. 80% der publizierten vegetationsökologischen Literatur unbrauchbar in Bezug auf die untersuchte Fragestellung ist. Bei einem grossen Teil der publizierten Forschung fehlt es an der Validität – die journals liefern Schrott, um es klar zu sagen.

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Forscher als Spielzeug.

Über die Motivation der Politiker kann ich nur spekulieren: Ein halbes Dutzend Berner Grossräte verlangen die “Bestrafung” der Zürcher Wildbiologen — emel drei davon von der SVP aus dem Oberland und auch ein paar von der SP. Das Naturschutzinspektorat hat auch schon reagiert und den Zürchern telefoniert, die Forschungsarbeit sei einzustellen. Es geht um den Unfall bei einer wildbiologischen Doktorarbeit — dem Rehprojekt im Simmental–, wo 18 Rehkitze getötet werden mussten, nachdem ihre Funkhalsbänder sich nicht dem wachsenden Tier anpassten. Ich habe dazu kommentiert in meinem früheren Blogeintrag “Drehsessel-Ökologen”.

Gesundes Augenmass und vernunftgesteuertes Handeln sind nicht allzu gefragt, wenn man es mit den Jöhhh-härzig-Naturschützern zu tun bekommt. Die betreffenden Grossräte plustern sich auf, lenken von der eigenen Unfähigkeit ab. Wenn man die wirtschaftliche Misere in diesem Staat und Kanton Bern sieht, dann wird einem ob solch dümmlich wissenschaftsfeindlicher Gesinnung speiübel.

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Oh yes, we can!

Kurzerhand habe ich den ganzen Mykolgiekurs der Uni Bern mitsamt der leitenden Privatdozentin bei mir einquartiert. So kann das Feldpraktikum ungestört durchgeführt werden. Hier sind wir nun, sitzen am Tisch beim Pilzrisotto. Mit leuchtenden Augen und glänzenden Wangen fragt die eine der Studentinnen, eine nach der anderen ihrer Kolleginnen in der Runde “Was ist es, was Dich beim Studium im Herzen bewegt?”

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