Aus was rächt isch, …

… aber ds Hemmli ghört i d’ Hose! Das Hotel ist diesmal ausgebucht. Hier übernachte ich, wenn ich in Zürich Vorlesung habe und zum Glück habe ich rechtzeitig reserviert. Für diejenigen, die mich nach den Kosten fragen: Ich zahle bar, ich habe keinen Steuerzahler, dem ich die Kosten anhängen kann und richtig, ich habe gestern zwei Franken Rückgeld bekommen. Es ist der einzige Möglichkeit, wenigstens zwei Vorlesungen pro Woche trotz meiner Behinderung zu meistern.

Für mich lohnt sich der Aufwand. Der Lehrbetrieb hier ist frisch, konzentriert, die Studenten auf Draht, stellen Fragen. Mein Eindruck ist, dass hier allgemein sehr viel mehr kooperiert wird als in Bern – sogar die Frauen tun das. Die Professoren haben Routine und sie machen sich verständlich.

Mir wird immer deutlicher, was eigentlich des Problem der Uni Bern mit mir ist: Die wissen um die miserablen Zustände an unserem Institut. Wie der Teufel die Nässe aus dem steinernen Trog, fürchten sie den scharf beobachtenden, unbestechlichen, finanziell unabhängigen Zeugen. Das genügt offensichtlich zum Mobben, immer neue Steine in den Weg legen, mir das Studium vermiesen, wo immer möglich. Mich zu schikanieren, verbraten die Verantwortlichen ihren ganzen Arbeitsaufwand, den sie gescheiter zur Beseitigung der Misstände einsetzen täten.

Tagungen an der ETH. Die geladenen Gäste werden hier einquartiert. Interessiert wie immer beobachte ich die Leute beim Frühstück. Das sind die Jungforscher, diejenigen, die unserer internationalistischen Intelligentsja zufolge auf Vernetzung angewiesen sind.

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Die Bolognareform ist nicht die Wurzel unserer Bresten.

Die Redaktorin von NZZ Campus hat mit Ihrer These vollkommen recht, es ist nicht die Bolognareform, die uns kaputtmacht. Die Wurzel allen Übels in der Schweiz ist in Wahrheit die Bürokratisierung sämtlicher Lebensbereiche, die Art wie eine exponentiell wachsende classe bureaucratique sich ausbreitet, alles und jeden in Bedrängnis bringt, der in diesesm Land produktive Arbeit leistet. Aspekte davon habe ich mehrmals in meinen Blogs angeschnitten.

Übergangen von den Journalisten, ist längst ein postmarxistischer Klassenkampf ausgebrochen in diesem Land. Dieser zeigt sich in dem unberechenbaren Verhalten der Stimmbürger, die der classe politique eine Ohrfeige nach der anderen verpasst. Sie sind die unentwegten, die längst gemerkt haben, dass die SVP sich für die Interessen der produktiven werktätigen Bevölkerung einsetzt und die SP die Privilegien der Ausbeuterklasse der Bürokraten verteidigt.

Die Tochter allen Übels ist der heutzutags übliche Thesenjournalismus. In den Redaktionen hockt die Sorte von Anpassern, die der classe bureaucratique zudienen, indem sie über die Welt berichten, wie sie sein sollte und nicht über die Welt wie sie ist. Sie sorgen für die stromlinienförmige Gleichförmigkeit des öffentlichen Diskurses.

Ich beschreibe im folgenden die sieben Grundübel schlecht gemachten Journalismus’ und nutze dazu den verlinkten Thesenbericht von Simona Pfister.

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Von wegen peer review.

Was machen Gutachter der wissenschaftlichen Fachzeitschriften eigentlich?

Vorletzte Woche war ein Forschungsgruppenleiter von der Novartis Gastdozent in unserer Epigenetikvorlesung. Verblüfft war ich darob, dass in den sehr gut ausgestatteten Labors der Novartis nur ca. 15% der universitären Forschung aus den peer reviewed journals reproduziert werden kann. Diese Zahl deckt sich auffällig mit der Bemerkung einer befreundeten Doktorandin in Vegetationsökologie. Sie untersucht die Regeneration von Trockenrasenvegetation, nachdem die intensive Beweidung aufgegeben wurde. Auch sie stellte fest, dass ca. 80% der publizierten vegetationsökologischen Literatur unbrauchbar in Bezug auf die untersuchte Fragestellung ist. Bei einem grossen Teil der publizierten Forschung fehlt es an der Validität – die journals liefern Schrott, um es klar zu sagen.

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Oh yes, we can!

Kurzerhand habe ich den ganzen Mykolgiekurs der Uni Bern mitsamt der leitenden Privatdozentin bei mir einquartiert. So kann das Feldpraktikum ungestört durchgeführt werden. Hier sind wir nun, sitzen am Tisch beim Pilzrisotto. Mit leuchtenden Augen und glänzenden Wangen fragt die eine der Studentinnen, eine nach der anderen ihrer Kolleginnen in der Runde “Was ist es, was Dich beim Studium im Herzen bewegt?”

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Traumjob.

Das hier ist der Traumjob für jeden Ökologen — eine spannende Geschichte aus der Bernerzeitung. Kaum zu glauben, dass die KWO während Jahren vergeblich nach einem Biologen suchte.

Das hat vermutlich damit zu tun, dass moderne Akademiker lieber links, urban, weltoffen sind, gegen AKW und gegen Grosskraftwerke sowieso und darum ihr Leben lieber zwischen Kaffeeautomat, Telefonhörer, Photokopierer verbringen als dass sie zupacken und etwas spannendes machen.

Oder vielleicht hat es auch damit zu tun, dass an der Uni Bern die Ökologen zu Berichtlischreibern und Aktenschiebern ausgebildet werden, ohne brauchbares naturkundliches Grundlagenwissen.

Der Stand der Irrtums.

Haben Immissionen aus der Luft europaweit einen Einfluss auf den Zustand des Waldes?

Der aktuelle Stand (De Vries et. al. 2014) aus dem ICP Forests monitoring ist, dass die unterschiedliche Anwendung der Methoden in den verschiedenen Ländern den grössten Teil der Varianz in den Daten erklärt. Der Waldzustand wird anhand unspezifischer Parameter erhoben (Blatt- bzw. Nadelverluste), so dass eine Reihe von confounding factors die Korrelation mit möglichen Ursachen (Klima, Bewirtschaftung, Luftverschmutzung, Ozon, Säure-, Nährstoffeintrag) erschweren. Ein Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Blattverlust konnte nach 30 Jahren Dauerbeobachtung nicht nachgewiesen werden. Die Luftverschmutzung beeinträchtigt den Waldzustand höchstens zeitlich und örtlich begrenzt.

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Das Beispiel.

Im letzten Blogeintrag erwähnte ich, wie sich die Ex-Marxisten in der schweizerischen Politik breitmachen. Sie beuten das Interesse der Bevölkerung an Umweltthemen aus, machen auf Panik und steuern auf das eine Ziel zu: Den Bürgern alles und jedes vorschreiben und alles verbieten, was nicht vorgeschrieben ist. Die Massenpanik ist das faschistische Vehikel, um die Massen manipulierbar zu machen, das Denken der Individuen unter Kontrolle zu bringen. Es geht um totalitäre Machtausübung, sonst um gar ncihts.

Darum nennt sich deren Partei auch nicht mehr “Progressive Organisationen der Schweiz” und auch nicht mehr “Revolutionäre Marxistische Liga” sondern “Grünes Bündnis”. Wichtig ist zudem, Umweltorganisationen als Frontorganisationen dabei zu haben, wie zum Beispiel den Verkehrsclub der Schweiz.

Ein Beispiel finden wir in der Berner Zeitung vom Samstag. Eine eingeheiratete italienische Kommunistin, Maria Iannino, ist nun Grossrat für die Grünen und VCS-Funktionär. Vollkommen selbstherrlich nimmt sich der VCS heraus, den Bernern zu befehlen, wo und wie lange und zu welchem Preis sie parkieren dürfen. Einem der Betreiber solcher Parkplätze, der Migros in Brünnen droht man mit Strafzahlungen. All das geht an Parlament und Regierung vorbei.

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Die nützlichen Idioten.

Nächsten Montag, 6. Oktober 19:00 Uhr, im botanischen Institut der Universität Bern empfängt die Bernische Botanische Gesellschaft den deutschen Buchautoren Peter Finke mit seinem Buch über “Citizen Science”. Die botanische Gesellschaft gibt diesen Herbst eine Reihe von Vorträgen über Projekte, in denen Hobbywissenschaftler sich engagieren, Daten sammeln, für die Profiwissenschaft die aufwendige Beinarbeit erledigen (im wörtlichen Sinn), die man mit Steuergeld gar nicht finanzieren könnte. Floreninventare, phänologische Beobachtungsreihen. Ich bin nicht sicher, was die BBB mit der Einladung von Peter Finke bezweckt und warum er als erster von allen reden wird. Vermutlich soll er die deutsche professorale Rechtfertigung für das übrige Programm liefern.

Ich habe mir das Buch von Peter Finke im Juni besorgt. Es wurde damals von Alex Reichmuth ziemlich euphorisch in der Weltwoche besprochen. Ich fand es eine grosse Enttäuschung und ich habe sehr lange gezögert, ob ich es überhaupt in meinem Blog besprechen will.

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